Porsche 718 Spyder im ersten Test

Porsche 718 Spyder im ersten Test

Porsche 718 Spyder: Test, Motor, Preis

Endlich wieder Sechszylinder

Grund zum Feiern: Im Porsche 718 Spyder gibt es nicht vier, sondern sechs Zylinder. AUTO BILD hat den offenen Sportler getestet.
Spinnt der? Draußen sorgt typisches Novemberwetter für hohe Luftfeuchtigkeit. Doch der Porsche-Fahrer nimmt die Stoffmütze seines gelben Flitzers runter, kesselt mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen und provokant mit dem Po wackelnd durch den Nieselregen. Drogen? Nee, nee! Der Porsche 718 Spyder verführt einfach automatisch zum Singin', äh Swinging in the Rain.

Der Spyder lässt sich am besten oben ohne genießen

Am besten offen: Das qualitativ hochwertige Verdeck macht sich im Fahrtwind akustisch bemerkbar.

Das in zwei Finnen nach hinten auslaufende Stoffverdeck ist zwar von hoher Qualität und sieht schick aus, stört aber nur. Bei über 200 km/h verursacht es einen Lärm, gegen den weder die Soundanlage noch der Beifahrer ankommt. Also weg damit. Und weil das Abnehmen einigermaßen umständlich ist (am Scheibenrahmen per Knopfdruck elektrisch ausklinken, Finnen am Heck manuell entriegeln, alles von Hand zusammenfalten und unterm Deckel verstecken), lässt du das Ding gleich weggepackt. Dann hörst du den Motor auch viel besser. Und das lohnt sich unbedingt. Direkt hinter den beiden Glücksrittern auf den heftig zupackenden Vollschalensitzen (5355 Euro) steckt nämlich ein Vierliter-Boxer der Extraklasse.

Die Fahrleistungen des Spyders sind grandios

Vollgas: In 4,4 Sekunden stürmt der 718 auf Tempo 100, nach 13,7 Sekunden stehen 200 km/h auf der Uhr.

Gegenüber dem "normalen" Boxster hat der Spyder einen Turbo weniger, dafür aber zwei Zylinder mehr. 420 PS liefert der 4.0er so an die Hinterräder, ab etwa 4500 Touren begleitet vom unwiderstehlichen Boxer-Sägen. Was das verspricht, löst der Spyder auf der Piste 150-prozentig ein. S – GO 2308 kommt scheinbar widerstandslos aus den Startblöcken und zeigt auf dem Digitaltacho nach kurzweiligen 13,7 Sekunden die Zwei als erste Ziffer. Kurz Luft holen, dann dreht der Sauger wie irre und bis über 8000 Touren. Durch die sechs perfekt rastenden Gänge schnippst du dich mit beinah arroganter Lässigkeit. Die Lenkung arbeitet ebenfalls extrem präzise und scheint direkt mit den vorderen 20-Zoll-Rädern verbunden.

Porsche fordert einen hohen finanziellen Einsatz

Teuer: Der 718 Spyder kostet mindestens 93.350 Euro, und er ist in Sachen Verbrauch kein Kostverächter.

Du visierst die Ideallinie an, lenkst ein – und schreist vor Glück. Jede Kurve geht gefühlt immer noch ein bisschen schneller, der Mittelmotorsportler räubert fein ausbalanciert und perfekt kontrolliert über den Parcours. Im Regen kommt zwar mehr Bewegung ins Heck, wer das ESP nicht abschaltet oder selbst genug Fahrstabilität mitbringt, kann aber locker bleiben. Und der Komfort reicht aus, um das romantische Wochenende zu zweit nicht bereits bei der Anfahrt zu ruinieren. Mindestens 93.350 Euro kostet der Sechszylinder-Spyder, fünfstellig dürfte der Preis aber wohl nie bleiben. Auch sonst erfordert der offene Spaßbringer zum Beispiel mit seinem Testverbrauch von 11,2 l/100 km eine gewisse Solvenz – und lässt uns Normalverdiener im Regen stehen.
Das Fazit von Gerald Czajka: "Endlich gibt es den 718 wieder mit Sechszylinder. Das kostet zwar, macht den Spyder aber zu einem der schärfsten Porsche überhaupt. Mehr Spaß gibt es wohl nur im GT4 mit gleicher Technik und festem Dach." AUTO BILD-Testnote: 1-

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