Porsche GT2 RS/Ruf Rt 12 S/Corvette ZR1: Vergleich
Im Reich der Giganten

Mit dem neuen GT2 RS macht Porsche nicht nur seiner eigenen Rundstrecken-Rakete GT3 RS Konkurrenz. Die Stuttgarter feiern auch ihr Comeback im elitären Über-600-PS-Zirkel, wo sie auf Corvette ZR1 und Ruf Rt 12 S treffen.
Bild: Lena Barthelmeß
- Manuel Iglisch
Freude bereitet es ihm nicht, das Pflichtprogramm mitten im Nirgendwo. Der Porsche GT2 RS rollt widerwillig im fünften Gang durch eine Tempo-60-Baustelle, protestiert mit laut schepperndem Einmassenschwungrad gegen die naturwidrige Handhabung seiner Technik und gibt dem Fahrer selbst auf kleinsten Unebenheiten klar zu verstehen, dass seine knochentrockene Feder-Dämpfer-Abstimmung keineswegs für provisorische Buckelpisten gedacht ist. Gott sei Dank ist das Martyrium kurz darauf vorbei. Ein Schild kündigt die Aufhebung des Limits an. Dahinter erstreckt sich eine lange Linkskurve mit anschließender Geraden und – zum Höhepunkt – eine schnelle Links-rechts-Kombination.
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Während die extrem kurzwegige und knackig einrastende Schaltung die zweite Welle an den Antriebsstrang koppelt, der Boxer unter einem Zwischengasstoß befreit aufatmet und das Laderduo zum Frontalangriff auf die sechs Brennräume anstimmt, muss sich auch das StVO-Engelchen auf der Schulter mächtig festkrallen. Im nächsten Moment sticht der sehnige Leistungssportler in den Linksbogen – und das Zusammenspiel von Längs- und Fliehkraft erfährt just in diesem Augenblick eine neue Bedeutung. Scheinbar unbeeindruckt von der anliegenden Querbeschleunigung, rammt der Porsche seine 325 Millimeter breiten Hinterwalzen unnachgiebig in den Asphalt, sichert gleichzeitig mit innig haftender Vorderachse den gewählten Kurvenradius und lässt sich selbst von Fahrbahnverwerfungen nicht im Geringsten aus der Ruhe bringen. Auf der Geraden schlägt die 700 Newtonmeter schwere Drehmomentkeule dann vollends zu. Auch im nächsten Gang zieht der auf 500 Exemplare limitierte RS seinem Fahrer noch die Arme lang.
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Bild: Lena Barthelmeß
Komfortextras wie Klimaanlage und Radio verbaut Porsche erst auf ausdrücklichen Wunsch. Dafür liegen jedem GT2 RS ein Sechspunktgurt und ein Feuerlöscher bei. Und auch sonst zielt das RS-Modell konsequent in Richtung Motorsport. Mittels optimierter Aerodynamik konnte der Gesamtabtrieb im Vergleich zum Serien-GT2 um 60 Prozent erhöht werden. Eine Ladedruckerhöhung auf 1,6 Bar und optimierte Ladeluftkühler pressen aus dem 3,6 Liter großen Boxer-Sechszylinder schließlich gewaltige 620 PS. Deren 685 sind es beim Ruf Rt 12 S – was das allradgetriebene Monster aber keineswegs profan zur Schau stellt. Stattdessen gibt er sich erst auf den zweiten Blick als Besonderheit zu erkennen. Etwa am eigens entwickelten Heckflügel, der wesentlicher Bestandteil des hauseigenen Highspeed-Set-ups ist.
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Bild: Lena Barthelmeß
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