Nur noch im Sportdress zu haben
So fährt sich das Facelift des BMW Z4

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Die Blütezeit des Roadster ist lange vorbei. Heute fährt er in einer Nische. Doch BMW hat mit dem frisch gelifteten Z4 einen feinen Vertreter dieser Gattung im Programm.
Bild: Daniel Kraus, BMW
Die Liste der zweisitzigen Cabrios ist über die Jahre kurz geworden. Wohl auch, weil die Lust zu zweit die Sonne anzubeten zurückgegangen ist. Jedenfalls hierzulande. In den USA zum Beispiel sieht das anders aus. Dort zeigt man gerne, was man hat, vor allen in den sonnigen Bundesstaaten wie Florida oder Kalifornien. Und gerade da ist man mit einem BMW Z4 auch ganz hervorragend angezogen.
Damit die Käuferschaft bei Laune bleibt, haben die Bayern dem Roadster ein Facelift verpasst. Kleine Designakzente im Exterieur, die sich vor allem durch das jetzt im Serienumfang enthaltene M Sportpaket darstellen. Dazu gehören dreigeteilte Lufteinlässe in der Frontschürze, eine eigenständige Seitenschwellerkante und eine Heckschürze mit markanten Einfassungen. Zudem wurden die seitlichen Lufteinlässe neu gestaltet.

Der Z4 fährt, egal wie er motorisiert ist, serienmäßig mit im M-Kleid.
Bild: Daniel Kraus, BMW
Schickes M-Kleid
Vor allem dem Z4 sDrive30i steht das neue M-Kleid gut, weil es den Charakter des Roadsters noch besser zum Ausdruck bringt. Denn wer glaubt, der Vierzylinder mit seinen 258 PS würde schwachbrüstig daherkommen, der irrt. Mit seinen 400 Newtonmetern zieht der offene Bayer ordentlich an und ist in 5,4 Sekunden auf 100 km /h beschleunigt. Wer will, kann ohne große Verzögerung bis zu 250 km/h schnell werden.
Das ist dann aber eher ein Tempo bei der die Stoffmütze, die sich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h in nur 10 Sekunden öffnen und schließen lässt, aufgesetzt werden sollte. Nicht weil es den Insassen die Haare vom Kopf reißen könnte, nein, die Verwirbelungen im Innenraum sind absolut erträglich, vielmehr wird es oben offen um die Ohren etwas stürmisch.

Sportliches Handling ist für den BMW Z4 M40i Ehrensache.
Bild: Daniel Kraus, BMW
Geräusche macht auch der Motor. Na ja, die Annahme liegt nahe, dass es der Treibsatz ist. Beim Vierzylinder haben die Ingenieure einen Trick angewandt und den Sound über die Lautsprecher verstärkt, um die Anmutung mehr in Richtung Sechszylinder zu rücken. Den gibt es nämlich in Form des Z4 M40i auch noch. Der Motor ist vielleicht sogar der Beste, der sich in dieser Klasse noch auf dem Markt befindet.
Ein Motor für GT3-Renner
Ein Grund, warum BMW ihn zum Beispiel auch im M340i verbaut hat und sich die Basis des Treibsatzes in den GT3-Rennern wiederfindet. Allerdings ist die Gemütsart im M40i eine ganz andere. Hier wird nicht ruppig über zwei Stufen zurückgeschaltet, wie im sportlichen Dreier. Der Z4 hat es nicht nötig, sich aufzublasen. Sanft geht es eine Stufe zurück und souverän wird das maximale Drehmoment von 500 Newtonmeter an die Hinterachse gedrückt. In 4,5 Sekunden schiebt er seine knapp 1,6 Tonnen an der 100 km/h-Marke vorbei und beschleunigt sich wie der kleine Bruder auf abgeregelte 250 km/h.

