Rallye Italien: Comeback von Neuville
Sardinien-Sieg für Hyundai

Nach einer Reihe schwacher Leistungen gewinnt Thierry Neuville seine zweite WM-Rallye. Weltmeister Sébastien Ogier baut mit Rang drei Gesamtführung aus.
Bild: Picture-Alliance
- Christian Schön
Sogar im eigenen Team hatten sie ihn schon beinahe abgeschrieben. Nur bei zwei von fünf Rallyes der laufenden Saison konnte Hyundai-Pilot Thierry Neuville überhaupt in die Punkteränge fahren, war zwischendurch sogar in die B-Mannschaft des koreanischen Werksteam versetzt worden. Bei der Rallye Italien am Wochenende wischte Neuville sämtliche Kritik vom Tisch. Vier Tage vor seinem 28. Geburtstag feierte der Belgier seinen zweiten WM-Sieg nach dem Erfolg bei der Rallye Deutschland 2014. Nach 19 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 322 Kilometer hatte er 24,8 Sekunden Vorsprung vor Jari-Matti Latvala (31).
Und endlich einmal wieder hatte Neuville mentale Stärke bewiesen. Vom Start weg lieferte er sich ein spannendes Duell mit dem Finnen in Volkswagen-Diensten. Am Samstagmittag betrug der Abstand zwischen den beiden als Nervenbündel berüchtigten Konkurrenten nur 2,9 Sekunden. Den Rest des Feldes hatten sie zu diesem Zeitpunkt längst distanziert.

Fuhr auf Nummer sicher: Latvala wurde Zweiter
Neuville und Latvala profitierten allerdings von ihren Startpositionen acht respektive sechs. Tabellenführer Sébastien Ogier (32) hatte als Erster in der Startreihenfolge auf den extrem staubigen Schotterwegen der Mittelmeerinsel Sardinien dagegen von vorneherein keine realistische Siegchance. Obwohl er schließlich nur Dritter wurde, lief das Wochenende zumindest in Sachen WM-Gesamtstand perfekt für den Volkswagen-Werksfahrer. Weil die drei direkten Verfolger des Weltmeisters patzten, konnte er seine Tabellenführung sogar ausbauen. Sein Vorsprung beträgt jetzt volle 64 Punkte vor dem neuen Meisterschaftszweiten, Hyundai-Pilot Dani Sordo (33).

Werdender Papa und WM-Führender: VW-Star Ogier
Sogar Gattin Andrea Kaiser (34) spielte mit. Die deutsche TV-Moderatorin erwartet ihr erstes Kind, und der zukünftige Vater Ogier wäre im Fall des Falles vorzeitig per Privatflieger aus Sardinien abgereist. Doch der Alarm blieb aus. In der Kategorie WRC2 mussten sich das favorisierten Skoda-Werkspiloten erneut einem Privatfahrer beugen. Der Finne Teemu Suninen (22), immerhin ebenfalls im Skoda Fabia R5, gewann vor Werksfahrer Jan Kopecký (37). Ford-Pilot Elfyn Evans (29) war nicht am Start, bleibt aber Tabellenführer.
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