Nissan Micra: TÜV-Report 2026
Am Micra hat der TÜV einiges zu meckern

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Mal sachlich, mal kugelig, mal kantig: Nissan hat dem Micra im Laufe der Zeit immer wieder neue Looks verpasst. Geblieben sind die Mängel bei der HU.
Bild: Toni Bader
Der Nissan Micra ist ein wendiger Stadtflitzer mit sympathischem Design und überschaubarem Verbrauch – ideal für kurze Wege. Doch nicht jeder Micra meistert den TÜV ohne Beanstandungen: Mit zunehmendem Alter zeigen sich typische Schwachstellen, die man beim Kauf im Blick haben sollte. Hier kommt der Überblick aus dem aktuellen TÜV-Report.
Nissan Micra (K14)
- Bauzeit: 2017 bis 2022
- Motoren: 71 PS (IG 71) bis 117 PS (DIG-T 117)
- Gebrauchtpreis: ab 7900 Euro
Das ist er: Im französischen Flins-sur-Seine gebaut, Basis ist der Renault Clio. Die Motoren stammen entsprechend aus dem Renault-Regal und leisten 71 bis 117 PS. Die Dreizylinder-Benziner gibt es als Sauger oder mit Turbo, außerdem einen Vierzylinder-Diesel mit 90 PS (bis 2018). Mit der Modellpflege im Jahr 2020 gab es fünf Ausstattungslinien, neue Motoren, die Euro 6d schaffen, neue Räder, neue Farben und das Sondermodell N-Way mit Komfortpaket.

Wenig Rücksicht: Im Vergleich zum Vorgänger hat Micra Nummer 5 an Rundumsicht eingebüßt.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Optisch Kante zeigen, das knuffige Aussehen gehört der Vergangenheit an. So richtig flott ist keine der Antriebsvarianten. Auch sind die Sitze und das Platzangebot insgesamt nur mäßig. Im Jahr 2017 erreichte der serienmäßig ausgerüstete Micra K14 lediglich vier Sterne im Euro-NCAP-Crashtest, mit optionalem Sicherheitspaket waren es fünf.
Das macht Ärger: Die simplen Materialien vor allem dort, wo es erst auf den zweiten Blick auffällt. Die Dichtungen am Antriebsstrang werden recht früh durchlässig, dazu kommen teils instabile Bluetooth-Verbindungen. Rückrufe betrafen eine Softwareanpassung wegen Geisterbremsungen, einen Konstruktionsfehler der Sitzschienen, der bei einem Unfall die Wirkung des Gurtes mindern kann, und bruchgefährdete Radnaben vorn.
Nissan Micra (K13)
- Bauzeit: 2010 bis 2017
- Motoren: 80 PS (1.2) bis 98 PS (1.2 DIG-S)
- Gebrauchtpreis: ab 2000 Euro
Das ist er: Weniger auffällig und emotional gestaltet als sein Vorgänger, dafür mit größerem Innenraum. Fünf Türen, sechs Airbags, ESP und Servolenkung sind Serie. Ein Facelift im Jahr 2013 brachte vor allem optische Änderungen, etwa ein Chrom-V im Kühlergrill, ganz im Stile des neuen Nissan-Markengesichts. Das Heck zieren seitdem ein geänderter Stoßfänger und LED-Rückleuchten.

Die vierte Micra-Generation ist etwas weniger emotional designt als der Vorgänger.
Bild: Werk
Das kann er: Mit dem 1,2-Liter-Benziner ein eher behäbiger Begleiter sein – erst ab 4000 Touren nimmt der Kompressor seine Arbeit auf. Die eingesetzten Materialien sind einfach, die Geräuschdämmung ist nur mittelmäßig. Das fällt vor allem bei den Dreizylindermotoren auf, die raue Gesellen sind. Das Micra-Fahrwerk ist nicht unbedingt harmonisch abgestimmt.
Das macht Ärger: Die AUTO BILD-Redaktion erreichten nur wenige Beschwerden, der ADAC berichtet vor allem von defekten Anlassern, Zündkerzen und Starterbatterien. Rückrufe gab es wegen schadhafter Bremszylinder, Airbags mit zu hohem Zünddruck und Softwareproblemen des stufenlosen CVT-Getriebes – ein Update half.
Nissan Micra: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 88,6 (Ø 89,4) | 6,0 (Ø 4,0) | 5,5 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 80,4 (Ø 84,7) | 7,2 (Ø 5,3) | 12,4 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 71,7 (Ø 78,8) | 6,8 (Ø 7,6) | 21,5 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 62,9 (Ø 71,7) | 12,6 (Ø 10,0) | 24,4 (Ø 18,3) | 0,1 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 59,3 (Ø 64,7) | 12,5 (Ø 12,4) | 28,2 (Ø 22,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 50,6 (Ø 56,0) | 14,2 (Ø 15,5) | 35,2 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Schon bei den Vier- bis Fünfjährigen schnellen die Mangelquoten der Achsaufhängungen in die Höhe und liegen bei den 12-13-Jährigen im zweistelligen Bereich. Hauptursache sind Beschädigungen der Gummilagerung am Querlenker Vorderachse. Gebrochen Federn und undichte Schwingungsdämpfer sind eindeutig ein Problemfeld des jüngeren K14, defekte Antriebswellen dagegen ein Mangel der älteren K13. Lenkanlage und -gelenke sind stabil.
Licht
Das Abblendlicht sowie die vordere und hintere Beleuchtung schneiden bei der Hauptuntersuchung in den meisten Fällen schlechter als im Schnitt ab. Die Blinker sind dagegen lange Zeit recht zuverlässig, bis auch sie nach 12-13 Jahren nachlassen.
Bremsen
Mängel an der Fußbremsfunktion sind ein Problem des K13. Die Bremsscheiben sind insgesamt durchschnittlich haltbar. Überzeugend ist die Qualität der Bremsleitungen, -schläuche sowie der Feststellbremse.
Umwelt
Ölverlust tritt gerade beim jüngeren Modell häufiger auf als im HU-Durchschnitt. Der Vorgänger schwächelt aber auch. Die AU ist vor allem eine Hürde für vier- bis fünfjährige K14. Rostige Abgasanlagen kommen beim Jüngeren öfter vor als im Schnitt.
Fazit
Zwei- bis dreijährige Micra passieren häufiger die HU ohne erhebliche Mängel als der Durchschnittswagen. Bei den Älteren kippt dieses Verhältnis zu Ungunsten des kleinen Japaners, obwohl die Laufleistungen eher gering ausfallen. Von den 12- bis 13-Jährigen fällt schon mehr als jeder dritte Micra durch, viele wegen maroder Achsaufhängungen und Lichtdefekten. Jüngere leiden mitunter an Ölkleckereien.
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