Auch geschlossen macht der Z4 eine gute Figur. Das Dach öffnet und schließt in nur zehn Sekunden bis zu 50 km/h.
Bild: Daniel Kraus, BMW
So gesehen sind wir dann wieder beim Vierzylinder und der macht seinen Job gut. Von unaufgeregtem Cruisen bis hin zu einem spontanen Antritt ist alles drin und mit dem Lebendgewicht von knapp 1,5 Tonnen hat der Motor so gar kein Problem. Klar, wer hier volle 258 PS haben will, der muss schon bis 5000 U/min ausdrehen, ab 6500 läuft man in den Begrenzer. Das sei hier erwähnt, weil der Reihensechser sich im selben Drehzahlbereich bewegt.
Die Kraft wird übrigens bei beiden von der super schnell und unaufgeregt schaltenden 8-Gang-Steptronic, oder vom Piloten per Hand über die großen Schaltwippen am Lenkrad verteilt. Und so geht die Kraft im Z4 sDrive30i, je nach Fußarbeit des Fahrers, knackig oder im Schongang an die Vorderräder.

Wenig Veränderung hat das Facelift am Heck des Z4 gebracht.
Bild: Daniel Kraus, BMW
Da fühlt man sich zu Hause
Und im Innenraum? Fühlt man sich, egal mit welcher Motorisierung, im Z4 zu Hause. Da curved die digitale Instrumentierung noch nicht im Bogen über das Dashboard. Zwei gut ablesbare, voneinander getrennte Displays informieren den Fahrer. Wobei das oberhalb der Mittelkonsole über den iDrive Controller gesteuert werden kann. Die Knöpfchen für die Fahrprogramm Comfort, Eco und Sport sind ebenfalls in der Mittelkonsole zu finden, und auch der zum Öffnen des Verdecks findet sich dort.
Die Sitze sind sportlich bequem, halten die beiden Fahrgäste auch in schnell gefahrenen Kurven fest, taugen aber auch für die Langstrecke. Vor allem aber puffern sie sehr gekonnt die argen Stöße, die das Sportfahrwerk bei Querfugen durchreicht. Auf der Strecke hingegen macht es einen guten Job. Kooperiert hervorragend mit der spitz aus der Mitte arbeitenden Lenkung, was es möglich macht, mit dem Z4 auch mal richtig tun die Kehre zu stechen.
Die Sitze sind sportlich bequem, halten die beiden Fahrgäste auch in schnell gefahrenen Kurven fest, taugen aber auch für die Langstrecke. Vor allem aber puffern sie sehr gekonnt die argen Stöße, die das Sportfahrwerk bei Querfugen durchreicht. Auf der Strecke hingegen macht es einen guten Job. Kooperiert hervorragend mit der spitz aus der Mitte arbeitenden Lenkung, was es möglich macht, mit dem Z4 auch mal richtig tun die Kehre zu stechen.

Der Arbeitsplatz des Fahrers verzichtet noch auf das Curve-Display und erfreut mit dem iDrive Controller.
Bild: Daniel Kraus, BMW
Insofern ist die Frage Sechszylinder oder Vierzylinder im offenen Bayern tatsächlich eine Glaubens- oder eine Geldfrage. Denn während der 30i bereits ab 54.300 Euro angeboten wird, werden für den M40i mindestens 66.900 Euro fällig.
Fazit
Der BMW Z4 ist auch nach dem Facelift das geblieben, was er schon immer war: ein potenter Sonnenanbeter mit dynamischen Genen. Allerdings haben die Designer gerade die sportliche Seite noch einen Ticken mehr ins Blickfeld des Betrachters gerückt. Das steht dem Bayern gut zu Gesicht, schlägt sich aber auch preislich nieder. Denn während man in den Z4 sDrive30i vor zwei Jahren noch für 48.500 Euro einsteigen konnte, startet der Vierzylinder jetzt bei 54.300 Euro und der M40i ist gleich mal 6000 Euro teurer geworden. Insofern wird der Z4 wohl für viele ein offener Traum bleiben.
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