Opel Meriva A: Gebrauchtwagen-Test
Ist der Meriva ein Alltagsheld zum Discounttarif?

Bild: Tom Salt
Das wahre Leben belohnt hohen Nutzwert langfristig oft deutlich stärker als Prestige. Und genau in solchen Momenten schlägt dann die Stunde des Opel Meriva A. Die vermeintlich graue Maus im bunten Fahrzeugreigen wurde bereits vor gut 14 Jahren aus dem Opel-Neuwagenprogramm aussortiert, ist aber auf hiesigen Straßen noch immer erstaunlich präsent. Den Grund dafür liefern die bemerkenswerten inneren Werte des 4,05 Meter kurzen Mini-Vans. Seine kluge Raumaufteilung gibt es mittlerweile zu einem Preisniveau, das tatsächlich etwa auf Augenhöhe mit einem E-Bike der besseren Sorte liegt.
Das ist er: Als kleiner Bruder des kompakten Zafira A rollte der Meriva 2003 erstmals in die Schauräume der Händler. Sein Konzept war: kompakte Außenmaße gepaart mit einem erstaunlich flexiblen Innenraum. Die Basisversion war arg zweckmäßig, doch die gehobenen Linien brachten Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber und etwas feinere Materialien ins Spiel. Wer es besonders schick oder günstig wollte, griff zu einem der zahlreichen Sondermodelle wie dem "Active" oder dem von uns getesteten "Edition" oder zu den diversen recht attraktiven Ausstattungspaketen.

Als Wahl der Vernunft wird der große kleine Opel recht interessant, wenn das Budget weniger als 5000 Euro beträgt.
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Ende 2005 gab es ein Facelift, das für eine gestraffte Front mit neuem Grill, modifiziertem Stoßfänger und verfeinerte Materialien im Innenraum sorgte. Dadurch gewann der sachlich gezeichnete Opel moderat an optischem Charme. Frische Motoren, ein überarbeitetes Fahrwerk und Sicherheitsfeatures wie ESP waren entscheidender für die Konkurrenzfähigkeit im damals umkämpften Mini-Van-Segment.
Technische Daten
1.4 | 1.8 Easytronic | 1.7 CDTI | |
|---|---|---|---|
Motor | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer | Vierzylinder/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Hubraum | 1364 cm³ | 1796 cm³ | 1686 cm³ |
Leistung | 66 kW (90 PS) bei 5600/min | 92 kW (125 PS) bei 6000/min | 74 kW (100 PS) bei 4400/min |
Drehmoment | 125 Nm bei 4000/min | 165 Nm bei 4600/min | 240 Nm bei 2300/min |
Höchstgeschwindigkeit | 168 km/h | 190 km/h | 178 km/h |
0–100 km/h | 14,4 s | 12,3 s | 13,4 s |
Tank/Kraftstoff | 53 l/Super | 53 l/Super | 53 l/Diesel |
Getriebe/Antrieb | Fünfgang manuell/Vorderrad | Fünfgang-ASG/Vorderrad | Fünfgang manuell/Vorderrad |
Länge/Breite/Höhe | 4052/1694/1624 mm | 4052/1694/1624 mm | 4052/1694/1624 mm |
Kofferraumvolumen | 415-1410 l | 415-1410 l | 415-1410 l |
Leergewicht/Zuladung | 1330/455 kg | 1380/455 kg | 1455/455 kg |
Anhängelast | 665-1000 kg | 675-1300 kg | 675-1000 kg |
Das hat er: Haupttrumpf des Meriva ist sein Innenraumkonzept: An Bord mag man kaum glauben, dass man es mit einem Corsa-Abkömmling zu tun hat. Das FlexSpace-System, bei dem sich die Rücksitze einzeln verschieben, klappen oder komplett versenken lassen, umweht sogar ein Hauch von Genialität. Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich der kleine Opel in einen Laderiesen mit bis zu 1410 Liter Volumen und einem Top-Quadermaß – was perfekt ist für Familien und Hobbyhandwerker. Die erhöhte Sitzposition ist sonst ein gern angeführtes SUV-Kaufargument. Sie sorgt zusammen mit der großzügigen Verglasung für eine angenehme Übersicht im Verkehr und macht den Meriva besonders bei älteren Fahrern beliebt.

