In Nordeuropa genießt Sebastian Vettel (35) gerade sein neues Leben nach der Formel 1. Doch lange hat er es ohne schnelle Autos nicht ausgehalten. Am Wochenende tritt er gemeinsam mit Mick Schumacher beim Race of Champions an. Dort müssen sich die beiden Deutschen auch echten Rallye-Spezialisten wie Sébastien Loeb oder Johan Kristoffersson stellen.
Gut möglich, dass sich der viermalige Formel-1-Weltmeister da den ein oder anderen Querfahr-Trick abschaut. Denn der Rallyesport hat es dem eigefleischten Fan von Deutschlands Autofahrer-Legende Walter Röhrl seit frühester Jungend angetan.
„Aus irgendeinem Grund hat mir der Rallyesport immer gefallen“, sagt Vettel auf der F1-Webseite, „aber ich sehe, dass es eine große Herausforderung ist, weil es so anders ist als das, was wir im klassischen Rundstreckensport machen.“
Sebastian Vettel nimmt auf der Suche nach dem neuen Sinn im Leben am Wochenende im Rallyeauto Platz.

Könnte der Rallyesport Vettel so wie einst seinem Kumpel Kimi Räikkönen oder Robert Kubica über die Formel-1-Entzugserscheinungen hinweg helfen? „Offensichtlich mache ich das schon so lange und es ist ein zentraler Bestandteil meines Lebens“, räumt der Deutsche ein. „Es wäre also schwierig zu sagen, dass ich es nicht vermissen werde, aber wie sehr und ob ich dann anfange, mich nach etwas anderem umzusehen, werden wir sehen.“
Etwas anderes können auch Projekte außerhalb des Rennsports sein. Vettel: „Ich freue mich erst einmal auf den Gedanken des Nichtstuns und schaue dann, was es mit mir macht. Es gibt auch noch viele andere Dinge in meinem Kopf. Andere Interessen und Ideen außerhalb des Rennsports.“
Was dem Formel-1-Superstar tatsächlich noch fehlt, ist ein Berufsabschluss. „Ich hatte nicht viel Zeit, um etwas anderes zu tun“, räumt der Abiturient ein. „Was auch immer ich als Nächstes mache, ich fange bei null an.“ Deshalb schließt er ein Studium auch nicht kategorisch aus: „Das ist eine Option, definitiv. Ich denke, es gibt so viel zu lernen. Es gibt viele Dinge, an denen ich interessiert bin und denen ich gerne Raum geben würde.“
Knapp zehn Wochen nach seinem Rücktritt befindet sich der Heppenheimer auf dem Selbstfindungstrip. „Ich bin neugierig darauf, etwas über mich selbst zu erfahren und freue mich darauf, vom Leben nach der Formel 1 überrascht zu werden.“ Vielleicht gehört dazu ein weiterer Sieg am kommenden Wochenende beim Race of Champions in Nordschweden.
Das Event wird live auf Youtube.com/raceofchampionstv übertragen. Unter anderem werden Vettel und Mick Schumacher im elektrischen Cupra Urbanrebel Concept am Lenkrad drehen.

Von

Bianca Garloff