Opel Corsa F: Gebrauchtwagen-Test
Worauf kommt's an beim Kauf eines gebrauchten Corsa F?
Gebrauchtwagen-Test Opel Corsa F
Mit seiner sechsten Auflage wurde der Opel Corsa französisch. Die komplette Neuentwicklung ging im Herbst 2019, zwei Jahre nach dem Verkauf der Marke an den PSA-Konzern (heute Stellantis), auf der CMP-Plattform an den Start. Sie beerbte den konstruktiv betagten Corsa E, der im Kern eigentlich nur ein sehr großes Facelift des bereits 2006 eingeführten Opel Corsa D war.
Opel Corsa gebraucht: 12.900 Euro nach knapp 50.000 Kilometern
Der im spanischen Werk Figueruelas gefertigte Franko-Hesse ist ein Volltreffer. Er gehört nicht nur zu den erfolgreichsten Opel-Modellen der Gegenwart, sondern führte zeitweilig sogar die bundesweiten Zulassungs-Charts an! Optisch strahlt der stets fünftürige, 4,06 Meter lange Corsa keinerlei Verzicht aus. Vielmehr wirkt der Bruder des Peugeot 208 wie ein zu heiß gewaschener Opel Astra. Unser Testwagen wird vom Autohaus Tobaben in Buxtehude (Niedersachsen) angeboten.
Der Fünftürer wurde im Oktober 2020 erstmals zugelassen und hat als Editionsmodell alles Wesentliche an Bord. Mit 48.937 Kilometern soll der Dreijährige faire 12.900 Euro kosten. Inklusive "Edition"-Ausstattung und ein paar Extras, die den Alltag angenehmer machen, kostete er laut Schwacke-Datenbank neu einst 18.466 Euro.

Kurven umrundet der Opel Corsa F deutlich agiler als das angestaubte Vorgängermodell.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Viel Angenehmes und Nützliches ist mit an Bord
Davon, dass ein Corsa schon länger keinen Verzicht mehr bedeutet, künden Details wie Sitz- und Lenkradheizung. Sie sorgen für kuschelige Wärme. An heißen Sommertagen kühlt eine Klimaanlage. Unübersichtlich sind die Ausstattungslinien: Je nach Geldbeutel gibt es den Corsa gebraucht im Ausstattungsumfang aufsteigend als "Basis", "Selection", "Edition", "First Edition", "Elegance", "GS-Line" und "Ultimate". Luxuriöse Optionen für solvente Corsa-F-Kunden sind der adaptive Tempomat, der Parkassistent, Panoramadach und die adaptiven Matrix-LED-Scheinwerfer.

Klares Cockpit mit Multifunktionslenkrad, Infotainment und Klavierlack.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Und das inzwischen auch bei Kleinwagen wichtige Thema Infotainment? Das 7-Zoll-Touchsystem verfügt über einen DAB+-Tuner, ist jedoch nicht immer frei von Abstürzen und Rucklern. Dafür beherrscht es Android Auto und Apple CarPlay. Das größere "Navi Pro"-Infotainment besitzt einen 10 Zoll großen Bildschirm. Allerdings bemängeln etliche audiophile Corsa-Fahrer, dass der Sound aus den Serienlautsprechern etwas müde klingt.
Technische Daten: Opel Corsa F 1.2
Motor | Dreizylinder/vorn quer |
|---|---|
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1199 cm³ |
Leistung | 55 kW (75 PS) bei 5750 /min |
Drehmoment | 118 Nm bei 2750/min |
Höchstgeschw. | 174 km/h |
0–100 km/h | 13,2 s |
Tank/Kraftstoff | 40 l/Super |
Getriebe/Antrieb | Fünfgang man./Vorderrad |
Länge/Breite/Höhe | 4060/1765/1433 mm |
Kofferraumvolumen | 309-1081 l |
Leergewicht/Zuladung | 1055/495 kg |
Wie steht es um das Thema Fahrassistenten? Für die Langstrecke gibt es einen Tempomaten, Spurhalteassistent und Verkehrsschild-Erkennung sind ebenfalls serienmäßig mit an Bord. Das Auge erfreut die Zweifarblackierung: leuchtendes Peperoncino-Rot harmoniert prima mit dem optionalen schwarz abgesetzten Dach und den glanzschwarzen 16-Zoll-Alufelgen.
Das 1200er-Basistriebwerk verrichtet brav seinen Dienst
Wie steht es um den Antrieb? Der von uns gefahrene 1200er-Saugbenziner ist die brave Basis. Er erfüllt wie alle Antriebsalternativen die Abgasnorm Euro 6 und reicht aus, um mit rund 5,5 Liter Superbenzin 100 Kilometer weit zu kommen.
Mit nur 75 PS und in Ermangelung eines Turbos darf man jedoch angesichts eines zulässigen Gesamtgewichts von 1,5 Tonnen keine Wunder erwarten. Spürbar kräftiger, jedoch in der Praxis nicht nennenswert durstiger sind die gebraucht deutlich teureren 1.2-DI-Turbo-Benziner mit 100 PS und – als Topversion – mit 130 PS. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt eher exotisch ist der bis Sommer 2023 angebotene, 102 PS starke 1,5-Liter-CommonRail-Diesel: Ihn kann man locker mit weniger als 5 Litern auf 100 km fahren.
Erstaunlich kraftvoll ist die vollelektrische Variante Corsa-e: Mit 136 PS und einem satten Drehmoment von 260 Newtonmetern kann sie mitunter ungestüm an den Vorderrädern zerren. Vernunftbetont bewegt, taugt der 50-kWh-Akku (brutto) für eine Reichweite von 337 Kilometern (WLTP). Wobei im Winter realistisch mit einer deutlich niedrigeren Reichweite kalkuliert werden sollte.
Achtung: Ab Werk ist ein 7,4-kW-Wechselstrom-Lader Standard. Erst die Ausstattung "Edition" unterstützt das Laden mit maximal 11 kW. Am Gleichstrom-Schnelllader sind bis zu 100 kW Ladeleistung möglich.
Im Unterhalt ist der Corsa kein klassisches Schnäppchen: Ungünstige Typklassen sorgen für hohe Versicherungskosten. Dafür haben die Gebrauchtpreise angesichts des jüngst erfolgten Facelifts mit "Vizor"-Grill mittlerweile spürbar nachgegeben.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 5,5 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 120-133 g/km |
Inspektion | 280-500 Euro |
Haftpflicht (19)* | 628 Euro |
Teilkasko (19)* | 681 Euro |
Vollkasko (19)* | 1019 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 6) | 74-100 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 588 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 480 Euro |
Wasserpumpe | 403 Euro |
Zahnriemen | 815 Euro |
Nachschalldämpfer | 365 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1135 Euro |
Bremsscheiben und -klötze | 608 Euro |
Infotainmentbildschirm | 858 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 195/55 R 16 87H) | 700 Euro |
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