Opel Mokka A: Gebrauchtwagen-Test
Opel Mokka gebraucht: Wenn er nur dicht wäre!
Gebrauchtwagen-Test Opel Mokka
Mit überdurchschnittlicher Zuverlässigkeit machte Opel früher Reklame. Gilt das auch für den General-Motors-Mix namens Opel Mokka? Ja, bis auf den Ölverlust.
- Martin Braun
Viele Köche verderben den Brei – so eine landläufig genutzte Redewendung. Demnach müsste der Opel Mokka ein grauenhaftes Gebräu sein. Denn die Zahl der Mitwirkenden könnte hier kaum größer sein. Das liegt am weitverzweigten und international verwobenen General-Motors-Konzern mit Hauptsitz in den USA, von wo auch der Auftrag zur Entwicklung eines Mini-SUV kam.
Weil es wieder mal nichts kosten durfte, wurde als Unterbau für das Projekt eine gut abgehangene Plattform von der südkoreanischen GM-Tochter Daewoo auserkoren. Dazu wählte man Motoren der deutschen GM-Tochter Opel und der japanischen Tochter Isuzu sowie Getriebe von General Motors selbst. Je nach Zielmarkt sollte das Mini-SUV unter unterschiedlichen Namen auftreten: Opel Mokka, Vauxhall Mokka, Chevrolet Trax, Buick Encore.
Opel Mokka gebraucht: Der fährt nicht nur ordentlich, er hält vor allem lange
Produziert wurde das Auto ab 2012 zunächst im südkoreanischen Ex-Daewoo-Werk, das ab 2014 auch Teilesätze ins spanische Opel-Werk lieferte, sodass die Europa-Versionen dort gebaut werden konnten. Bei so vielen Köchen und so vielen Zutaten aus aller Herren Länder kann doch nur eine unbekömmliche Mixtur herauskommen. Von wegen! Der Mokka fährt nicht nur ordentlich, er hält vor allem lange und empfiehlt sich deshalb klar für Gebrauchtwagen-Interessenten.

Der Mokka A war ein erfolgreiches Auto. Schade, dass der Nachfolger (Mokka B) nicht mit Allradantrieb angeboten wird.
Bild: Toni Bader
Gut, die Federung könnte komfortabler sein und auch der Knieraum im Fond etwas größer, sodass erwachsene Passagiere auf der Rücksitzbank nicht immer mit den Vornesitzenden über die Position der Sitze verhandeln müssen, um ausreichend Kniefreiheit zu erhalten. Aber dafür ist der Mokka auch nur 4,28 Meter kurz und beansprucht folglich kaum mehr Parkraum als heutige Kompakt-Pkw. Gewöhnungsbedürftig ist für den Fahrer der Blick auf die Fahrbahn durch die weit nach vorne gerückte Frontscheibe.
Kleine Nachteile werden von der Problemlosigkeit überstrahlt
Echte Nachteile sind dagegen die mit 1200 Kilogramm auch für diese Klasse sehr dürftige Anhängelast und die mit 160 mm magere Bodenfreiheit. Zudem fällt an der Frontpartie die extrem weit heruntergezogene Spoilerschürze auf, die den vorderen Böschungswinkel auf 11 (!) Grad reduziert. Das schürt die Gefahr von teuren Aufsetzern bereits an harmlosen Hindernissen wie höheren Bordsteinen. Hier besteht die Gefahr von Bruch und teurem Austausch. Nicht wenige Mokka fahren deshalb mit ramponierten und teilweise sogar notdürftig mit Kabelbindern und Klebstoff geflickten Bugschürzen herum.
Technik
Opel Mokka 1.4 T 4x4 | |
|---|---|
Allradantrieb | semipermanent über el. gereg. Lamellenkupplung |
Kraftverteilung v:h | 100:0 - 50:50 |
Traktionshilfen | el. Schlupfregelung durch Bremseingriff v+h |
Geländeuntersetzung | – |
Aufbauweise | selbsttragend, Stahlblechkarosserie |
L/B/H | 4278/1781/1658 mm |
Bodenfreiheit/Wattiefe | 160/300 mm |
Tankinhalt | 52 l |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1200/500 kg |
Kofferraumvolumen | 362-1372 l |
Doch all diese kleineren Nachteile werden überstrahlt von der Problemlosigkeit des Mokka. Die Technik hält einfach. Egal ob Lenkung, Vorderachsgelenke, Bremsanlage, Motoren, Getriebe, Allradantrieb oder die sonst häufig gescholtene Elektrik und Elektronik – nirgends gibt es Schwachstellen, die zu ärgerlichen Pannen und vorzeitigen Reparaturen führen. Gut, die hinteren Scheibenbremsen neigen bei selten gefahrenen Mokka zur Rostbildung und zum Festgehen. Zur Vorsorge hilft da nur ab und zu kräftiges Bremsen.
Die HU müssen Mokka-Fahrer nur wegen Ölverlust fürchten
Lediglich vor den Hauptuntersuchungen müssen sich die Mokka-Besitzer fürchten. Nicht wegen Rost, der äußerst selten vorkommt, oder verschlissenen Traggelenken, sondern praktisch ausschließlich wegen Ölverlusts. Dies ist die einzige, dafür aber auch unangenehme Schwachstelle des Mokka. Sie betrifft grundsätzlich alle Versionen, vor allem aber den zwischen 2012 und 2015 angebotenen 1.7 CDTI mit dem 1,7-Liter-Turbodieselmotor von Isuzu.
Ersatzteilpreise*
Kotflügel vorn | 209 Euro |
|---|---|
Scheinwerfer | 299 Euro |
Bremsscheiben vorn (ein Satz) | 548 Euro (inkl. Bremsklötzen) |
Bremsklötze vorn (ein Satz) | 548 Euro (inkl. Bremsscheiben) |
Schaltgetriebe (AT) | 3007 Euro |
Motor ohne Anbauteile (AT) | 3359 Euro |
Generator (neu) | 496 Euro |
Anlasser (neu) | 522 Euro |
Wasserpumpe (neu) | 218 Euro |
Auspuff ohne Kat | 1700 Euro |
Ein bisschen Dichtmasse hilft da nicht. Es gibt dabei hier mehrere Möglichkeiten, wo Öl austritt: Simmerring zwischen Motor und Getriebe, Ölwannendichtung, Steuerkettengehäuse, nicht selten aber überall ein wenig, was sich dann summiert und von den Prüfern nicht toleriert wird. Letztlich ist der Ölverlust aber das einzige Problem, das den Genuss dieses Mokka wirklich verderben könnte.
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