Mit dem Bezahlen des Parktickets ist der Besuch eines Parkhauses nicht automatisch beendet. Denn theoretisch ist es möglich, dass man nachzahlen muss, wenn man sich bei der Ausfahrt zu viel Zeit lässt. Doch wie viel Zeit hat man tatsächlich, um das Parkhaus zu verlassen?
Denn je nachdem, wo das Auto in dem Gebäude steht, kann es länger dauern, bis man bei seinem Wagen angekommen ist. Dann dauert es möglicherweise länger als sonst, die Kinder im Auto unterzubringen, und eventuell ist gerade auch mehr los – dann kann es entscheidend sein, wie viel Zeit man hat, um rauszufahren. Denn sonst muss man möglicherweise für eine weitere Stunde nachzahlen, um das Parkhaus verlassen zu können.

Zeit bis zur Ausfahrt: Keine allgemein gültige Regelung

Wie der Bundesverband Parken bei der dpa erklärt, gibt es allerdings keine allgemein gültige Regelung, wie viel Zeit einem Fahrer nach dem Bezahlen bleibt. Das komme auf die Größe des Parkhauses an, da die Fußwege unterschiedlich sind, heißt es.
Grundsätzlich könne man "wahrscheinlich von circa 10 bis 15 Minuten" ausgehen, so der Bundesverband. Heißt: Die Parkhausbetreiber legen in der Regel selbst fest, welche Karenzzeit sie den Besuchern einräumen.
Verkehrsrechtler Ingo-Julian Rösch aus Nürnberg betont, dass die Regelung angemessen fair sein müsse, sonst sei sie unwirksam. Im Streitfall würde dann ein Gericht den angemessenen Zeitraum festlegen, und dabei seien die Richter in der Regel "eher großzügig". Und wenn es im Fall der Fälle tatsächlich zu einer Nachzahlung kommt? Für ein paar Euro ziehen schließlich die wenigsten vor Gericht.

Unter Vorbehalt zahlen

"Die praktischste Lösung ist, erst mal diesen Betrag unter Vorbehalt zu zahlen", sagt Rösch. Man sollte die Belege für die Zahlungen aufbewahren, um sie als Nachweis zu nutzen, und anschließend den Betreiber des Parkhauses kontaktieren. Denn es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Betreiber kulant ist und den nachgezahlten Betrag erstattet.