Opel Astra gebraucht: TÜV-Report – Schwachstellen, Mängel
So schneidet der Opel Astra beim TÜV ab!

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Wenn der Astra auch den lateinischen Namen für Stern trägt: Die TÜV-Prüfer müssen – wie so oft bei Opel – Sternchen machen mit dem Hinweis auf Öl-Kleckereien. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026!
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Zwei Generationen des Opel Astra im Check – beiden gemein ist der zu große Ölverlust. Die wichtigsten Infos für Gebrauchtwagenkäufer aus dem AUTO BILD TÜV-Report!
Opel Astra (K)
- Bauzeit: 2015 bis 2021
- Motoren: 95 PS (1.5 D) bis 200 PS (1.6 T)
- Gebrauchtpreise: ab 6000 Euro

Opel Astra K – hier als Kombi "Sports Tourer".
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Das ist er: Dynamischer mit keilförmigerer Front, kürzer und leichter als die Vorgängergeneration. Konstruktion und Materialien senken das Gewicht je nach Variante um bis zu 200 Kilo. Das Fahrverhalten wurde dadurch agiler, die Abstimmung komfortabler, der Astra gefälliger proportioniert und besser gedämmt. Der Kombi bietet mehr Raum. Über die Bauzeit verteilt stehen zwölf Motoren zur Wahl, die ihre Kraft an fünf verschiedene Getriebearten schicken. Das Facelift 2019 fiel eher dezent aus, dafür zogen diverse clevere Details in den Astra ein, er bekam Euro-6d-Dreizylinder (105 bis 145 PS) und ein frisches Infotainment.
Das kann er: Als Vernunftauto recht komfortabel, sparsam und durchaus flott unterwegs sein. Umfangreiche Sicherheitsausstattung, robuste Materialien im Innenraum. Selbst stark beanspruchte Exemplare mit hoher Laufleistung wirken oft erfreulich frisch.
Das macht Ärger: Displayausfälle des Infotainmentsystems, beim Anfahren ruckelnde 1.4-Turbobenziner, leicht beschlagende Kameralinsen der Assistenzsysteme in der Frontscheibe. Einige Rückrufe, darunter defekte Gasgeneratoren des Fahrerairbags, fehlerhafte Hauptbremszylinder, Ölaustritt an der Turboölleitung, Brandgefahr durch defekte Kraftstoffleitung.
Opel Astra (J)
- Bauzeit: 2009 bis 2015
- Motoren: 87 PS (1.4) bis 280 PS (OPC)
- Gebrauchtpreise: ab 2700 Euro

Der Opel Astra OPC ist die sportlichste Version des Astra J.
Bild: Ronald Sassen
Das ist er: Ein Brocken. 4,42 bis 4,70 Meter (Kombi) Länge, 1,5 Tonnen Gewicht – und das mit kleinem Motor. Entsprechend mühen sich die schwächeren Benziner, mit denen sich der kompakte Astra eher nach behäbiger Mittelklasse anfühlt und mitunter durch Anfahrschwäche unangenehm auffällt. Der Kombi kam Ende 2010, heißt "Sports Tourer" und schluckt bei umgeklappter Rückbank bis zu 1550 Liter (Laderaumvolumen). Zur Serienausstattung gehören sechs Airbags, ESP, Klima.
Das kann er: Speziell Langstreckenfahrer mit Komfort und Platz erfreuen. Auch beladen gibt es keine Abstriche, denn Ausweich-, Brems- und Fahrverhalten sind tadellos. Empfehlung: die modernen und stärkeren Turbos (z. B. 1.4 Turbo Ecotec, 120/140 PS). Dieselfreunden sei der 2.0 CDTI Ecotec mit 160/165 PS ans Herz gelegt.
Das macht Ärger: Zickende Elektronik; fehlerhafte Software der Generatorsteuerung führt zu leeren Batterien; klemmende Injektoren beim 2.0 CDTI. Folgen: Rußbildung, unrunder Lauf, hoher Verbrauch. Rückrufe wegen blockierender Kühlerlüfter, Airbags und schlapper Berganfahrassistenten. Note 2+ im AUTO BILD-Dauertest.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Die Achsaufhängungen beider Typen zeigen sich haltbarer als bei der Vergleichsgruppe. Die Mangelquote gebrochener Federn des Typs J ist überdurchschnittlich hoch. Top sind die Antriebswellen, haltbar die Lenkgelenke beider Generationen. Die Lenkanlage wird im Schnitt etwas öfter moniert.
Licht
Beim Typ K belasten verstelltes Abblendlicht und fehlerhaftes Frontlicht das Mängelkonto. Der Vorgänger macht seine Sache besser. Am wenigsten Thema sind die Blinker von beiden.
Bremsen
Die Fußbremse des Typs J beanstanden die Prüfer im Schnitt etwas öfter. Recht solide bei beiden: die Feststellbremse, Leitungen und Schläuche. Der Scheibenverschleiß liegt in fast allen Baujahren leicht über dem Mittelwert, bei der ersten HU sogar deutlich.
Umwelt
Ölverlust sorgt außer bei der ersten HU für sattrote Zahlen. Besonders der Typ J erntet hohe zweistellige Quoten. Auch die Abgasanlage des älteren Typs wird überdurchschnittlich oft moniert. Die AU versemmelt der Nachfolger im Schnitt öfter.
Mängeleinteilung*
Alter | Laufleistung in km | ohne Mängel | geringe Mängel | erhebliche Mängel | verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 54.000 (Ø 45.000) | 86,2 (Ø 89,4) | 3,9 (Ø 4,0) | 9,9 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 69.000 (Ø 65.000) | 82,6 (Ø 84,7) | 6,7 (Ø 5,3) | 10,8 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 99.000 (Ø 88.000) | 75,2 (Ø 78,8) | 11,1 (Ø 7,6) | 13,7 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 112.000 (Ø 112.000) | 68,3 (Ø 71,7) | 15,8 (Ø 10,0) | 15,8 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 139.000 (Ø 131.000) | 59,5 (Ø 64,7) | 18,3 (Ø 12,4) | 22,2 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 152.000 (Ø 150.000) | 48,8 (Ø 56,0) | 21,2 (Ø 15,5) | 29,9 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Astrein ist der Astra nicht, wenn auch als Kombi familientauglich. Zwar eignet er sich für eine längere Zweckbeziehung, doch der Blick auf die mängelfreien Exemplare zeigt: Ihr Anteil ist in der Unterzahl. Ölverlust macht beiden Typen ordentlich zu schaffen. Wollen Kaufinteressenten Reparaturkosten vermeiden, sollten sie einen Bogen um Kilometerfresser machen und frisch TÜV-geprüfte Exemplare wählen.
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