Weil er auf der Flucht vor der Polizei mit mehr als 100 km/h durch Ludwigsburg (Baden-Württemberg) raste, muss ein 23-Jähriger nicht nur seinen Führerschein für ein Jahr abgeben und eine Strafe von 7200 Euro zahlen. Er muss auch das Tat-Auto verkaufen – seinen BMW 440i. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten".

Fluchtfahrt soll über rote Ampeln und einen Gehweg geführt haben

Dem Bericht nach wollte der Mann mit dem 326 PS starken 4er vor seinen Freunden posen. Dann erwischte eine Polizeistreife ihn beim Losballern mit quietschenden Reifen. Statt sich den Beamten zu stellen, gab der 23-Jährige einfach Gas und legte eine Flucht in GTA-Manier hin. Zeitweise soll der 23-Jährige mit Tempo 120 durch die Innenstadt in Ludwigsburg geheizt sein, über rote Ampeln und sogar über den Gehweg, um an wartenden Autos vorbeizukommen.
Die Polizei gab die Verfolgung wegen der Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer schließlich auf, konnte den Mann aber trotzdem schnell finden. Der hatte seinen BMW auf dem Hof einer Feuerwache stehen gelassen und war zu Fuß weitergeflüchtet. Ein Feuerwehrmann sah, wie schnell das Auto unterwegs war, dazu das Blaulicht – er zählte eins und eins zusammen und meldete das der Polizei. Die fand den Fahrer schnell, denn er war noch in der derselben Straße unterwegs.

Das Auto muss innerhalb von drei Monaten verkauft sein

Warum die seltsame Flucht? Laut "Stuttgarter Nachrichten" sagte der Mann, er habe Angst bekommen und "hatte einen Blackout". Das Amtsgericht Ludwigsburg verurteilte ihn wegen illegalen Autorennens. Zur Strafe gehört, dass er seinen BMW 4er jetzt verkaufen muss – innerhalb von drei Monaten und zum bestmöglichen Preis. Das Geld darf der 23-Jährige aber nicht komplett behalten, 7000 Euro gehen in die Staatskasse. Wenn der Verkauf nicht klappt, wird das Auto eingezogen.