Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will, dass gesetzlich Krankenversicherte auf der seit Oktober 2011 ausgegebenen elektronischen Gesundheitskarte ihren Willen zur Organspende erklären. "Die Bereitschaft ist bei vielen da. Es muss aber immer eine freiwillige Entscheidung bleiben", so der Politiker. Diese sogenannte Erklärungslösung hat auch der Bundesrat gefordert. Zudem will die Länderkammer, dass im Fall einer ausgebliebenen Erklärung nicht mehr Angehörige über Organentnahmen entscheiden, sondern eine zu Lebzeiten benannte Vertrauensperson. Der Bundestag berät noch. Die Wartelisten der Verteilungsorganisation Eurotransplant in Leiden (Holland) enthalten rund 12.500 Namen aus Deutschland. Im Schnitt sterben davon jede Woche 21 Patienten, weil der passende Spender nicht gefunden wurde. Ein neues Organ bekamen im Jahr 2010 nur 1296 Menschen, rund 20 Prozent der Spenderorgane stammen aus Unfällen. Etwa jeder fünfte Deutsche besitzt einen Organspendeausweis.

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