Der alte Champion ist auch der neue: Mit vier Siegen hat sich Larry ten Voorde (25/Team GP Elite) erneut zum Meister im Porsche Supercup gekrönt und damit seinen Triumph wiederholt.
„Den Titel sowohl im Porsche Carrera Cup Deutschland als auch im Porsche Mobil 1 Supercup je zweimal in Folge zu gewinnen, ist zuvor noch niemandem gelungen“, sagt ten Voorde. „Das macht mich sehr stolz.“
Zumal es im Markenpokal mehr auf den Fahrer ankommt als das Auto. „Wir treten alle mit den gleichen Fahrzeugen an, das macht den Reiz im Porsche Carrera Cup aus“, erklärt er. „Trotzdem gibt es Möglichkeiten, am Setup zu arbeiten. Die Herausforderung besteht darin, die optimalen Einstellungen für die Strecke in Kombination mit dem eigenen Fahrstil zu finden.“
Das aktuelle Modell, der 510 PS starke Porsche 911 GT3 Cup, kommt erst seit dieser Saison zum Einsatz. Ten Voorde: „Ich hatte direkt ein gutes Gefühl. Das Auto verfügt über mehr Aerodynamik, wodurch man in Kurven mit höherem Speed fahren kann.“
Porsche Supercup-Champion Larry ten Voorde
Doch ten Voordes Geschichte zeigt auch: Ohne Geld geht im Motorsport gar nichts. „In den Jahren 2014 und 2015 konnte ich mangels Budget (nach einer erfolgreichen Kart-Karriere; d. Red.) keinen Motorsport betreiben“, erzählt er. „Trotzdem habe ich in der Zeit nicht aufgegeben und in Zandvoort an der Strecke Autos gewaschen, bei Fahrsicherheitstrainings geholfen oder Kaffee verkauft.“
Eine Phase, die ihn stärker gemacht hat: „Rückblickend war es die wichtigste Phase meiner Karriere. In dieser Zeit ist mir klar geworden, dass ich auf jeden Fall Rennfahrer werden möchte und dafür alles geben werde.“
Über den Porsche Sports Cup kommt er 2016 zurück in den Motorsport und wird dort direkt Champion. In diesem Jahr ist ten Voorde bereits der zweite internationale holländische Meister: In der Formel E wurde Nyck de Vries Champion, in der Formel 1 jagt Max Verstappen den Titel. „Motorsport erfährt in den Niederlanden momentan eine riesige Beliebtheit, was zum großen Teil natürlich an Max Verstappen liegt“, sagt der Porsche-Pilot.
Mit Verstappen fährt ten Voorde in der virtuellen Rennwelt sogar gemeinsam im Simracing-Team Redline. „Teilweise gibt er uns mitten in der Nacht noch Feedback für bessere Setups im Simulator.“
Und was kommt nach vier Porsche-Cup-Siegen in Folge? „Ich möchte weitere Titel holen“, sagt ten Voorde. „In Le Mans, Dubai oder Daytona die 24-Stunden-Rennen zu gewinnen, wäre ein Traum.“ Nicht ausgeschlossen, dass der wahr wird.

Von

Bianca Garloff