Mit seinem dritten Saisonsieg hat Toyota-Pilot Elfyn Evans die Rallye-Weltmeisterschaft auf Rang zwei beendet.
Den Vize-WM-Titel sicherte sich der Waliser nach 311 Asphalt-Kilometern über 22 Sonderprüfungen mit einem deutlichen Vorsprung von 1.17,7 Minuten auf den achtmaligen Weltmeister Sébastien Ogier (ebenfalls Toyota).
Dritter wurde der alte und der neue Weltmeister Kalle Rovanperä (dritter Toyota-Pilot), der seinen erneuten Titel bereits vor drei Wochen in Passau klar gemacht hatte.
Der 13. und letzte WM-Lauf 2023 wurde praktisch schon auf der ersten Prüfung am ersten Veranstaltungstag entschieden. Bei extrem nassen Bedingungen, später teilweise sogar bei Schneeschauern, riss es gleich drei Rallye-1-Fahrzeuge ins Verderben: Plötzlich auftretende Wassermassen ließen Hyundai-Pilot Dani Sordo und Ford-Fahrer Adrien Fourmaux in Bäume rutschen, während Toyotas japanischer Kämpfer Takamoto Katsuta sich mit erheblichen Schäden noch in den Service-Park in Toyota-City schleppen konnte.
Totale Dominanz von Toyota mit dem Yaris bei der Rallye Japan.
Bild: Red Bull Content Pool

Toyota dominierte die 22 Prüfungen nach Belieben, Evans agierte dabei hochkonzentriert und nahezu fehlerfrei. Der 34-jährige holte vier Bestzeiten, aber es war seine überragende Performance am Freitag, die den Ausschlag für seinen achten Karriere-Sieg gab: 26,0 Sekunden legte er zwischen sich und Verfolger Ogier herausgefahren hatte.
Schlechte Sicht durch beschlagene Windschutzscheiben erschwerte die Herausforderung zusätzlich. Viele Piloten hätten eine Unterbrechung an diesem stark verregneten Freitag in den Bergen östlich von Nagoya gerne gesehen, doch nur die vierte Prüfung wurde wegen der schwierigen Bedingungen abgesagt.
Auch Hyundai-Ass Thierry Neuville scheiterte an den Elementen. Der Belgier kam bis auf 10,5 Sekunden an Evans heran, bevor er in der ersten Kurve der sechsten Etappe nach rund hundert Metern von der Straße abkam. Neuville nahm die Rallye am Samstag wieder auf und sicherte sich wenigstens die vollen Bonuspunkte für die Power Stage am Sonntag.
Nach Neuvilles Ausfall verbuchte Evans 44,4 Sekunden Vorsprung auf Ogier, der bis zum Ende sogar auf 1.49,9 Minuten anwuchs.
Grund: Ogier erhielt eine einminütige Strafe, nachdem er den Service mit sechs Minuten Verspätung verlassen hatte. Eine Kollision mit einer Leitplanke hatte zudem Reparaturfolgen für das Fahrwerk seines GR Yaris Rally1.
Weltmeister Rovanperä indes kämpfte am Freitag permanent mit einer beschlagenen Windschutzscheibe. Nach nur drei Prüfungen eilte er bereits 1:36,4 Minuten hinterher. Der Finne bezeichnete die Bedingungen als die schwierigsten der Saison.
"Es war eine schwierige Rallye und ich hatte das Gefühl, dass ich nach dem Ausfall im vergangenen Jahr in Führung liegend noch etwas zu erledigen hatte“, betonte Evans. „Nur ja keinen Fehler machen, sonst sieht man aus wie ein Idiot, wenn man den Sieg in Griffweite wegschmeißt.“
Autor: G. Coltello