Opel Vectra i500 (1998): Gebrauchtwagen
Dieser Opel Vectra ist an einen Tourenwagen angelehnt

Der Opel Vectra i500 ist ein echter Exot, nur 2500 Stück wurden gebaut. Unverbastelte Exemplare sind praktisch kaum noch zu finden – hier ist eines!
Bild: eBay/opel2210
Ein Auto für Biedermänner – dieses Image haftet dem Opel Vectra bis heute an. Doch dieser Vectra B ist alles andere als bieder. Ganz im Gegenteil!
Außerhalb des Opel-Kosmos haben vermutlich nur wenige Leute schon mal vom Vectra i500 gehört – ein Sondermodell, das vom Opel-Spezialisten Irmscher entwickelt und gebaut wurde. Das Besondere: Das ursprünglich auf 500 Exemplare limitierte Editionsmodell konnte ab 1998 beim örtlichen Opel-Händler als Stufenheck oder Caravan bestellt werden. Trotz eines Basispreises von mehr als 60.000 DM war die Nachfrage so hoch, dass Opel die geplante Stückzahl auf etwa 2500 Stück verfünffachte.
Unverbastelte i500 sind selten
Heutzutage sind originale i500 allerdings sehr rar, viele Exemplare fielen 90er-Jahre-Tuningsünden zum Opfer oder wurden einfach verbraucht – nicht selten ist beides der Fall. Umso erstaunlicher, wenn plötzlich ein vollkommen uverbastelter Vectra i500 in der charakteristischen Farbe "Brokatgelb Metallic" auftaucht und bei eBay angeboten wird – ohne Mindestpreis.

Der Heckspoiler und das doppelflutige Endrohr sind original, allerdings ist eine Remus-Abgasanlage verbaut. Serienmäßig liegt der i500 20 Millimeter tiefer.
Bild: eBay/opel2210
Zwar hat der 28 Jahre alte Vectra schon fast 220.000 Kilometer auf dem Buckel, doch die hohe Laufleistung sieht man dem Opel auf den Bildern nicht an. Kein Wunder: In den vergangenen Jahren wurde in den 195 PS starken i500 kräftig investiert – der Verkäufer spricht von einem teilweisen Neuaufbau.
So wurde der Vectra vor fünf Jahren im Originalfarbton neu lackiert, und die BBS-Felgen wurden in 17 Zoll neu gepulvert. Mit kosmetischen Maßnahmen war es aber nicht getan: 2023 wurde der Zahnriemen gewechselt, 2024 die Kupplung getauscht. Im selben Jahr gab es außerdem vier neue Reifen. Und auch das Fahrwerk wurde umfangreich überholt. Der letzte Ölwechsel wurde im Juni 2026 durchgeführt. Besonders wichtig beim i500: Die originalen Anbauteile sind alle vorhanden und intakt.
An die STW-Rennwagen angelehnt
Das Sondermodell kam 1998 als Hommage an die damaligen STW-Rennwagen auf den Markt. Das erklärt auch die für Opel-Verhältnisse aggressive Optik. Die Frontschürze hat zusätzliche Luftschlitze (ohne Funktion), die Seitenschweller sind weiter heruntergezogen, und auf den Heckdeckel thront ein markanter Spoiler mit dritter Bremsleuchte. Mit dem Facelift wurde der i500 optisch noch mal leicht überarbeitet, so entfiel etwa die dritte Bremsleuchte im Spoiler.

Um dem V6 mehr Leistung zu entlocken, änderte Irmscher die Ansaugung, verbaute eine andere Nockenwelle und passte die Software an. Das Ergebnis sind 195 PS und 240 Nm.
Bild: eBay/opel2210
235 PS und 236 km/h Topspeed
Unter der Haube des i500 steckt ein 2,5-Liter-V6 (X25XE). Zwar gab es den Motor auch im normalen Vectra, für das Sondermodell wurde der Sechszylinder jedoch von Irmscher überarbeitet. Dank veränderter Ansaugung, anderer Nockenwelle und einer angepassten Software stieg die Leistung von 170 auf 195 PS. Stärker war nur der noch seltenere Vectra i30 mit 220 PS.
Der i500 wurde ausschließlich mit Handschaltung angeboten. Wer es drauf anlegt, kann den i500 in 7,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und bis zu 236 km/h erreichen. Beachtliche Werte für eine Limousine – erst recht in den 90er-Jahren.

Weitestgehend originaler Innenraum: Das Radio und die Handyhalterung sind nachgerüstet. Für knapp 220.000 Kilometer macht das Cockpit keinen schlechten Eindruck.
Bild: eBay/opel2210
Die Ausstattung dieses Vectra ist umfangreich: Leder, Sitzheizung vorne, elektrisches Schiebedach, Klimaautomatik und mehr sind an Bord.
Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis: Das aktuelle Höchstgebot liegt bei 5750 Euro. Interessanterweise ist dasselbe Auto parallel bei Kleinanzeigen inseriert, wo der Preis kürzlich von 16.999 auf 13.500 Euro reduziert wurde.
Auktion ohne Mindestpreis
Wie bereits erwähnt, wird der i500 ohne Mindestpreis versteigert. Ein Preisvergleich ist kaum möglich, da nur wenige i500 angeboten werden, wovon die meisten auch in einem bemitleidenswerten Zustand sind.
Wer also auf der Suche nach einem der seltensten Opel der 90er-Jahre ist, könnte mit diesem i500 glücklich werden. Vorausgesetzt, dass der Rost dem Vectra nicht allzu stark zugesetzt hat.
Fazit
Ich kennen den Opel Vectra i500 noch aus dem Autoquartett, wo er mir nicht nur aufgrund seiner auffälligen Farbe im Gedächtnis geblieben ist. Heutzutage ist das Sondermodell ein echter Exot und praktisch kaum noch zu finden. Wenn dieses Exemplar keine gravierenden Rostprobleme hat, kann man auf jeden Fall zuschlagen.
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