Porsche 912 mit einzigartiger Lackierung
Keine Sorge: Dieser Porsche 912 hängt nicht am Schrottkran!

Stehen oder fahren? Bei diesem Porsche 912 ist der Unterschied gar nicht so leicht zu erkennen. Dafür sorgte der Künstler Felix Holst mit einer besonderen Technik.
Bild: Instagram/type7
Ein Porsche 912 am Kranhaken: Das sieht auf den ersten Blick nach einem traurigen Ende aus. Nach Unfall, Ausschlachten, Schrottplatz. In diesem Fall ist es aber genau das Gegenteil: Der Klassiker hängt nicht in der Luft, weil er ausgedient hat, sondern weil er zur Leinwand geworden ist!
Besitzer des 912 ist Felix Holst, ein britischer Künstler und Designer mit Sitz in Los Angeles. Holst ist kein Unbekannter in der Autowelt: Er war früher Designchef bei Hot Wheels und Matchbox. Heute überträgt er seine Mischung aus Graffiti, Pop-Art, grellen Farben und automobiler Leidenschaft auf Leinwand, Drucke – und in diesem Fall sogar auf echtes Blech. Ganz nach dem Motto: luftgekühlt und luftgetrocknet!

Der Porsche 912 stellt eigentlich den weniger spannenden und etwas zurückhaltenderen Verwandten des 911 dar. Doch mit diesem Look ist der "kleine" Porsche ein echter Hingucker!
Bild: Instagram/type7
Für das Projekt wurde der Porsche nicht normal in einer Lackierkabine abgestellt. Der 912 hing senkrecht an einem Kran. So konnte Holst den Lack nicht nur auftragen, sondern laufen lassen. Aus Tropfen wurden Linien, aus Farbe wurde Bewegung. Der Trick ist simpel, aber wirkungsvoll: Sobald der 912 wieder auf seinen Rädern steht, wirken die Farbbahnen wie Spuren von Geschwindigkeit. Felix Holst selbst sagt, dass die Form des Autos auf diese Weise den Lauf der Farbe bestimmen konnte.
Der Künstler arbeitet sonst häufig mit klassischen Sportwagenmotiven, da passt der kleine Bruder des Porsche 911 nur bedingt rein. Auf seiner eigenen Website verbindet er seine Kunst mit kräftigen Farben, Graffiti-Einflüssen und der Schönheit der Autokultur. Beim Kran-912 wird daraus kein Bild vom Auto, sondern ein Auto als Bild.
Der Porsche 912 im Detail
Der Porsche 912 kam 1965 als günstigere Alternative zum 911 auf den Markt. Statt des Sechszylinder-Boxers arbeitete im Heck ein Vierzylinder mit 90 PS, bekannt aus dem Porsche 356. Das machte den 912 sicher nicht zum stärksten Porsche seiner Zeit, aber zu einem ausgewogenen Klassiker mit weniger Gewicht im Heck, gutmütigem Fahrverhalten und der frühen 911-Form.
Lange stand der 912 im Schatten des großen Bruders. Heute ist genau das Teil seines Reizes: Er bietet die Optik der frühen Elfer, fährt aber etwas unaufgeregter und ist längst selbst ein gesuchter Klassiker!
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