Sollte er mit dem Porsche 911 GT2 RS tatsächlich eine 1:25er-Runde schaffen, dann hängt er seinen Helm an den Nagel. Endgültig, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, um fortan unsere Sekretariatmädels ein wenig zu unterstützen – so die Drohung unseres schnellen Guido, mit der er ziemlich treffend auf den Punkt brachte, was in der Redaktion eigentlich jeder dachte. Klar, wenn der amtierende König der Nordschleife zum Supertest gastiert, dann wird der Sachsenringrekord heißer gehandelt als jede Aktie.

Den GT2 RS hat Porsche konsequent auf Performance getrimmt

Porsche 911 GT2 RS
Der neue 911 GT2 RS setzt Maßstäbe; in praktisch jeder Disziplin, vor allem aber im großen Ganzen.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
Die Frage war eigentlich nicht, ob, sondern eher, wie deutlich er die 1:26,77 Minuten des 918 Spyder unterbieten würde. Und: ob dabei auch besagte 1:25 dran glauben muss. Um eines vorwegzunehmen: Guido sitzt noch immer an seinem angestammten Platz und klopft Texte. Wobei es wahrscheinlich weniger dem Auto als vielmehr den Bedingungen zuzuschreiben war, dass er am Ende nicht doch noch umgezogen ist. Denn so viel sei außerdem verraten: Der neue GT2 RS setzt Maßstäbe; in praktisch jeder Disziplin, vor allem aber im großen Ganzen. Beginnen wir mit ein wenig Theorie zum Warmwerden. Schließlich rollt auch unsere Kampfwespe hier auf Pellen, die sich erst einmal in der Heizdecke akklimatisieren dürfen. Was man übrigens auch als Indiz dafür nehmen kann, wie extrem der geflügelte Turbo-Elfer den Performance-Gedanken mittlerweile lebt.
Nun waren die GT2-Modelle ja noch nie dafür bekannt, kreuzlahm über Pisten zu wackeln, ganz im Gegenteil. Diesmal jedoch zieht Porsche wirklich alle auch nur erdenklichen Register. Geblieben ist eigentlich nur das Grundrezept. Wie all seine Vorgänger geht auch der neue GT2 RS aus einer Kreuzung der jeweiligen Elfer-Extreme hervor. Auf der einen Seite die angestachelte Antriebsgenetik des Turbo, auf der anderen die gestählte Fahrwerkssubstanz des GT3 RS.
Alle Details zum Supertest des Porsche 911 GT2 RS gibt es in der Bildergalerie.

Fazit

von Manuel Iglisch
Können Sie sich noch an die DTM der frühen Neunziger erinnern? Damals, als Fahrer ihre Triumphe gern aus dem Seitenfenster heraus mit dem Publikum feierten? Nun, die Pose schien uns diesmal einfach angebracht angesichts eines Autos, das a) kaum näher am Rennsport gebaut sein könnte und b) alle gesteckten Erwartungen schlicht übertroffen hat!