Nockenwellensensor

Nockenwellensensor

Symptome, Wechsel, Kosten

Ein defekter Nockenwellensensor ist selten, kommt aber durchaus vor. Wie erkennt man einen Defekt an einem Sensor und was ist zu tun? AUTO BILD klärt auf.
Wissen, was los ist – das gilt auch für die Steuergeräte des Motors. Um jederzeit möglichst geringen Verbrauch mit tadellos sauberen Abgasen und satter Leistung in Einklang zu bringen, sind sie auf die Mitwirkung einer Vielzahl kleiner Sensoren angewiesen. Besonders wichtig ist einer direkt an der Ventilsteuerung – der Nockenwellensensor.

Funktion des Nockenwellensensors

Der Nockenwellensensor gehört zur Familie der Hallgeber. Er besteht aus einem Halbleiter, durch den geringer Strom fließt und der nah gegenüber einem auf der Nockenwelle befestigten Metall-Zahnkranz montiert wird. Bei laufendem Motor bewegen sich dessen Zähne an dem Halbleiter vorüber, verändern dabei dessen Magnetfeld und dadurch den Strom. Diese Veränderung wird registriert. Damit allein lässt sich jedoch noch nicht die Position der Nockenwelle feststellen. Der Trick ist, an dem Zahnkranz gezielt Zähne wegzulassen. Auch gibt es die Möglichkeit, nur einen einzigen Zahn anzubringen, der den oberen Totpunkt (OT) für Zylinder eins markiert

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Daran erkennen Sie einen Schaden

Wenn die Motorkontrollleuchte sichtbar ist, könnte es an einem defekten Nockenwellensensor liegen.

Wichtigstes Symptom für ein Problem am NW-Sensor: Die gelbe Motorleuchte brennt. Dann gilt es zunächst zu prüfen, ob der Nockenwellenantrieb aus dem Takt geraten oder der weitaus seltenere Fall eines Sensor-Defekts eingetreten ist. Auch Startschwierigkeiten, bei denen der Anlasser etwas länger kurbeln muss als gewohnt, deuten darauf hin. In jedem Fall sollte als erste Maßnahme der Fehlerspeicher ausgelesen werden.

Reparatur und Kosten des Nockenwellensensors

Ein Nockenwellensensor ist mit dem Hallgeber öldicht verkapselt, eine Reparatur ist nicht vorgesehen. Das Teil wird komplett getauscht, Preise beginnen für populäre Modelle bei 25 Euro im freien Handel, beim Vertragshändler bei etwa dem Doppelten. Hinzu kommt die Montage: Meistens ist der NW-Sensor gut zugänglich und in 20 Minuten locker getauscht – macht bei Stundensätzen von 150 Euro also weitere 50 Euro. Allerdings sind Defekte sehr selten und es kann sich lohnen, das Umfeld des NW-Sensors zu untersuchen. Denn häufig ist der Geber nur verschmutzt, weil sich Ölpampe ablagert und das Magnetfeld isoliert. An zweiter Stelle der Fehler liegen korrodierte Stecker der Anschlussleitung oder deren Unterbrechung, echten Seltenheitswert haben dagegen Defekte des eigentlichen Hall-Sensors im Inneren. Die lassen sich jedoch relativ einfach feststellen, am Diagnosetester muss ein intakter Hallgeber ein so genanntes Rechtecksignal abliefern. Fehlt das völlig oder gleicht das Signal mehr abstrakter Kunst als einem Rechteck, ist der Sensor defekt. Übrigens müssen die meisten NW-Sensoren aus einem völlig anderen Grund erneuert werden: Der Dichtring zwischen Sensor und Zylinderkopf verhärtet mit der Zeit und lässt dann Öl nach draußen. Und in den allermeisten Fällen gibt es dieses Cent-Bauteil nicht einzeln, sodass man den ganzen Sensor tauschen muss. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Aufgaben des Nockenwellensensors

Genügte es früher, den Zündfunken allein abhängig von der Stellung der Kurbelwelle auszulösen und alle Einspritzdüsen gleichzeitig und permanent den Sprit sprühen zu lassen, reichte diese Methode spätestens mit Einführung der Euro-4-Norm zum 1. Januar 2005 nicht mehr aus. Denn das Viertaktprinzip birgt eine Tücke: Ein Arbeitsspiel aus Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Ausstoßen vollzieht sich in zwei Kurbelwellenumdrehungen. Doch woher soll das Steuergerät wissen, in welchem Takt sich jeder Zylinder gerade befindet? Die Nockenwelle kann helfen. Denn sie dreht sich während der vier Takte nur einmal, folglich kann aus ihrer jeweiligen Position abgelesen werden, welches Ereignis in welchem Zylinder gerade stattfindet, wo also die nächste Zündung ansteht oder die sequentielle Einspritzung eine exakt dosierte Spritration zuteilen muss. Die Ermittlung dieser Position erledigt der Nockenwellensensor (NW-Sensor). In der Praxis melden sowohl der Nockenwellen- als auch sein Kollege, der Kurbelwellensensor den oberen Totpunkt (OT) des ersten Zylinders an das Steuergerät. Das muss zeitgleich erfolgen, ansonsten liegt ein Problem im Antrieb der Nockenwelle vor. Wie eine gelängte Steuerkette oder ein übergesprungener Zahnriemen, dann sollte die gelbe Motorwarnlampe aufleuchten und die Motorsteuerung ins Notlaufprogramm schalten.
Gleiches gilt sinngemäß auch für den Dieselmotor, nur dass bei diesem kein Zündfunke ausgelöst werden muss. Dafür sind die Anforderungen an die Präzision des Einspritzzeitpunktes noch um einiges höher als beim Benziner.

Autor: Hendrik Dieckmann

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