Er war nicht zu stoppen! Michal Smidl hat den zweiten Saisonlauf zur Racer League der Racing Unleashed Championship gewonnen. Für den Sieg auf dem virtuellen Nürburgring nimmt der Tscheche 25 Punkte und ein Preisgeld von 3.500 Schweizer Franken (ca. 3.500 Euro) mit. Das Podium komplettieren Enrique Marañon und Dominik Dedic. Das Rennen ist weiterhin auf Twitch abrufbar.
Die Meisterschaft von Racing Unleashed ( hier geht’s zur Homepage ) – das ist die Rennserie, in der die Piloten in Hochleistungs-Simulatoren ein virtuelles 2022er Formel-1-Modell die Rennstrecken jagen. 46-Zoll Bildschirme mit panorama-ähnlichem Blick und Kohlefasercockpits mit integriertem Soundsystem machen die Rennen in den Racing Lounges an verschiedenen Standorten in Deutschland, der Schweiz oder Spanien zum fast realen Formel-1-Erlebnis. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von knapp 200.000 Schweizer Franken.

Von Rang fünf gestartet, arbeitete sich Smidl in nur wenigen Runden bis Platz eins vor, konnte anschließend das Geschehen kontrollieren und eine große Lücke reißen. „Ich bin sehr aggressiv gefahren, war dabei aber immer fair“, erklärt Smidl im Siegerinterview.
Unter Beobachtung standen die Racer vom Formel-1-Fahrer Karl Wendlinger, der als sportlicher Direktor zur Rennleitung gehört. Smidl: „Ich konnte es schließlich von vorne gut managen und einen Vorsprung rausfahren. Dabei hätte ich auch noch zwei, drei Zehntel pro Runde schneller fahren können.“ Mit seinem Sieg übernimmt er auch die Führung in der Meisterschaft.
Michal Smidl gewinnt das Racing Unleashed Championship-Rennen auf dem virtuellen Nürburgring.

Erstaunlich: Der Zweitplatzierte Enrique Marañon ließ Smidl einfach vorbei, statt sich zu wehren. „Ich habe mich nicht groß verteidigt, er hatte die bessere Pace. Ich habe mich stattdessen auf den Kampf mit Dedic konzentriert“, analysiert der Spanier, dessen Strategie sich auszahlte. Nach einem Fehler Dedics in der Veedol-Schikane konnte er das Duell für sich entscheiden. „Er ist ein starkes Rennen gefahren, hat sich stark verteidigt. Ohne den Fehler hätte ich ihn wohl nicht bekommen.“
Der Züricher ärgert sich über seinen Fehler. „Es ist frustrierend. Am Ende kostet mich ein kleiner Fehler Platz zwei. Das Rennen war sehr schwierig, das Level im Feld ist sehr hoch“, bilanziert Dedic. „Aber es ist immer noch ein starker Podestplatz. Für die Meisterschaft sind das wichtige Punkte.“ Und 1.500 Schweizer Franken für das Portemonnaie.
350 Schweizer Franken nimmt auch der Deutsche Angelo Michel mit. Von Rang 16 hat er sich bis auf Rang acht vorgekämpft. Eine noch bessere Aufholjagd gelang nur dem Vorjahreschampion Alejandro Sanchez, der von Platz 21 auf sechs vorfuhr. Sein spanischer Landsmann Javier Loro, der den Auftakt am Red Bull Ring gewann, ging nach Problemen im Rennen leer aus.

Am 23. und 24. April startet die dritte Competition auf dem virtuellen Kurs von Monza.

In der Challenger League (mit Fahrhilfen-Unterstützung), die bereits am Samstag unterwegs war, sicherte sich Marcos Valverde (Spanien) den Sieg vor David Cid (Spanien) und Sinan Demirbas (Deutschland). Die Meisterschaft führt Cid mit 43 Zählern vor Siro Zambra (28 Punkte) und Valverde (25 Punkte) an.
Am 23./24.04. startet die dritte Competition auf dem virtuellen Kurs von Monza. Wer dabei sein will, kann sich mit einer Hotlap in einer der Lounges (München, Kemptthal, Zürich, Cham oder Madrid) für das Rennen der nächsten Challenger League qualifizieren und im Kampf um über 1.000 Schweizer Franken mitmischen. Die Rennen werden wieder auf Twitch übertragen.
Ein möglicher Gegner könnte Fabian Vettel sein. Der Bruder des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel will bei einer der nächsten Competitions teilnehmen, muss sich aber zunächst qualifizieren.

Von

Alexander Warneke