Verstappen-Teamkollege Michal Smidl gewinnt den Racer League-Lauf der Racing Unleashed Championship „Beyond the Pinnacle“ in Mugello. Der Tscheche, der sonst wie der holländische Formel-1-Weltmeister für das bekannte Sim-Team Redline unterwegs ist, siegt vor dem ehemaligen Williams-eSports-Piloten Coque Lopez und dem Deutschen Angelo Michel.
„Das war ein gutes Rennen heute, im Knock-Out-Qualifying bin ich schon gut durchgekommen und im Rennen konnte ich mir direkt Lopez schnappen“, ordnet Mugello-Sieger Smidl seinen Erfolg ein.
Michal Smidl und Angelo Michel

Racing Unleashed (hier geht’s zur Homepage) – das ist die Rennserie, in der die Piloten in Hochleistungs-Simulatoren ein virtuelles 2022er Formel-1-Modell über die Rennstrecken jagen. 46-Zoll Bildschirme mit panorama-ähnlichem Blick und Kohlefasercockpits mit integriertem Soundsystem machen die Rennen in den Racing Lounges an verschiedenen Standorten in Deutschland, der Schweiz oder Spanien zum fast realen Formel-1-Erlebnis. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von rund 200.000 Schweizer Franken.
Der Zweitplatzierte Lopez konnte den heranstürmenden Smidl, der am Münchner Standort unterwegs ist, nicht lange aufhalten. „Michal war extrem schnell und direkt an mir dran. Ich habe mich dann nicht groß wehren können und wollte ohnehin Platz zwei absichern“, schildert der Spanier, der noch etwas Druck vom Blitzstarter Angelo Michel bekam.
Von Rang neun kämpfte sich der Deutsche in wenigen Runden an die Spitzengruppe heran. „Die erste Runde war super, ich konnte einige überholen und hatte dann einen guten Vorsprung nach hinten“, erklärt der Bayer. „Somit konnte ich mich auf meine Attacken nach vorn konzentrieren. Am Ende wollte ich noch den zweiten Rang von Lopez. Bei der Aufholjagd habe ich fast das Auto verloren und lieber Rang drei abgesichert.“
In der Meisterschaft der Racer League liegt der gebürtiger Bernbeurer nun auf Platz zwei hinter Smidl, der bereits 45 Zähler Vorsprung hat. 
Den Doppelsieg für die Münchner Lounge macht Nico Fahland perfekt. Der Deutsche feiert den Triumph in der Challenger League knapp vor Lorenzo Heyder.
Nico Fahland

„Das war ein ziemlich hartes Rennen. Lorenzo war super schnell, hat jedoch zwei Fehler gemacht“, erklärt Rennsieger Fahland, der in München gemeinsam mit seinem Vater die Challenger League Rennen bestreitet. „Zudem habe ich den Kurvenausgang vor Start und Ziel immer recht gut getroffen, sodass ich auf der Geraden kaum attackiert werden konnte.“
Des einen Freud ist des anderen Leid. „Mein Ziel war Rang eins. Mit meiner Pace hätte ich gewinnen können. Daher bin ich etwas enttäuscht und traurig“, ärgert sich Heyder nach dem Rennen. Für einen Paukenschlag sorgte indes Janik Pletscher. Der Schweizer feierte bei seinem Debüt mit Rang drei direkt einen Podestplatz. Vor zwei Monaten saß er das erste Mal in einem der High-Tech-Simulatoren. „Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe. Ich war einfach mit dem Fokus auf der Strecke und hatte keine Erwartungen. Es hat viel Spaß gemacht, gegen diese starken Fahrer zu kämpfen.“
In der Meisterschaft führt weiterhin das spanische Duo David Cid (70 Punkte) vor Marcos Valverde (48 Punkte). Die nächste Challenge findet am 11. und 12. Juni statt. Dann fahren die Simracer der Racing Unleashed Championship „Beyond the Pinnacle“ auf dem virtuellen Kurs von Brands Hatch.
Wer selbst dabei sein will, kann sich in einer der fünf Wettkampf-Lounges München, Madrid, Cham, Kemptthal oder Zürich vor dem Rennwochenende mit einer schnellen Rundenzeit qualifizieren. Mehr Informationen findet Ihr auf der Website von Racing Unleashed. Auf dem Twitch-Kanal können die Rennen auch nachträglich angeschaut werden.

Von

Alexander Warneke