Griechenland galt lange als Paradies für Wohnmobil-Urlauber. Freiheit, Sonne, Strand – und dazu die Möglichkeit, das Fahrzeug auch mal spontan an einer abgelegenen Bucht oder neben einer antiken Stätte abzustellen. Doch damit ist jetzt Schluss. Seit dem 20. Januar 2025 gilt das neue Gesetz 5170/2025 – und das hat es in sich.
Das sogenannte "freie Stehen" mit dem Wohnmobil ist in ganz Griechenland untersagt. Ob Küste, Wald, archäologische Zone oder Parkplatz am Dorfplatz: Wer nicht auf einem lizenzierten Campingplatz steht, riskiert ein Bußgeld – ab 300 Euro pro Fahrzeug und Person.

Wildcampen verboten – selbst auf Privatgrund

In schweren Fällen (z. B. Flucht vor Kontrolle oder mehrfache Verstöße) drohen bis zu 3000 Euro Strafe oder sogar drei Monate Haft.
Auch Privatleute dürfen künftig nur noch ein Wohnmobil auf ihrem eigenen Grundstück dulden – für weitere Fahrzeuge braucht es eine Genehmigung. Und wer dachte, dass Parken wenigstens erlaubt bleibt: Auch hier wird scharf reguliert. Länger als 24 Stunden auf einem öffentlichen Platz zu stehen, ist nicht genehmigt.
Die Behörden legen die Regeln strikt aus: Schon das Aufstellen von Stühlen, das Ausfahren der Markise oder das Kochen vor dem Wohnmobil gilt als Camping und ist außerhalb lizenzierter Plätze verboten. Die Polizei und Hafenbehörden kontrollieren ab sofort verstärkt – vor allem an beliebten Küstenabschnitten und in touristischen Hotspots.

Kritik von Verbänden – Tipps für Camper

Immerhin: Wohnmobilclubs und Tourismusverbände protestieren: Die Regelung sei zu hart, spontane Reisen kaum noch möglich. Viele fürchten, dass Individualtouristen Griechenland künftig meiden. Deshalb gibt es doch noch Hoffnung auf Entspannung. Der griechische Wohnmobilverband ELAT setzt sich für Reisende ein – mit ersten Erfolgen.
„Unser Ziel ist, dass sich Camper in Griechenland willkommen fühlen“, sagt Giorgos Tsentelieros vom Verband ELAT bei BILD. Er verrät: „Wir haben den Druck auf Regierung und Ministerium erhöht – und hoffen auf eine baldige Umsetzung des neuen Gesetzentwurfs.“ Der bringt einige klare Regeln, die Wohnmobil-Reisenden helfen können, Ärger mit der Polizei zu vermeiden.

Diese Regeln sollen künftig gelten

  • Parken am Strand: Camper dürfen in Strandnähe stehen – aber nur auf offiziell gekennzeichneten Flächen.
  • Innerorts: Innerhalb von Städten und Ortschaften ist das Parken für maximal 24 Stunden auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt.
  • Pause auf der Autobahn: Wer auf Autobahnen oder Nationalstraßen unterwegs ist, darf an speziellen Rastplätzen kurz anhalten – zum Tanken, Verschnaufen oder für eine Pause.
Tsentelieros gibt noch weitere Tipps, wie Camper Stress mit der Polizei vermeiden
  • Nicht in Gruppen parken: Mehr als drei Fahrzeuge nebeneinander? Ein No-Go! „Polizei kontrolliert Gruppen besonders streng“, warnt der ELAT-Sprecher. Also besser verteilt stehen.
  • Freundlich auf den neuen Entwurf hinweisen: Da viele Polizisten den neuen Gesetzentwurf noch nicht kennen, kann es helfen, ruhig und sachlich auf die geplante Änderung hinzuweisen. Mit etwas Glück bleibt es dann bei einer Verwarnung.
  • Keine Foto-Stopps an Sehenswürdigkeiten – außer es ist auf extra ausgewiesenen Flächen ausdrücklich erlaubt. Sonst droht ebenfalls ein Bußgeld.

Fazit

Wer sich an die neuen Regeln hält, kann auch künftig unbeschwert mit dem Camper durch Griechenland reisen. Der Druck auf die Regierung zeigt Wirkung – jetzt liegt es auch an den Urlaubern, sich fair und informiert zu verhalten.