Auch der BMW M3 schafft WLTP nicht

Neue Audi (2018, 2019, 2020, 2021, 2022 bis 2025)

Neues Messverfahren WLTP: Absatzrückgang

WLTP reißt ein tiefes Loch

Die Pkw-Zulassungen in Deutschland sind im September 2018 um satte 30 Prozent eingebrochen. Schuld ist das neue WLTP-Abgasmessverfahren. Vor allem Audi leidet.
(dpa/cj/lhp) Der Pkw-Absatz in Deutschland ist mit Inkrafttreten des neuen Abgas-Prüfstandards WLTP im September 2018 kräftig eingebrochen. Laut neuen Zahlen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden nur 200.134 Pkw neu zugelassen – satte 30,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Hintergrund ist ein Absatzboom in den vorangegangenen Monaten – ausgelöst von der angekündigten Umstellung der Abgastests. Angesichts der drohenden Fahrverbote in deutschen Städten und möglichen Umrüstungen betraf der Rückgang besonders Diesel. Im Vergleich zu September 2017 sackte der Absatz laut Angaben des Importeurverbandes (VDIK) um 44 Prozent ab. Seit 1. September dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen, gründlicheren Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Dadurch haben noch nicht alle Modelle die Genehmigung für eine Neuzulassung.

Audi: Zwei Drittel der Motorvarianten fehlen

Besonders Audi kämpft mit einem katastrophalen Einbruch seiner Verkaufszahlen in Deutschland und Europa. Mehr als zwei Drittel der rund 100 Motorvarianten seien derzeit nicht lieferbar, weil sie noch nicht nach dem neuen WLTP-Standard zugelassen seien, sagte Vertriebsplanungschef Alexander Buk am 4. Oktober 2018 in Ingolstadt. Erst zum Jahresende dürfte das normale Angebot wieder erreicht werden. Einige Modelle würden in Erwartung der Zulassung auf Halde produziert, um sie dann sofort ausliefern zu können. Bei VW betrug das Minus knapp 62 Prozent. Der Konzern hatte zwischenzeitlich gar 8000 Stellplätze auf dem Berliner Pannenflughafen BER angemietet, um Autos mit Lieferverzögerungen abzustellen. Bei der Daimler-Hauptmarke Mercedes-Benz sank der Absatz um rund 21 Prozent, bei BMW nur um gut ein Prozent. Dadurch verschoben sich auch die Marktanteile: BMW kam im September mit gut 24.500 Autos auf einen Anteil von 12 Prozent, Mercedes auf 11 Prozent und verdrängten damit die Marke VW, die nur auf 10 Prozent kam. Sogar Opel lag knapp vor VW.

WLTP und RDE für genauere Verbrauchsangaben

Der neue Prüfzyklus WLTP ist seit September 2017 für neue Typzulassungen entscheidend und seit September 2018 für sämtliche Neuwagen bindend. Von September 2019 an werden zudem die realitätsnahen Straßen-Abgastests RDE (Real Drive Emissions) Pflicht. Die Maßnahmen sollen deutlich genauere Verbrauchs- und Emissionswerte liefern als das bisher gültige Verfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Dieses ist deutlich kürzer und findet nur auf dem Rollenprüfstand statt (alles zu den Unterschieden zwischen den alten und neuen Messverfahren lesen Sie hier).

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