Porsche 911 (996) GT2 von Magnus Walker
Magnus Walker versteigert einzigartigen Porsche 911 GT2

Modellautos, Lenkräder, Sitze und komplette Autos: Modedesigner Magnus Walker versteigert einen Teil seiner Porsche-Sammlung. Dazu zählt auch dieser besondere 911 GT2!
Bild: Forest Casey ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Ausverkauf bei Magnus Walker! Der kultige Modedesigner und Porsche-Fan trennt sich von einem Teil seiner riesigen Sammlung: darunter Modellautos, Armbanduhren, unzählige Ersatzteile und sogar eine Jägermeister-Zapfanlage. Das renommierte Auktionshaus RM Sotheby's versteigert die Sammlung mit dem Titel "The Outlaw Collection"!
Unter den insgesamt 162 Auktions-Artikeln, die alle einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Porsche-Bezug haben, sind auch 16 fahrbereite Porsche. In einem kurzen Statement erklärte Walker, dass er seinen ersten Porsche 1992 im Alter von 25 Jahren kaufte und sich damit nicht nur einen Kindheitstraum erfüllte, sondern dieses Auto rückblickend als "Anfang von allem" bezeichnen würde. Mittlerweile habe das Porsche-Hobby solche Ausmaße angenommen, dass er sich schweren Herzens dazu entschieden habe, einige Autos weiterziehen zu lassen, so Walker weiter.
Walker versteigert 16 Autos
Eine besondere Gelegenheit für Fans, denn unter anderem wird sich Walker von seinem 1967er 911 S (Schätzpreis 130.000 bis 170.000 Euro) oder auch dem bekannten 1976er 911 Turbo (150.000 bis 170.000 Euro) trennen. Es kommen aber auch günstigere Modelle wie die im Trend liegenden Transaxle-Modelle 944 oder 968 unter den Hammer. Das Besondere an dieser Auktion: Alle Autos und auch sämtliche Automobilia-Artikel werden ohne Mindestpreis angeboten.

Bis auf neue Räder beließ Magnus Walker seinen 996 GT2 im Serienzustand.
Bild: Forest Casey ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Trotz einer Vorliebe für die luftgekühlten 911 haben es auch ein paar wenige wassergekühlte Porsche in die Sammlung geschafft. Eines davon ist dieser 911 GT2 der Baureihe 996, die teilweise noch immer argwöhnisch beäugt wird. Smarte Enthusiasten und Sammler haben das Potenzial der 996-Generation aber längst erkannt – trotz oder gerade wegen der "Spiegelei"-Scheinwerfer.
Naturgemäß sind die seltenen GT-Modelle besonders gefragt, wobei viele zwangsläufig an den GT3 denken. Schließlich war der im Jahr 1999 präsentierte 996 mit dem charakteristischen Heckflügel der Erste seiner Art und legte somit den Grundstein für alle folgenden GT-Baureihen. Gute Exemplare werden immer wertvoller – wo die Reise preislich langfristig hingehen könnte, zeigt der nur 682 Mal gebaute 996 GT3 RS.

Das Topmodell GT2 gab es ausschließlich mit Sechsgang-Handschaltung. Anders als der Turbo hat der GT2 aber Heckantrieb.
Bild: Forest Casey ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Stets im Schatten des GT3 und deshalb immer noch eine Art Geheimtipp ist der GT2. Der große Bruder des GT3 wurde 2000 in den USA präsentiert und war ab 2001 erhältlich. Bis 2004 lieferte der 3,6-Liter-Boxer 462 PS und 620 Nm Drehmoment, ehe die Leistung im GT2 MKII auf 482 PS und 640 Nm anstieg. Vom MKII wurden mutmaßlich weniger als 100 Stück gebaut.
462 PS und 315 km/h Topspeed
Der 996 GT2, der bald unter den Hammer kommt, stammt aus dem Jahr 2002, hat also 462 PS. Walker kaufte den 911 2020 und ist der dritte Besitzer. Die beiden Vorbesitzer nutzten den bis zu 315 km/h schnellen GT2 als Daily Driver, was auch den vergleichsweise hohen Kilometerstand von umgerechnet über 153.000 erklärt (95.284 Meilen) erklärt, von denen Walker nur einen Bruchteil gefahren ist.

Hier wurde 2002 das ganz große Kreuz gesetzt: Im Innenraum wurde alles beledert, was auch nur irgendwie mit Leder bezogen werden konnte.
Bild: Forest Casey ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Das Schöne an diesem GT2: Die Historie ist vollständig nachvollziehbar. Der Wagen verließ das Werk am 17. Juni 2002 und wurde nach Los Angeles ausgeliefert, wo er sein gesamtes Autoleben verbrachte. Ein paar Nerd-Fakten: Im Jahr 2002 gingen 184 Porsche 996 GT2 in die USA, insgesamt sollen bis 2005 nur 1287 Stück gebaut worden sein.
Weitestgehend im Serienzustand
Untypisch für Walker: Trotz mehr als fünf Jahren in seinem Besitz beließ er den 911 im Serientrimm, montierte lediglich einen neuen Radsatz. Aber abgesehen davon ist der GT2 technisch und optisch so, wie er einst das Werk verließ.
Der Hauptgrund dafür mag kurios anmuten. In der Auktionsbeschreibung erklärt Walker, dass der Zustand des GT2 für seinen Geschmack etwas zu gut sei: "Es ist ein begehrenswertes Auto in einer äußerst begehrten Farbe. Es sollte möglichst gut für den nächsten Besitzer erhalten werden. Ich gehe mit meinen Autos nicht unbedingt zimperlich um, sie bekommen schon mal Dellen und Kratzer, und ich möchte einfach nicht, dass das diesem Auto passiert."

Umgerechnet über 150.000 Kilometer sind für einen GT2 eine amtliche Laufleistung.
Bild: Forest Casey ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Und während Schwarz eine beliebte Farbe ist, ist es vor allem der Innenraum, der den GT2 einzigartig macht. Der Erstbesitzer orderte das Topmodell ohne Clubsport-Paket (seinerzeit in den USA nicht verfügbar) und ohne Schalensitze, stattdessen mit einer Sonderlederausstattung (lange bevor CXX beliebt war) in "Naturleder Braun" (Natural Brown).
Es wurde wirklich alles (!) beledert: Sitze, Lenksäule, Dachhimmel inklusive A-Säulen, Mittelkonsole, Sonnenblenden und sogar die Lüftungsdüsen. Bei der Präsentation lag der Basispreis des GT2 in Deutschland bei 319.000 Mark, dieses Exemplar mit einer Art Vorreiter-Touring-Konfiguration dürfte deutlich teurer gewesen sein.
So hoch ist der Schätzpreis
Interessant, dass RM Sotheby's den Schätzpreis mit umgerechnet 107.000 bis 130.000 Euro (125.000 bis 150.000 Dollar) angibt. Zwar hat der GT2 schon über 150.000 Kilometer auf der Uhr, doch ungeachtet dessen scheint der angepeilte Preis sehr niedrig. In Deutschland wird der günstigste originale 996 GT2 aktuell für 120.000 Euro angeboten – und das ohne Sonderleder und prominenten Vorbesitzer.
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