Groß, gut gebaut, genügsam – keine Panik, hier ist keine Kontaktanzeige von Parship reingerutscht, das Profil gilt dem Opel Grandland. Das Kompakt-SUV der Rüsselsheimer macht sich immerhin 4,65 Meter lang, wird in Eisenach/Thüringen montiert und kann dank vernünftiger Motorisierungen auch sparsam.
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Grandland 1.2 Hybrid 145

Opel Grandland 1.2 Hybrid 145
Doch welcher Antrieb soll es denn sein? Wir stellen Benziner und Batterieelektriker gegenüber und checken, wer was besonders gut kann und wer wo seine Schwachpunkte hat.

Beide stehen auf derselben Plattform

Beide Grandland nutzen die STLA-Medium-Plattform von Stellantis (wie etwa Peugeot 3008), strecken das Ganze auf 4,65 Meter und rücken die Achsen 2,78 Meter auseinander (3008: 4,54/2,74 m). So ergibt sich ein familientaugliches Raumangebot.
Opel Grandland Electric Long Range Opel Grandland 1.2 Hybrid 145
Eine für beide: Sowohl der Grandland Electric als auch der Grandland Hybrid nutzen die STLA-Medium-Plattform von Stellantis. Das sorgt für identische Platzverhältnisse.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Bemerkenswerte dabei: Zwischen Hybrid und Hochvolt-Stromer bestehen keine Unterschiede. Vorn werden die Gäste in beiden Kompakt-SUV großzügig untergebracht, genießen ebenso bequeme wie auch gut unterstützende Polster. Auch im Fond bieten beide ein sehr vernünftiges Raumangebot.
Obwohl im Elektriker ein fast 100 kWh großer Akku steckt, genießen die Mitreisenden auch hier ausreichend Luft in allen Richtungen. Nicht mal beim Kofferraum erfordert der Stromer Kompromisse. Wie sein Hybrid-Bruder schluckt er zwischen 550 und 1645 Liter Gepäck – nicht schlecht.
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Grandland Electric Long Range

Opel Grandland Electric Long Range
Den Benziner gibt es nicht mit mehr als 145 PS (darüber nur Plug-in mit 195 PS ab 41.550 Euro), den Elektriker mit großem 93-kWh-Akku nicht schwächer als 231 PS (mit 73-kWh-Akku, ab 46.950 Euro: 213 PS) – entsprechend tun sich im Fahrbetrieb dann deutlich größere Unterschiede auf.

Im E-Auto steckt mehr Dynamik

Dabei wirkt der Elektriker klar souveräner, nicht nur wegen des besseren Spurtvermögens, sondern besonders wegen des deutlich höheren Drehmoments. Direkt nach dem Start tritt er kraftvoll und energisch an, bietet auch mit Zuladung noch Reserven und hinterlässt einen angenehm munteren Eindruck. Nur bei der Höchstgeschwindigkeit schwächelt er mit 170 km/h (Hybrid 202 km/h).
Opel Grandland Electric Long Range
Kraftvoll: Der Grandland Electric tritt energisch an, ist nach 8,8 Sekunden auf Tempo 100. Auch die Reichweite von 538 Kilometern passt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Vorteil des mauen Spitzentempos: ein Verbrauch von 23,0 kWh/100 km (bei 10 °C) und über 510 Kilometer nonstop. In einem anderen Test bei 20 Grad Celsius begnügte er sich sogar mit rund 20 kWh (Reichweite mit Ladeverlusten 538 km).

Hybridantrieb lässt es gemütlich angehen

Der Verbrenner lässt es grundsätzlich eher ruhig und nicht sonderlich spritzig angehen. Gut zehn Sekunden auf Tempo 100 sind erst mal noch okay, wer aber die knappe halbe Tonne Zuladung ausschöpft, erlebt den Dreizylinder angestrengt, schaumgebremst und unter Last auch unwillig knurrend. Akustisch liegt der 48-Volt-Hybrid klar hinten.
Opel Grandland 1.2 Hybrid 145
Etwas kraftlos: Der Dreizylinder im Verbrenner-Grandland hat durchaus Mühe – vor allem, wenn man die knapp 500 Kilo Zuladung nutzt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch die grundsätzlich ausgewogene Federung des 1.2ers arbeitet eher unwirsch, wenn sich die Fahrbahn schlecht geflickt oder löchrig zeigt. Da bügelt der deutlich schwerere Stromer souveräner und ruhiger über die Flickenteppiche der Republik, liegt insgesamt satt und verbindlich.
Über 50.000 Euro Grundpreis und der Wertverlust von fast 56 Prozent (über 4 Jahre/60.000 km) belasten den Electric Long Range, der aktuell ein knappes halbes Jahr Lieferfrist hat. Der (deutlich schwächere) Hybrid kostet fast 14.000 Euro weniger, verliert im Alter mit gut 50 Prozent weniger an Wert.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Elektro
Benziner
Motor
Elektromotor
Dreizylinder, Turbo, Mildhybrid
Leistung/Systemleistung
170 kW (231 PS)
107 kW (145 PS)
Drehmoment
345 Nm
230 Nm
0-100 km/h
8,8 s
10,2 s
Vmax
170 km/h
202 km/h
Antrieb/Getriebe
Vorderrad/Einganggetriebe
Vorderrad/Sechsgang-Doppelkupplung
Testverbrauch – Reichweite
23,0 kWh/100 km – 510 km
6,2 l S/100 km – 887 km
Verbrauch – Reichweite WLTP (CO2)
18,6 kWh/100 km – 694 km (0 g/km)
5,6 l S/100 km – k. A. (126 g/km)
Batteriekapazität/Tank
96,9 kWh (netto)
55 l
Länge/Breite/Höhe
4650/1905-2103**/1665 mm
4650/1905-2103**/1665 mm
Radstand
2784 mm
2784 mm
Kofferraum
550-1645 l
550-1645 l
Leergewicht/Zuladung
2268/472 kg
1637/483 kg
Anhänge-/Stützlast
1150/80 kg
1100/80 kg
Typklassen (HPF/TK/VK)
16/21/27
19/21/25
Grundpreis
51.750 Euro
37.990 Euro
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)*
6072,00 Euro
8072,40 Euro
Wartung (4 Jahre)
440,00 Euro
1220,00 Euro
Steuer (4 Jahre)
0,00 Euro
352,00 Euro
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre)
8052,56 Euro
6735,44 Euro
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)
28.876,50 Euro
19.291,32 Euro
Gesamt
43.441,06 Euro
35.671,16 Euro
Kosten pro Kilometer
0,72 Euro
0,59 Euro
So kostet jeder elektrische Kilometer am Ende trotz geringerer Kosten bei Steuer und Wartung sowie des aktuell großen Preisvorteils beim "Tanken" 72 Cent, also 13 Cent mehr als im angenehm sparsamen Verbrenner. Wer sich den staatlichen Elektrobonus sichern kann (bis 6000 Euro), bewegt den Stromer pro Kilometer aber bis zu 10 Cent günstiger.

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Fazit

von AUTO BILD
Der sparsame Hybrid ist deutlich günstiger, wirkt mit dem großen Opel-SUV aber schnell überfordert. Der Stromer mit brauchbarer Reichweite rechnet sich erst bei Förderung und heimischer Wallbox, wirkt insgesamt allerdings souveräner.