Porsche 911 Coupé (1976): Gebrauchtwagen
Porsche 911 Flatnose im 935-Look – ein Elfer für Puristen

Bild: Autogalerie Lorenzen Husum
Er duckt sich flach auf den Asphalt, wirkt mehr wie ein Rennwagen als ein Straßenauto – und doch ist er ein Stück Porsche-Geschichte. Dieser seltene Umbau von Szene-Schrauber Uwe Angsten zeigt, wie wild und individuell Porsche in den 1970ern sein konnte. Heute gibt's so was fast nicht mehr. Der sogenannte Flatnose war nie Serienware, sondern immer etwas für Individualisten.
Ein Porsche 911 mit 150 PS kostete Mitte der 70er-Jahre in der Basisversion rund 26.980 Mark. Je nach Ausstattung oder Modellvariante konnte der Preis auf bis zu 40.000 Mark steigen. Umgerechnet und inflationsbereinigt wären das heute etwa 65.000 bis 95.000 Euro. Umbauten wie der hier gezeigte Flatnose waren Einzelanfertigungen, die den Neupreis je nach Umfang deutlich erhöhen konnten – exakte Preise sind heute kaum noch zu belegen.
Dieser 911 stammt aus dem Jahr 1976 und wurde professionell umgebaut: Flachbau-Front im Stil des Porsche 935, verbreiterte Kotflügel, martialischer Auftritt. Viele Details stammen aus dem Motorsport, die Optik ist kompromisslos. Kein Showcar – sondern fahrbares Tuning-Kulturgut.
Porsche 911 Flatnose hat mehr Charakter als Leistung
Unter dem Blech arbeitet ein 2,7-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit rund 165 PS. Keine Turboaufladung, keine elektronische Unterstützung, sondern klassische Saugmotor-Technik. Gekoppelt an ein manuelles Getriebe und ohne moderne Helferlein wurde der 911 damals für Menschen gebaut, die noch selbst fahren wollten. Technisch überschaubar, mechanisch klar und ganz bewusst analog. Der Innenraum? Schwarz auf Schwarz, mit Recaro-Sitzen, sportlichem Dreispeichenlenkrad und viel 70er-Charme. Keine Displays, kein Kunststoff-Chic. Stattdessen: Patina, Leder und Porsche-Purismus.

Klassisch schlicht: schwarzes Dreispeichenlenkrad, schwarze Lederausstattung. Hier regiert 70er-Jahre-Purismus.
Bild: Autogalerie Lorenzen Husum
Zur Ausstattung gehören unter anderem schwarze Ledersitze und ein Sportfahrwerk von Bilstein. Auch dabei: Radio, Sportsitze, CD-Player und der originale Fahrzeugbrief. Der Kilometerstand soll laut Vorbesitzer original sein (ca. 40.000 km), was durch die vorliegenden Unterlagen belegt wird.
Ein Porsche-Umbau, wie man ihn kaum noch findet
Der Umbau stammt von Uwe Angsten – ein bekannter Tuner aus Ahrensburg (bei Hamburg), der in den 70er- und 80er-Jahren für seine radikalen Einzelanfertigungen im Stil der Gruppe-5-Rennwagen bekannt war. Front, Kotflügel, Schweller und Spoiler bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die hinteren Seitenteile wurden fachgerecht in Stahl auf Turbo-Maß verbreitert.

Breit, tief, kompromisslos: Dieser 911 lebt das Tuning der 70er.
Bild: Autogalerie Lorenzen Husum
Angeboten wird der Wagen bei der Autogalerie Lorenzen Husum GmbH & Co. KG. Laut Inserat hat der 911er frischen TÜV und ist sofort fahrbereit. Kostenpunkt: 45.995 Euro – ein Preis, der für ein derart seltenes und dokumentiertes Umbau-Coupé fast schon günstig wirkt.
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