Opel Grandland Hybrid, Opel Grandland Electric: Kaufberatung
Benzin oder Batterie – welcher Grandland beweist wahre Größe?

Mit dem Opel Grandland fährt ein voll alltagstaugliches Familien-SUV vor. Die Kaufberatung mit Mildhybrid und Long-Range-Stromer klärt die Antriebsfrage.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Groß, gut gebaut, genügsam – keine Panik, hier ist keine Kontaktanzeige von Parship reingerutscht, das Profil gilt dem Opel Grandland. Das Kompakt-SUV der Rüsselsheimer macht sich immerhin 4,65 Meter lang, wird in Eisenach/Thüringen montiert und kann dank vernünftiger Motorisierungen auch sparsam.
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Doch welcher Antrieb soll es denn sein? Wir stellen Benziner und Batterieelektriker gegenüber und checken, wer was besonders gut kann und wer wo seine Schwachpunkte hat.
Beide stehen auf derselben Plattform
Beide Grandland nutzen die STLA-Medium-Plattform von Stellantis (wie etwa Peugeot 3008), strecken das Ganze auf 4,65 Meter und rücken die Achsen 2,78 Meter auseinander (3008: 4,54/2,74 m). So ergibt sich ein familientaugliches Raumangebot.

Eine für beide: Sowohl der Grandland Electric als auch der Grandland Hybrid nutzen die STLA-Medium-Plattform von Stellantis. Das sorgt für identische Platzverhältnisse.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Bemerkenswerte dabei: Zwischen Hybrid und Hochvolt-Stromer bestehen keine Unterschiede. Vorn werden die Gäste in beiden Kompakt-SUV großzügig untergebracht, genießen ebenso bequeme wie auch gut unterstützende Polster. Auch im Fond bieten beide ein sehr vernünftiges Raumangebot.
Obwohl im Elektriker ein fast 100 kWh großer Akku steckt, genießen die Mitreisenden auch hier ausreichend Luft in allen Richtungen. Nicht mal beim Kofferraum erfordert der Stromer Kompromisse. Wie sein Hybrid-Bruder schluckt er zwischen 550 und 1645 Liter Gepäck – nicht schlecht.
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Den Benziner gibt es nicht mit mehr als 145 PS (darüber nur Plug-in mit 195 PS ab 41.550 Euro), den Elektriker mit großem 93-kWh-Akku nicht schwächer als 231 PS (mit 73-kWh-Akku, ab 46.950 Euro: 213 PS) – entsprechend tun sich im Fahrbetrieb dann deutlich größere Unterschiede auf.
Im E-Auto steckt mehr Dynamik
Dabei wirkt der Elektriker klar souveräner, nicht nur wegen des besseren Spurtvermögens, sondern besonders wegen des deutlich höheren Drehmoments. Direkt nach dem Start tritt er kraftvoll und energisch an, bietet auch mit Zuladung noch Reserven und hinterlässt einen angenehm munteren Eindruck. Nur bei der Höchstgeschwindigkeit schwächelt er mit 170 km/h (Hybrid 202 km/h).

Kraftvoll: Der Grandland Electric tritt energisch an, ist nach 8,8 Sekunden auf Tempo 100. Auch die Reichweite von 538 Kilometern passt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Vorteil des mauen Spitzentempos: ein Verbrauch von 23,0 kWh/100 km (bei 10 °C) und über 510 Kilometer nonstop. In einem anderen Test bei 20 Grad Celsius begnügte er sich sogar mit rund 20 kWh (Reichweite mit Ladeverlusten 538 km).
Hybridantrieb lässt es gemütlich angehen
Der Verbrenner lässt es grundsätzlich eher ruhig und nicht sonderlich spritzig angehen. Gut zehn Sekunden auf Tempo 100 sind erst mal noch okay, wer aber die knappe halbe Tonne Zuladung ausschöpft, erlebt den Dreizylinder angestrengt, schaumgebremst und unter Last auch unwillig knurrend. Akustisch liegt der 48-Volt-Hybrid klar hinten.

Etwas kraftlos: Der Dreizylinder im Verbrenner-Grandland hat durchaus Mühe – vor allem, wenn man die knapp 500 Kilo Zuladung nutzt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch die grundsätzlich ausgewogene Federung des 1.2ers arbeitet eher unwirsch, wenn sich die Fahrbahn schlecht geflickt oder löchrig zeigt. Da bügelt der deutlich schwerere Stromer souveräner und ruhiger über die Flickenteppiche der Republik, liegt insgesamt satt und verbindlich.
Über 50.000 Euro Grundpreis und der Wertverlust von fast 56 Prozent (über 4 Jahre/60.000 km) belasten den Electric Long Range, der aktuell ein knappes halbes Jahr Lieferfrist hat. Der (deutlich schwächere) Hybrid kostet fast 14.000 Euro weniger, verliert im Alter mit gut 50 Prozent weniger an Wert.
Fahrzeugdaten
Modell | Opel Grandland Electric Long Range | Opel Grandland 1.2 Hybrid 145 |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid |
Leistung/Systemleistung | 170 kW (231 PS) | 107 kW (145 PS) |
Drehmoment | 345 Nm | 230 Nm |
0-100 km/h | 8,8 s | 10,2 s |
Vmax | 170 km/h | 202 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad/Einganggetriebe | Vorderrad/Sechsgang-Doppelkupplung |
Testverbrauch – Reichweite | 23,0 kWh/100 km – 510 km | 6,2 l S/100 km – 887 km |
Verbrauch – Reichweite WLTP (CO2) | 18,6 kWh/100 km – 694 km (0 g/km) | 5,6 l S/100 km – k. A. (126 g/km) |
Batteriekapazität/Tank | 96,9 kWh (netto) | 55 l |
Länge/Breite/Höhe | 4650/1905-2103**/1665 mm | 4650/1905-2103**/1665 mm |
Radstand | 2784 mm | 2784 mm |
Kofferraum | 550-1645 l | 550-1645 l |
Leergewicht/Zuladung | 2268/472 kg | 1637/483 kg |
Anhänge-/Stützlast | 1150/80 kg | 1100/80 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 16/21/27 | 19/21/25 |
Grundpreis | 51.750 Euro | 37.990 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 6072,00 Euro | 8072,40 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 440,00 Euro | 1220,00 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0,00 Euro | 352,00 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 8052,56 Euro | 6735,44 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km) | 28.876,50 Euro | 19.291,32 Euro |
Gesamt | 43.441,06 Euro | 35.671,16 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,72 Euro | 0,59 Euro |
So kostet jeder elektrische Kilometer am Ende trotz geringerer Kosten bei Steuer und Wartung sowie des aktuell großen Preisvorteils beim "Tanken" 72 Cent, also 13 Cent mehr als im angenehm sparsamen Verbrenner. Wer sich den staatlichen Elektrobonus sichern kann (bis 6000 Euro), bewegt den Stromer pro Kilometer aber bis zu 10 Cent günstiger.
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