Minivans wie der Opel Meriva kommen dem Ideal der eierlegenden Wollmilchsau schon recht nahe. Außen sind sie winzig und stadttauglich, innen riesig und familienfreundlich. Dabei ermöglicht die hohe Sitzposition schöne Aussicht, die kantige Form gute Übersicht. Dank moderner Dieselmotoren ist der Meriva sowohl sparsam als auch langstreckentauglich.  Kaum zu glauben, dass dieser Opel die technische Basis des Corsa C geerbt hat. Mit einer Länge von 4,05 Metern ist er 26,5 Zentimeter kürzer als ein Zafira A. Doch der lange Radstand (nur 6,4 Zentimeter kürzer als beim Zafira) und das Sitzkonzept Flex Space machen den Kleinen zu einem Raumriesen.
Opel Meriva A
Unser Kandidat ist ein Meriva A 1.7 CDTI aus dem Jahr 2008. Laufleistung: 108.000 Kilometer, Preis: 6950 Euro.
Der mittlere Sitz der Rückbank lässt sich versenken, damit die beiden äußeren Sitze um 7,5 Zentimeter nach innen rücken können. Schiebt man noch die komplette Bank nach hinten, wird der Meriva zu einem bequemen Reisemobil für vier. Allerdings schrumpft dann der Kofferraum auf 330 Liter. Schiebt man die Rückbank ganz nach vorn, wächst der Kofferraum auf 533 Liter. Als Fünfsitzer sind es 491 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen und einer Laderaumlänge von knapp 1,70 Metern üppige 1308 Liter. Wem das immer noch nicht reicht, der legt zusätzlich den Beifahrersitz flach, dann sind es sogar mehr als 2000 Liter! Wer die üppige Zuladung von 460 Kilogramm öfter mal nutzt, sollte keinen Motor unter 100 PS wählen. Vor allem der 1.3 CDTI mit 75 PS nervt mit einem großen Turboloch. Dagegen wirken die beiden 1.7 CDTI (100 und 125 PS) geradezu agil. Ab 10/2006 haben beide 1.7 CDTI serienmäßig einen Partikelfilter, gepflegte Exemplare mit einer Laufleistung von 100.000 Kilometern starten bei 4000 Euro. Die Benziner gibt es sogar schon ab 2500 Euro, dann stehen allerdings auch 120.000 bis 180.000 auf dem Kilometerzähler.
Im AUTO BILD-Dauertest bereitete ein Meriva 1.7 CDTI keine gravierenden Probleme. Hauptärgernis war eine mehrfach nötige Starthilfe wegen des optionalen DVD-Entertainment-Systems auf den Rücksitzen. Es verbrauchte auch in abgeschaltetem Zustand Strom und entleerte die Batterie. Ein Software-Update behob das Problem. Ansonsten waren auf 100.000 Kilometern nur neue Bremsscheiben und -beläge fällig; eine gute Bilanz.  Die bestätigte sich auch nach der Demontage. Motor und Getriebe zeigten sich in einwandfreiem Zustand, die Hohlräume waren perfekt mit Wachs geschützt. Das gilt leider nicht für die Unterkanten der Türen, die bei vielen Meriva schon nach vier Jahren ersten Rost angesetzt haben.
Worauf Sie beim Kauf eines Opel Meriva A achten sollte, zeigen wir oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Fazit

Ein kleiner Familienfreund mit viel Platz, flexiblem Sitzkon­zept und solider Technik. Tipp: Kein Modell mit Easytronic nehmen, auf Kantenrost an Tü­ren achten. Wertung: 3,5 von fünf Sternen.