Partnerschaft Opel/GAZ
Wer ist eigentlich GAZ?

35 Prozent der Opel-Anteile will sich die russische Sberbank sichern – und damit auch dem eigenen Auto-Partner GAZ wieder auf die Beine helfen. In Nischni Nowgorod trifft moderne Opel-Technik auf altes GAZ-Eisen.
- Jochen Knecht
Bei GAZ in Nischni Nowgorod soll künftig der Opel Astra gebaut werden, erfuhr AUTO BILD aus Unternehmenskreisen. Klingt ziemlich abenteuerlich – zumal in Deutschland kaum jemand weiß, wer oder was hinter Gorkowski Awtomobilny Sawod, kurz GAZ, eigentlich steckt. Und, ehrlich gesagt: Das ist auch gar nicht so einfach zu erklären. Denn der gemeine russische Oligarch legt sein meist gut verschachteltes Firmen-Geflecht nur ungern offen. Schon gar nicht in Zeiten der Wirtschaftskrise. Das gilt auch für Oleg Deripaska – den Mann hinter GAZ und einiger anderer russischer Riesen-Konzerne. Mit dem Aluminium-Riesen Rusal, GAZ und unzähligen kreditfinanzierten Firmenbeteiligungen brachte es Deripaska in den Jahren 2007 und 2008 auf ein Vermögen von geschätzten 30 Milliarden Dollar und kaufte sich bei Autozulieferer Magna und dem österreichischen Baukonzern Strabag ein – nur um im Spätfrühling der internationalen Finanzkrise fast 90 Prozent seines Vermögens in den Sand zu setzen. Und so jemand steigt bei Opel ein? Nicht wirklich!
Der russische GAZ-Konzern beteiligt sich nicht direkt an Opel

Mit dem Sebring-Klon Siber kam für GAZ die Krise

Riesiges GAZ-Händlernetz
Die Folgen sind verheerend. Aktuell ist die Siber-Produktion auf ein Minimum heruntergefahren. Gerüchteweise stehen die Bänder ganz still. Ein Viertel der gut 12.000 GAZ-Beschäftigten wurden entlassen, weiteren 3000 Arbeitern droht die Kündigung. Da wundert es nicht, dass Oleg Deripaska scharf auf Technik made in Rüsselsheim ist. Die Autos von Opel sind in Russland sehr begehrt, als Importmodelle aber unverhältnismäßig teuer. Gebaut in Nischni Nowgorod und vertrieben über das riesige GAZ-Händlernetz könnte sich das aber schon bald ändern – und damit Opel und GAZ wieder auf die Räder helfen. Für den braven GAZ 31 Wolga droht allerdings noch keine Gefahr. Der solle, so das offizielle Statement aus der GAZ-Zentrale, so lange weitergebaut werden, "wie der Markt ihn braucht".
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