Das konnte der stolze Spanier nicht auf sich sitzen lassen. Nach der Schmach vom Vortag ist Carlos Sainz die zwölfte und vorletzte Etappe der Rallye Dakar 2011 mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren und hat sich den Tagessieg vor seinen Markenkollegen Giniel de Villiers und Nasser Al-Attiyah geschnappt. Die VW-Werksfahrer bestimmten auch auf Etappe 12 das Geschehen. Alle drei belegen in der Gesamtwertung die ersten drei Plätze. Der Führende Al-Attiyah hat beste Chancen auf den Gesamtsieg vor de Villiers und Sainz. Stéphane Peterhansel, der von der ersten Minute an auf Angriff fuhr, um sich die letzte Chance aufs  Siegerpodest zu hieven, musste einmal mehr einen Rückschlag hinnehmen: Der BMW-Pilot hatte zwei Reifenpannen und einen defekten Kühler. Der Franzose beendete die Etappe auf dem vierten Platz – dem Rang, der er auch in der Gesamtwertung belegt.

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Geprägt war die zwölfte von 13 Etappen von mehreren Führungswechseln und einer höchst anspruchsvollen Strecke mit vielen Richtungswechseln und Kuppen. Zunächst bestimmte Stéphane Peterhansel im X-raid-BMW das Tempo. Dann übernahm Giniel de Villiers die Spitze, die er ab Mitte der Etappe an Carlos Sainz verlor. Mit 555 Kilometern war die Prüfung die längste der gesamten Rallye. In der Motorradklasse dominierte Marc Coma, obwohl der Zweitplatzierte Cyril Despres wie ein Löwe kämpfte, um Zeit aufzuholen. Der Katalane holte sich seinen fünften Etappensieg in diesem Jahr und hat damit 16 Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung.

Nasser Al-Attiyah mit Fans
Nasser Al-Attiyah: "Es war sehr schwer. Ich habe von Anfang bis Ende die Konzentration gehalten. Ich musste vor allem Fehler vermeiden. Es war die schwierigste Etappe meines Lebens. Ich musste konzentriert bleiben und trotzdem ein gutes Tempo fahren. Wir hatten keine Probleme. Ich bin glücklich. Als ich das erste Mal zur Dakar kam, habe ich davon geträumt, sie zu gewinnen. Ich warte seit langem auf diesen Moment. Aber es bleibt noch ein Tag."

Stéphane Peterhansel: "Diese Etappe war das Spiegelbild der gesamten Rallye. Irgendetwas gibt es bei uns immer, das nicht klappt. Wenn es nicht der Schotter ist, sind es die Dornen. Folge war, dass wir ein Loch im Kühler hatten und Wasser verloren haben. Und Reifenprobleme hatten wir außerdem. Mit den Platten und Reparaturen mussten wir viermal anhalten, das macht insgesamt mindestens zehn Minuten Zeitverlust. Jeden Tag ist irgendetwas schief gelaufen. Wir sind wirklich gestartet, um zu kämpfen und nicht, um spazieren zu fahren. Aber wenn es schief läuft, dann gründlich."

So geht es weiter: Der Schluss-Sprint in das ersehnte Dakar-Ziel in Buenos Aires führt ähnlich der Wertungsprüfungen einer Rallye-WM-Etappe über Schotterpisten. Die Bergregionen rund um Córdoba bieten die perfekte Kulisse für einen finalen Showdown.