Polestar 2 im Test

Polestar 2 im Test

Polestar 2: Test, Motor, Preis

Der Polestar 2 dürfte zum echten Trauma für Tesla werden

Es wird eng für das Model 3: Mit dem Polestar 2 gibt es einen Konkurrenten, der sich direkt auf die Überholspur setzt. Der schicke Schweden-Stromer im Test.
Thomas Ingenlath hat geschafft, was bisher kein Designer vor ihm in der von starken Hierarchien geprägten Autoindustrie schaffte: Er wurde Chef einer Marke. Einer Idee, einer Vision der Mobilität von morgen, in der auch Autos ihren Platz finden. Weil sie nachhaltig entwickelt, gebaut werden, emissionsfrei fahren. Und damit sind sind wir beim Polestar 2. Die Limousine ist eines der erstaunlichsten Autos unserer Zeit, auch weil sie ihr voraus zu sein scheint.

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Das beginnt beim Äußeren, kein Wunder, wenn der Chef Designer ist. Ohne große Änderungen hat der P2 seinen Weg von der Studie auf die Straßen geschafft. Sieht auf den ersten Blick anders als andere Autos aus; einer grundlegenden Ästhetik folgend verkneift er sich die verschreckende Schrulligkeit eines BMW i3.

Die Bedienung des Polestar 2 ist selbsterklärend und intuitiv

Polestar 2 (2020): Test - Fahrbericht - Elektro - Info

Polestar 2: Erste Fahrt im neuen Tesla-Gegner

Das setzt sich nahtlos im Innenraum fort. Das soll wirklich keine Studie sein? Auf das absolute Minimum reduzierte Schalter, ein großes Touchpad in der Mittelkonsole. Feine Materialien wie Stoff am Armaturenbrett. Und jetzt folgt die Überraschung: Der P2 ist wohl das einzige digitale Auto, bei dem du als Fahrer nicht sofort nach der Bedienungsanleitung schreist, er ist intuitiv bedienbar wie ein Apple iPhone. Auch wenn sein Betriebssystem von Google stammt. Vier große Kacheln auf dem Bildschirm, selbsterklärend, mehr braucht es nicht, um den Polestar zu bedienen. Immer an Bord ist eine Sprachsteuerung, die auf Anhieb besser als alles andere ist, was zuvor in einem Auto verbaut wurde. Schnell ertappst du dich als Fahrer, dass du anfängst, mit deinem Polestar zu plaudern. „"Mach die Sitzheizung an", "Wie wird das Wetter morgen?", "Fahr zum nächsten Supermarkt, ich muss einkaufen", "Navigier mich nach Hause". Das alles funktioniert so selbstverständlich, dass man schnell vergisst, dass es nicht immer so war.

Bei der Fahrdynamik fordert der Stromer keine Kompromisse

Sportlich: In 4,7 Sekunden geht der Polestar 2 auf Tempo 100, das Fahrwerk lässt hohe Kurventempi zu.

Und wer so gar keinen Sinn für diese digitale Welt hat? Kauft wohl keinen Polestar. Könnte aber, käme nämlich trotzdem auf seine Kosten. Denn P2 ist einfach ein gutes Auto geworden. Straff abgestimmt, verkneift er sich die kleinste Blöße beim Komfort, federt gut, dämpft Fahrwerksgeräusche weg, ist gut gegen Windgeräusche abgeschirmt, bietet eine angenehm tiefe Sitzposition auf bequemen Sitzen. Jeder, der mal ein Tesla Model 3 gefahren ist, wird vor Erleichterung aufseufzen. Zumal Polestar diesen Komfort nicht mit fehlender Präzision erkauft hat. Die Lenkung ist straff ausgelegt, kein Vergleich zum tauben Lenkgefühl der Volvo-Schwestermodelle. Das Fahrwerk erlaubt zudem erstaunliche Kurvengeschwindigkeiten, Spurwechsel bei hohem Tempo – ohne das kleinste Wanken. Weder im Auto noch im Selbstvertrauen des Fahrers. Chefentwickler Joakim Rydholm nennt das "crispy". Und besser kann man es kaum ausdrücken.
Und klar, P2 ist schnell. 408 PS und 660 Newtonmeter schubsen das Auto einfach Richtung Horizont, oder anders gesagt: Aus dem Stand stehen nach 4,7 Sekunden 100 auf dem Digitaltacho. Aus einer Autobahnbaustelle mit Tempo 80 herausbeschleunigen? Zack, 205 km/h. Und Autos, die eben vor dir waren, erscheinen klein im Rückspiegel. Schneller ist mit Rücksicht auf die Akkus übrigens auch nicht.

An der Kasse schlägt der P2 die deutsche Konkurrenz

Absolut konkurrenzfähig: Der Polestar 2 ist aktuell ab 53.540 Euro zu haben – abzüglich Umweltprämie.

Reichweitenangst braucht hier eh keiner haben. Polestar gibt bis zu 470 Kilometer an, nach unseren Testfahrten ist es glaubhaft, das auch im Alltag zu erreichen, ohne auf Autobahnen den Windschatten von Lkw ausnutzen zu müssen. Nicht einmal der Preis ist jenseits von Gut und Böse. Bei 53.540 Euro geht's aktuell los (ein Einstiegsmodel um die 40.000 Euro folgt 2021), mit nahezu Vollausstattung. Minus Umweltprämie ist ein P2 günstiger als jeder konventionell angetriebene Konkurrent von Audi, BMW, Mercedes. Anders als die deutschen Autohersteller mit ihren Problemen, E-Autos auf die Straßen zu bekommen (wohl weit ins nächste Jahr hinein), ist ein P2 heute bestellt im Oktober 2020 beim Kunden. Ingenlath kann also? Richtig, im richtigen Moment liefern.
Das Fazit von Stefan Voswinkel: Wenn Sie es noch nicht gemerkt haben: Ja, ich finde dieses Auto gut. Das passiert mir nicht zum ersten Mal. Und nicht zum letzten. Hier trifft hohe Qualität auf ein sauber abgestimmtes Fahrwerk und Top-Reichweite. So gewinnt der Polestar auf Anhieb Sympathien. AUTO BILD-Testnote: 1
Technische Daten Polestar 2:Motor: zwei Elektromotoren • Leistung: 300 kW (408 PS) • max. Drehmoment: 660 Nm • Antrieb: Allradantrieb, Einganggetriebe • Länge/Breite/Höhe: 4606/1985/1479 mm • Batteriekapazität: 78 kWh • Leergewicht: 2123 kg • 0–100 km/h: 4,7 s • Vmax: 205 km/h • WLTP-Verbrauch: 19,3 kWh • WLTP-Reichweite: 470 km • Preis: ab 53.540 Euro

Polestar 2 im Test

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