Opel Corsa-e: TÜV-Report
Corsa-e beim TÜV: im zweiten Anlauf besser

–
Die vollelektrische Variante von Opels Kleinwagen macht es anders als die meisten: Seine Mängelquoten nehmen bei der zweiten Hauptuntersuchung ab.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der Opel Corsa-e ist die vollelektrische Version des beliebten Kleinwagens und ideal für Stadtverkehr und Alltag. Er überzeugt mit kompakten Maßen, alltagstauglicher Reichweite und einem leisen, spritzigen Fahrerlebnis. Bei der Hauptuntersuchung zeigt er sich später oft souveräner als zu Beginn – ein genauer Blick auf Fahrwerk und Bremsen lohnt sich dennoch.
Opel Corsa-e
- Bauzeit: 2020 bis heute
- Motoren: von 136 PS (Corsa-e; Electric) bis 156 PS (Electric GS)
- Preis: ab 10.500 Euro
Das ist er: Der Technikzwilling des Peugeot e-208 und die vollelektrische Variante des Opel Corsa. Er streckt sich auf 4,06 Meter, bis auf den 40 Liter kleineren Kofferraum ist das Platzangebot identisch mit dem Verbrenner. Der 46-kWh-Akku (netto) reicht laut WLTP für 337 Kilometer, in der Praxis ergeben sich Werte um 250 Kilometer. Je nach Fahrmodus leistet der Corsa-e 82 bis 136 PS. Für die Klasse vorbildlich ist die gute Ausstattung mit Wärmepumpe, Navigationssystem und Klimaautomatik. Seit dem Facelift 2023 mit Vizor-Front und bis zu 156 PS als Corsa Electric vermarktet – der ist aber zu neu, um in der TÜV-Statistik aufzutauchen.

Mit maximal 100 kW dauert das Aufladen des Akkus auf 80 Prozent am Schnelllader ungefähr 30 Minuten.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Das kann er: Einen sicheren Spagat zwischen praktischem Stadt- und vollwertigem E-Auto machen. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt, der Kleinwagen fährt sich komfortabel. Das kostet: Der Einstiegspreis lag mit einst knapp 30.000 Euro mehr als doppelt so hoch wie der für den Basisbenziner. Es stehen drei Ausstattungslinien zur Wahl. Das Platzangebot vorn mit reichlich digitalisiertem Cockpit braucht sich vor vielen Kompakten nicht zu verstecken, im Fond geht es recht eng zu.
Das macht Ärger: Einige Besitzer beschweren sich über Ladeprobleme, die sowohl an AC- als auch an DC-Ladern auftreten. Ursächlich können Kommunikationsstörungen zwischen Fahrzeug und Ladesäule sein. Die Onboard-Hardware gilt als sensibel. Außerdem reagiert das Touch-Infotainment teils sehr träge oder stürzt ab. Der DAB+-Radioempfang wird oft als mäßig beschrieben. Der Klimakompressor geht gern kaputt, er war 2023 Grund für eine Serviceaktion. Das Kraftfahrt-Bundesamt registriert einen Rückruf wegen eines Softwarefehlers.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Achsfederung und -dämpfung sind haltbar. Dafür werden bei der ersten HU häufiger als im Schnitt ausgeschlagene Trag- oder Führungsgelenke an den Achsaufhängungen moniert. Bei der zweiten Prüfung sieht es besser aus. Das gleiche Bild ergibt sich für die Lenkgelenke. Solide dagegen sind die Antriebswellen sowie die Lenkanlage.
Licht
Bis auf ein paar Defekte an der vorderen Beleuchtung zur ersten HU rollt der Corsa-e mit überdurchschnittlich wenigen Mängeln unter die Augen der TÜV-Prüfer.
Bremsen
Die Bremsanlage arbeitet insgesamt zuverlässiger als im Schnitt. Bremsscheiben sind häufiger mangelhaft, die Bremsschläuche sowie -leitungen dagegen top.
Umwelt
Hier kann sich der Opel mehr als sehen lassen: Alle Mängelquoten bewegen sich sehr nahe der Nulllinie.
Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 85,8 (Ø 89,4) | 5,8 (Ø 4,0) | 8,4 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 93,0 (Ø 84,7) | 3,0 (Ø 5,3) | 5,0 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
Fazit
Ungewöhnlich: Die erste Prüfung nach zwei bis drei Jahren ist für den Corsa-e eine größere Herausforderung als die zweite. Möglicherweise kümmern sich die Eigentümer so sorgfältig um den kleinen Stromer, dass er sich bei der zweiten HU kaum eine Blöße gibt. Grundsätzliche Schwachstellen bleiben aber die Achsaufhängungen und die Bremsscheiben. Beides sollten Interessenten vor dem Kauf gut checken.
Service-Links