Der Interieur-Stil ist schnörkellos und pflegeleicht, tadellose Bedienbarkeit, nachgerüsteter Parkwarner.
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So fährt er: Am Steuer des Meriva A merkt man schnell, dass er kein Sportler ist – es sei denn, man sitzt in der ultraseltenen OPC-Version mit 180 PS. Der kleine Van ist grundsätzlich auf Komfort ausgelegt: Das Fahrwerk federt, insofern die Dämpfer intakt sind, Straßenschäden passabel weg. Das Handling ist gutmütig, aber nicht dynamisch. Die gängigen Benziner bis 105 PS sind für den Stadtverkehr ausreichend, kommen aber auf der Autobahn recht schnell an ihre Wohlfühl-Grenzen. Wer öfter längere Strecken zurücklegt, wird mit dem 1.8-Benziner mit 125 PS oder einem drehmomentstarken Diesel glücklicher. Letzterer ist allerdings akustisch recht präsent.

Auf Komfort ausgelegt: Das Handling des Meriva ist gutmütig, aber nicht dynamisch.
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Stärken
- Variables Raumangebot
- Geringe Fixkosten
- Gebrauchtwagenpreise sind niedrig
Schwächen
- Zustand stark pflegeabhängig
- Mäßige Fahrdynamik
- Teilweise Rostprobleme
Das macht Ärger: Opel bot ab Werk zwei Jahre Neuwagengarantie, zwei Jahre Lackgarantie und zwölf Jahre Durchrostungsschutzgarantie. Da diese Herstellerzusicherungen bereits alle (teilweise deutlich) abgelaufen sind, sollte man vor dem Kauf besonders genau hinschauen. Typische Schwachstellen gibt es mehrere: Die Komfortelektrik, etwa bei Fensterhebern und Zentralverriegelung, macht im Alter gelegentlich Probleme. Auch die Lenkung ist nicht immer unauffällig – Knackgeräusche beim Einschlagen können auf einen recht kostspieligen Schaden in Form eines verschlissenen Lenkgetriebes hinweisen.
Rost ist ein weiteres Thema. Der Meriva ist zwar kein klassischer Schnellroster, jedoch kann es insbesondere an den Türunterkanten und Radläufen nach 14 bis 21 Jahren bereits massiv blühen. Anfahrschäden durch unaufmerksame Vorbesitzer sind zusätzliche mögliche Rostherde. Ein besonderes Augenmerk sollte man generell auf oftmals kostspielige Ölleckagen und bei den Dieselmodellen auf den Zustand des Partikelfilters, der Injektoren und des Turboladers legen. Außerdem ist wichtig, dass die Vorbesitzer die Wartungsintervalle ernst genommen haben, denn verschleppte Reparaturen wiegen gemessen am Kaufpreis überproportional hoch. Beim Kraftfahrt-Bundesamt sind insgesamt drei Rückrufe für den Meriva A wegen eines Fehlers im Gasgenerator des Fahrerairbags (2024), eines Lenkgetriebefehlers (2008) und aufgrund von Materialermüdung der Gurtpeitsche (2005) hinterlegt.
Unterhaltskosten
Testverbrauch | 6,9 l S/100 km |
|---|---|
CO2 | 154 g/km |
Inspektion | 250-550 Euro |
Haftpflicht (17)* | 760 Euro |
Teilkasko (12)* | 784 Euro |
Vollkasko (10)* | 933 Euro |
Kfz-Steuer (Euro 4) | 94 Euro |
Ersatzteilpreise*
Lichtmaschine (AT) | 914 Euro |
|---|---|
Anlasser (AT) | 449 Euro |
Wasserpumpe | 608 Euro |
Zahnriemen | entf., Steuerkette |
Nachschalldämpfer | 432 Euro |
Kotflügel vorn links, lackiert | 1199 Euro |
Bremsscheiben und -klötze v. | 729 Euro |
MP3-Radioeinheit | 643 Euro |
4 Sommerreifen (Dimension 205/50 R 16 H) | 550 Euro |
Service-Links
































