Muss auch der Nürburgring aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auf die Bremse treten? Hintergrund: Die legendäre Eifel-Rennstrecke ist mehrheitlich in russischer Hand.

Nürburgring überwiegend in russischer Hand

Bis 2012 war der Nürburgring in staatlicher Hand. Dann ging er insolvent, wurde verkauft, gehört inzwischen zu 99 Prozent einer Holding mit dem russischen Pharmaunternehmer Charitonin als Mehrheitsgesellschafter. Das letzte Prozent hält die örtliche Motorsportfirma Getspeed.
Gegenüber der DPA betont ein Ring-Sprecher, gemeinsam mit Charitonins Holding "stehen wir dafür, Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen - fernab von Herkunft, Hautfarbe, Vorlieben oder Religion". Auch Russen und Ukrainer kämen demnach zum Nürburgring.
Nürburgring
Sind Fan-Feste am Nürburgring noch vertretbar?

Dennoch rückt der Nürburgring nun wieder in den Fokus der Politik. Die CDU-Opposition im Landtag von Rheinland-Pfalz will im Innenausschuss am 23. März die Landesregierung zum Thema Flughafen "Hahn und Nürburgring - Abhängigkeit von Liegenschaften in Rheinland-Pfalz von russischen Aufträgen/Investitionen" befragen.

Nürburgring: Boykott ja oder nein?

Dabei soll es vor allem darum gehen, welche Auswirkungen die völkerrechtswidrige Invasion in der Ukraine auf die wirtschaftliche Situation vom Nürburgring haben könnte.
Bleibt die Frage: Sollte man den Nürburgring jetzt so sanktionieren, wie die EU das mit Russland macht? Oder aus Fans-Sicht gar boykottieren? Dagegen spricht: In der Eifel lebt eine ganze Region vom Ring – und die ist nach dem Hochwasser im vergangenen Sommer bereits mehr als gebeutelt.

Von

Bianca Garloff