(dpa/jr) Ferrari 488, Lamborghini Diablo, Audi R8: Mehr als 100 hochmotorisierte Sportwagen, die am 2. Mai 2019 gemeinsam mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h über die A20 rasten, sind ins Visier der Polizei geraten. Wie eine Polizeisprecherin berichtete, wurden bei der Raststätte Fuchsberg östlich von Wismar 107 Autos aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten gehen jetzt dem Verdacht eines illegalen Autorennens nach. Meldungen über Unfälle lagen zunächst nicht vor. Die Polizei geht davon aus, dass ursprünglich noch mehr Autos daran beteiligt waren. Die A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist zu großen Teilen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung befahrbar. Die Polizei sei von besorgten anderen Autofahrern verständigt worden, sagte die Sprecherin.

Polizei stoppt die "Eurorally"

100 Rallye-Raser auf A20 gestoppt
Unter den Autos befinden sich mehrere Luxus-Schlitten, etwa dieser Lamborghini Diablo.
Die meisten der teuren Luxusautos kommen vermutlich aus Norwegen. Sie trugen die Aufschrift "Eurorally". Im Internet wird die Rallye als "Ereignis für Auto-Enthusiasten" bezeichnet: Die Teilnehmer zahlen bis zu 799 Euro für den Trip, der von Oslo über Kiel und Stettin nach Prag führen soll. Laut Polizei handelt es sich bei der "Eurorally" möglicherweise um ein illegales Autorennen. Dementsprechend werde wegen des Vorwurfs eines verbotenen Autorennens und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Es gelte nun zunächst sicherzustellen, dass kein weiteres Rennen mehr gefahren wird, erklärte die Polizei. Es werde geprüft, ob die Autos sichergestellt werden können. "Die Weiterfahrt wird definitiv unterbunden." Entlang der Autobahn waren mobile und stationäre Kontrollstellen eingerichtet worden, zwei Hubschrauber unterstützten die Aktion. Auch Beamte der Bundespolizei waren im Einsatz. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, standen die Raser am Morgen des 3. Mai immer noch auf der Raststätte. Die Autos sollen erst am Nachmittag zeitlich versetzt abgeholt werden, um Wettfahrten zu verhindern.