Porsche 911 Lab Eleven Backdate
Backdate-911 made in Italy

Bild: LAB ELEVEN
Das Restomod-Business boomt! Einer der Trendsetter in diesem Bereich ist Porsche-Spezialist Singer, der Restomods auf allerhöchstem Niveau herstellt. Beflügelt von dem anhaltenden Trend, sind in den vergangenen Jahren immer wieder neue Hersteller aufgetaucht, die ein Stück vom Restomod-Kuchen abhaben wollen und automobile Ikonen in die Neuzeit übersetzen. Die Firma Lab Eleven verfolgt einen ähnlichen Gedanken, jedoch mit einem neuen Ansatz!
Lab Eleven ist ein neuer Player im Restomod-/Backdate-Game und in Frankfurt ansässig. Das Besondere ist, dass die Umbauten im italienischen Pavia, nahe Mailand, entstehen. Laut eigener Aussage trifft deutsche Ingenieurskunst auf italienischen Chic.
Auf Basis Porsche 993
Und auch wenn das Unternehmen noch ganz neu am Markt ist, so kann das Team um Geschäftsführer Thomas Grünewald auf eine langjährige Expertise im Porsche-Bereich zurückgreifen. Als Basis für die Umbauten dienen Porsche 911 der Generation 993 aus den Baujahren 1994 bis 1998. Jedes, der meist aus Deutschland stammenden Spenderfahrzeuge wird vom Team genauestens inspiziert, bevor es als Basis für den Backdate-Umbau auserwählt wird.

Bei Lab Eleven trifft deutschte Ingenieurskunst auf italienischen Chic. Gebaut werden die Backdate-911 in Italien.
Bild: LAB ELEVEN
An dieser Stelle ist es sinnvoll, den Unterschied zwischen Restomod und Backdate kurz zu erläutern. Während Restomods klassische Autos sind, die mit modernen Komponenten "verbessert" werden sollen, sind Backdates "moderne" Fahrzeuge, die durch den Umbau wie Klassiker aussehen sollen, dabei aber die aktuelle Technik behalten.
Das erklärt auch, warum die von Lab Eleven aufwendig umgebauten 911 zwar aussehen wie frühe Modelle aus den 70er-Jahren, unter der Karosserie aber 993-Technik steckt. Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass ausschließlich hochqualitative Teile und Materialien verwendet werden. Die Verbreiterungen im Turbo-Look werden in Aluminium (optional in Carbon) gefertigt, Front- und Heckschürze sind Eigenentwicklungen und auf Wunsch in Carbon erhältlich, die meisten anderen Teile stammen direkt von Porsche.

Die Innenräume sind komplett individualisierbar. Zukünftig arbeitet das Unternehmen mit dem Sattler zusammen, der auch für Pagani tätig ist.
Bild: LAB ELEVEN
Deutsche Homologation ist in Arbeit
Hierzu hat Lab Eleven eine Kooperation mit Porsche Italien, die alle Fahrzeuge vor Auslieferung eines 111-Punkte-Checks unterziehen, den Kilometerstand nullen und mit Garantie an die Kunden ausliefern. Die Homologation für den deutschen Markt ist bereits in Arbeit, sollte aufgrund der Masse an originalen Porsche-Teilen aber keine große Hürde darstellen.
Wie bei solchen Umbauten und auch den Mitbewerbern von Kaege oder Singer üblich, können die Kunden ihre Fahrzeuge bis ins letzte Detail individualisieren. Los gehts bei der Außenfarbe (originale Porsche-Farbtöne) über die Innenausstattung, die von Hand in Italien beim selben Sattler gefertigt wird, der auch die Pagani-Innenräume auskleidet, bis hin zum Sechszylinder-Boxer im Heck. Serienmäßig bleibt es beim 3,6-Liter. Sollte das nicht reichen, so können Kunden auch das WLS-Paket bestellen, bei dem der Hubraum auf 3,8 Liter (streng genommen 3746 ccm) aufgebohrt wird und die Leistung dank X51-Paket auf 300 PS steigt. Bei Lab Eleven sind aber auch 350 PS kein Problem – letztendlich ist alles eine Frage des Preises.
Auch ein 4,0-Liter-Motor ist möglich
Auch ein Umbau auf Vierliter-Boxer ist denkbar, diese Option richtet sich aber vor allem an US-Kunden. Egal ob 3,6-, 3,8- oder 4,0-Liter Hubraum: In jedem Fall werden die Motoren der Basisfahrzeuge komplett überholt, bei Porsche durchgecheckt und mit null Kilometern an die Kunden übergeben.

Die Abgasanlage wird von Cargraphic zugekauft. Die Leistung des Sechszylinder-Boxer beträgt zwischen 300 und 350 PS.
Bild: LAB ELEVEN
Bisher sind drei Lab Eleven Backdate entstanden. Das Erstlingswerk trägt den Kosenamen "Penicillin", ist mit einem 3,6-Liter-Motor ausgestattet und mittlerweile in die USA ausgeliefert. Es folgte ein graues Exemplar mit 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer (aktuell in der Klassikstadt Frankfurt ausgestellt) und das "Oliva" getaufte dritte Modell ebenfalls mit 3,8 Litern Hubraum.
Aber das ist erst der Anfang, denn momentan ist ein Targa auf Basis des 993 Cabrio in "Meissenblau" in Arbeit, der voraussichtlich zeitnah fertiggestellt. Die neueste Kreation ist nicht nur ein Targa, sondern auch der erste Lab Eleven mit der Ausstattung des Pagani-Sattlers.
Die Preise starten bei über 500.000 Euro
Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis. Naturgemäß sind weder Restomods, noch Backdates Schnäppchen und da ist auch Lab Eleven keine Ausnahme. Los geht es bei etwa 520.000 Euro, darin ist das Basisfahrzeug allerdings bereits enthalten. Je nach Ausstattung gibt es nach oben wenig Grenzen.

Lab Eleven bietet die drei unterschiedlichen Ausbaustufen 3.6 T, 3.8 ST und 3.8 R an.
Bild: LAB ELEVEN
Natürlich sind über eine halbe Million Euro sehr viel Geld, doch die Preise der Mitbewerber bewegen sich in ähnlichen Sphären. Ein Kaege Retro beispielsweise startet bei über 300.000 Euro plus Spenderfahrzeug. Singer ruft mittlerweile siebenstellige Preise für die beliebten Umbauten auf. Wenn der Trend anhält, haben auch neue Player wie Lab Eleven gute Chance ein Stück vom Restomod-/Backdate-Kuchen abzubekommen.
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