(dpa/cj) Der Bund hat grünes Licht für die Vorbereitung eines Ersatzbauwerks für die marode Rader Hochbrücke im Verlauf der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal gegeben. Dem 1972 errichteten Bauwerk wird nach neuen Berechnungen noch eine Lebensdauer von zwölf Jahren prognostiziert. Ursprünglich hatte das Teilstück der so wichtigen Nord-Süd-Verbindung nach Skandinavien 80 bis 100 Jahre halten sollen. Die Rader Hochbrücke war im Sommer 2013 wegen maroder Pfeiler viele Wochen lang für Lastwagen gesperrt und anschließend aufwendig repariert worden. Aktuell können über die Brücke Schwertransporte mit einem Gesamtgewicht bis zu 84 Tonnen fahren.
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Die aktuelle Stauprognose fürs Wochenende
Seit Ende Juli laeuft die Sanierung der maroden Pfeiler der Rader Hochbruecke an der A 7. Waehrend der mehrmonatigen Arbeiten ist das Bauwerk fÃ_r Fahrzeuge ueber 7,5 Tonnen gesperrt. Taeglich kommt es daher zu einem langen Stau auf der Autobahn
Die Sanierung der brüchigen Pfeiler im Herbst 2013 kostete rund 2,7 Millionen Euro.
Angesichts der Entscheidung aus Berlin bahnt sich indes ein Streit zwischen Bund und Ländern an. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte jetzt, einem kombinierten Straßen-/Schienen-Tunnel sei auf Arbeitsebene eine Absage erteilt worden. Er wolle bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aber weiter für eine solche Lösung werben. Die Kieler Landesregierung favorisiert einen kombinierten Tunnel, weil der benachbarten Rendsburger Eisenbahnhochbrücke über den Kanal auch nur noch 30 Jahre gegeben werden. Eine solche Lösung bedeute aber höhere Kosten und erheblich mehr Planungsvorlauf, erklärte Meyer. Ein Straßen-/Schienen-Tunnel kostet Schätzungen zufolge mindestens einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Eine reine Straßenquerung wäre deutlich billiger.
Der Bund begründe die Absage an ein Kombinations-Bauwerk auch damit, dass die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke für eine weitere Nutzung von 30 bis 40 Jahren modernisiert werde, sagte Meyer. Dem Bund zufolge werde die Brücke dank späterer Ertüchtigung noch eine Restnutzungsdauer von mindestens 50 Jahren haben. Zudem stellten "weder die Rader Brücke noch die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke einen Engpass im jeweiligen Verkehrsnetz" dar. Dobrindts Ministerium lehnte auch den Vorschlag Schleswig-Holsteins ab, entsprechende verkehrswirtschaftliche Untersuchungen vorzunehmen. "Wir werden nun umgehend mit den Planungen beginnen”, sagte Meyer.