Peugeot 207/208: TÜV-Report – Schwachstellen, Probleme, Mängel
Gebrauchter Peugeot 207/208: Hier ist Vorsicht geboten

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Während andere ihre Kleinwagen aufgegeben haben, halten die Franzosen am 208 fest – und bekommen mit Generation II sogar Abgasanlage und Licht in den Griff. Der Überblick aus dem TÜV-Report 2026.
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim Peugeot 207 und Peugeot 208 achten sollten: die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
Peugeot 208 II
- Bauzeit: 2019 bis heute
- Motoren: 75 PS (1.2 PureTech 75) bis 145 PS (1.2 Hybrid 145)
- Gebrauchtpreis: ab 10.000 Euro

Die zweite Generation des Peugeot 208 ist seit 2019 auf dem Markt. Eine überarbeitete Version kam 2023 in den Handel.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das ist er: Knapp zehn Zentimeter länger als zuvor und mit aggressiverer Anmutung sowie SUV-Anleihen (steilerer Grill, teils verkleidete Radläufe). Das "Auto des Jahres 2020" ist seit dem Modellwechsel nur als Fünftürer zu haben.
Das kann er: Gut aussehen – worunter allerdings Platzangebot und Übersichtlichkeit leiden. Zunächst drei Benziner, ein Diesel und eine E-Version. Die Hybride kamen 2023 mit dem Facelift hinzu.
Das macht Ärger: Inzwischen viele Rückrufe, unter anderem wegen Kabelbaumproblemen, loser Spurstangen, Brandgefahr, eCall-Ausfall, defekter Batteriesteuergeräte und Bruchgefahr der Hinterachse.
Peugeot 208 I
- Bauzeit: 2012 bis 2019
- Motoren: 68 PS (68 VTi, 1.2 PureTech) bis 208 PS (GTi 30th)
- Gebrauchtpreis: ab 3000 Euro

Der erste Peugeot 208 in der Facelift-Version ab 2015.
Bild: Toni Bader
Das ist er: 137 Kilo leichter und etwas kürzer als sein Vorgänger, optisch gereift. Üppig: ABS, ESP, sechs Airbags, Berganfahrhilfe und Tempomat schon in der Basisversion. Kombi und Cabriolet gibt's beim 207-Nachfolger mehr.
Das kann er: Mit seiner – abgesehen vom GTi – weichen Federung Fahrkomfort in der Stadt und über Land bieten. Üppige Motorenauswahl bis hin zum 120-PS-Diesel. Der große Wendekreis ist in der Stadt aber nervig. Sitze nur mäßig bequem.
Das macht Ärger: Wassereinbrüche aufgrund von Dichtungsmängeln, schnell verschlissene Kupplungen. Viele Rückrufe, u. a. Probleme mit Achsschrauben und Zahnriemen.
Peugeot 207
- Bauzeit: 2006 bis 2012 (CC bis 2015)
- Motoren: 68 PS (1.4 HDi) bis 174 PS (1.6 16V RC)
- Gebrauchtpreis: ab 800 Euro

Peugeot 207: Unser Bild zeigt den Franzosen in der überarbeiteten Version ab 2009. 2012 wurde der Peugeot 207 durch den 208 abgelöst.
Bild: Toni Bader
Das ist er: Ein Typ mit freundlichem (Tendance/Filou) oder sportivem Auftritt (Platinum/Sport). Mit Steilheck, Kombi und Klappdachcabrio gibt es drei Versionen. Vier Airbags und ABS sind Serie, später kamen Kopfairbags und ESP hinzu.
Das kann er: Günstig in der Anschaffung sein. Dafür sind die Seriensitze eher unbequem, das Fahrwerk neigt zum Poltern. 2007 kamen sparsame Benziner (95 und 120 PS) wie im Mini, darüber giftige Turbos, darunter gefilterte Diesel.
Das macht Ärger: Zicken der Elektrik. Turboschäden am 1.6-Diesel, Problem-Kettenspanner im 150-PS-Benziner. Rückruf 2016: Brandgefahr wegen defekter Sitzheizung.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Kein Ruhmesblatt, aber insgesamt vertretbare Werte für die Achsaufhängungen. Federn, Dämpfer und Lenkgelenke des 207 werden etwas häufiger beanstandet, die beiden 208er sind hier unauffällig. Das gilt auch für die Antriebswellen aller drei Modellgenerationen.
Licht
Gute Werte für den 208 II, die insgesamt die Note 1 ergeben. Sechs oder mehr Jahre alte 208 I stehen nicht so gut da, gerade bei Abblendlicht, Blinkern und hinterer Beleuchtung. Der 207 ist vor allem beim Abblendlicht und der hinteren Beleuchtung anfällig.
Bremsen
Verschlissene Bremsscheiben produzieren alle drei Generationen zu häufig. Handbremse, Bremsleitungen und -schläuche überzeugen dagegen langfristig bei allen. Die Funktion der Fußbremse ist beim 208 II top, beim 208 I mittelmäßig, der 207 wiederum ist besser als sein Nachfolger.
Umwelt
Nach sechs und mehr Jahren steigen die Mängelquoten die Abgasanlagen kräftig an. Ölfeuchte ist vor allem ein 207-Thema, verhauene AUs insbesondere das der ältesten 208.
Mängeleinteilung*
Alter | Ø Laufleistung in km | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängeöl | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 34.000 (Ø 45.000) | 91,6 (Ø 89,4) | 2,8 (Ø 4,0) | 5,6 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 47.000 (Ø 65.000) | 87,4 (Ø 84,7) | 4,9 (Ø 5,3) | 7,7 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 64.000 (Ø 88.000) | 72,8 (Ø 78,8) | 11,7 (Ø 7,6) | 15,5 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 83.000 (Ø 112.000) | 67,5 (Ø 71,7) | 12,6 (Ø 10,0) | 19,9 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 97.000 (Ø 131.000) | 60,9 (Ø 64,7) | 14,0 (Ø 12,4) | 25,0 (Ø 22,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 113.000 (Ø 150.000) | 48,1 (Ø 56,0) | 16,8 (Ø 15,5) | 35,1 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Mehr als jeder dritte 207 fällt mit erheblichen Mängeln durch die Hauptuntersuchung. Sein Nachfolger 208 I steht etwas besser da, hat aber auch mit rostigen Abgasanlagen und Mängeln an der Beleuchtung zu kämpfen. Besser: die aktuelle 208-Generation. Aber auch hier ist der Bremsscheibenverschleiß trotz eher geringer Fahrleistungen zu hoch.
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