Die Nachricht sorgte 2021 für Aufsehen: Die Berufsfeuerwehr der Stadt Siegen (NRW) machte einen mit Wasserstoff betriebenen Hyundai Nexo zum Einsatzfahrzeug. Jetzt ist das Brennstoffzellenauto überflüssig.
Die Stadt feierte den Kommandowagen als einen weiteren "Meilenstein auf dem Weg, unsere kommunale Fuhrparkflotte schnellstmöglich emissionsfrei zu machen", wie Bürgermeister Steffen Mues damals erklärte.

Hyundai Nexo aufwendig für die Feuerwehr umgebaut

Das Ganze war mit einem hohen Aufwand verbunden: In Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Firma aus Siegen hatte die Feuerwehr die Sonderausstattung entwickelt und innerhalb von zehn Monaten auf Basis des Serienmodells technisch realisiert.
Die Infrastruktur war vorhanden, denn im Juni 2019 hatte die Stadt Siegen im Rahmen des "Aktionsplan Elektromobilität" im Industriegebiet Leimbachtal die erste Wasserstofftankstelle Südwestfalens eröffnet. Das Problem: Das Konzept hat sich nicht durchgesetzt.
Wie der WDR berichtet, hat die Tankstelle zum 1. April 2025 dicht gemacht. Denn lediglich sieben städtische Wasserstoffautos waren die Kunden, insgesamt sind bis heute ganze 18 Autos mit dem Antrieb im Kreis angemeldet – viel zu wenig, damit sich der Betrieb der Tankstelle wirtschaftlich lohnt. Der Betreiber "H2 Mobility" wolle sich jetzt mehr auf Tankstellen für Busse und Nutzfahrzeuge konzentrieren, heißt es vom WDR.
Da es ebenso wenig wirtschaftlich ist, zu den nächsten Tankmöglichkeiten nach Köln, Dortmund oder Gießen zu fahren, soll unter anderem das Feuerwehrauto verkauft werden.

Der Verkauf gestaltet sich schwierig

Konkret plant die Kommune laut WDR, die Wasserstoff-Fahrzeuge möglichst zu veräußern und durch neue zu ersetzen – doch das gestaltet sich schwierig. Da die Anschaffung seinerzeit mit Fördermitteln von Bund und Land unterstützt wurde, sind die Fahrzeuge an eine vorgeschriebene Nutzungsdauer gebunden. In vielen Fällen ist diese Frist jedoch noch nicht abgelaufen, was einen vorzeitigen Verkauf erschwert.
Beim Feuerwehrauto kommt erschwerend der Umstand hinzu, dass der Kundenkreis mit anderen Feuerwehren extrem eingeschränkt ist.