Autokauf

Ratgeber: Gebrauchtwagenversicherung

So sichern Sie sich beim Privatkauf ab

Beim Autokauf von Privatpersonen gibt es in der Regel keine Garantie. Wer auf Nummer sicher gehen will, schließt gesondert eine Gebrauchtwagenversicherung ab. AUTO BILD erklärt, wann die Policen greifen.
Rund 22.000 Euro kostet auf Mobile.de der durchschnittliche Gebrauchtwagen. Wer so viel Geld auf den Tisch legt, will auf Nummer sicher gehen. Das Problem: Beim Autokauf von Privatpersonen gibt's in der Regel keine Garantie. Anders sieht es beim professionellen Händler aus: Der muss ein Jahr Gewährleistung bieten. Und häufig gibt er sogar noch eine Gebrauchtwagengarantie zusätzlich mit auf den Weg. Im Prinzip super, aber Gewährleistungspflicht und Garantieversicherung lässt sich der Profi-Verkäufer natürlich bezahlen. Und so sind Autos aus privater Hand in der Regel günstiger als der Wagen vom Händler. Wer privat kauft, kann sich eine Versicherung einfach dazukaufen. Solche Policen heißen zum Beispiel "MotorComfort-Versicherung" oder "Garantie Direkt". Sie gibt's im Internet, und abschließen kann sie jeder Autokäufer, selbst wenn der Kauf schon länger zurückliegt. Was die Police abdeckt, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Die Kosten für den Schutz belaufen sich auf 200 bis 400 Euro pro Jahr.

Die Garantie greift meistens nicht sofort

Verschleißteile, wie etwa der Auspuff oder Bremsen, sind von Gebrauchtwagengarantien ausgeschlossen.

In der Regel berechnen sich die Tarife nach der Motorleistung. Im Prinzip lässt sich so jeder Gebrauchte absichern. Ob Oldtimer, Achtzylinder oder 1000 PS – alles kein Problem! Jedenfalls im Prinzip. Einige Versicherer schließen im Vorfeld bestimmte Modelle aus. So kann es sein, dass es nur Schutz für Fahrzeuge mit Vier- bis Sechszylindermotor gibt, die jünger als zehn Jahre sind und weniger als 150.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Ist der Vertrag unterschrieben, müssen Sie meist eine Zeitlang warten und eine bestimmte Fahrleistung erbracht haben, bis die Garantie zum ersten Mal greift. Das können zum Beispiel 1000 Kilometer bzw. ein Monat sein. Welche Bauteile versichert sind, hängt vom Anbieter ab. In der Regel sind alle serienmäßigen elektronischen und mechanischen Teile am Auto (wie Getriebe oder Steuergeräte) versichert. Verschleißteile und Teile, die nach Vorgaben der Hersteller regelmäßig getauscht werden, etwa Motoröl, Wischergummis oder Reifen, sind ausgenommen.
Überblick: Tipps zum Autokauf

Die Höhe der Erstattung richtet sich nach der Laufleistung

Wie viel Geld Sie bei fälligen Reparaturen von der Versicherung bekommen, hängt im Regelfall von der Laufleistung des versicherten Fahrzeugs ab. Die meisten Anbieter staffeln die Erstattung der Kosten prozentual nach den gefahrenen Kilometern zum Zeitpunkt der Reparatur. Beispiel: Wenn ein Auto noch keine 50.000 Kilometer runter hat, wird die Rechnung komplett übernommen. Bei 80.000 Kilometern sind es noch 70 Prozent. Pro Schadensfall ist zudem in der Regel ein Selbstbehalt fällig. Je nach Anbieter ist die Gesamtsumme der Erstattung pro Jahr auf einen bestimmten Betrag begrenzt. Bei der DEVK sind es zum Beispiel 7000 Euro. Bei Garantiedirekt.de 5000 Euro pro Baugruppe und Schaden. Wichtig: Alle Inspektionen müssen nach den Herstellervorgaben durchgeführt werden. Eine Fachwerkstattpflicht für die Wartung gibt es nicht. Allerdings kann der Versicherer bei Reparaturen eine Werkstattbindung vorschreiben. Die Verträge laufen meist ein Jahr und verlängern sich oft automatisch. Sie enden auf jeden Fall, sobald die vereinbarte Laufzeit und Laufleistung erreicht ist.

Empfehlung: Profi-Check für 89 Euro
Wer seinen Gebrauchten privat statt beim Händler kauft, spart laut ADAC rund acht Prozent beim Preis. Damit die Ersparnis nicht kurz nach dem Kauf für teure Reparaturen draufgeht, empfehlen wir einen Check beim Profi. Denn auch Gebrauchtwagen-Versicherungen decken nicht alles ab! Ein Check bei TÜV, DEKRA und Co kann versteckte Mängel auf decken und Blender entlarven, die vermeintlich top gepflegt und gleichzeitig sehr günstig sind. Beim TÜV Nord kostet der Service zum Beispiel 89 Euro. In etwa 30 Minuten prüfen die Experten unter anderem Karosserie, Motorraum, Bremsen und Unterboden. Außerdem schauen sie, ob ein Fahrzeug Unfallschäden hat. Ansonsten gilt: Nutzen Sie die Probefahrt nicht nur für den ersten Fahreindruck. Kontrollieren Sie das Scheckheft, und achten Sie auf eine lückenlose Historie der Wartungen.

Bendix Krohn

Fazit

Fragen Sie den Vorbesitzer, ob für das Fahrzeug bereits eine Garantie abgeschlossen wurde und wie zufrieden er damit ist. Passen die Leistungen, können Sie den Vertrag in der Regel problemlos übernehmen. Das gilt übrigens auch für die Haftpflicht- oder Kaskoversicherung zum neuen Gebrauchten.

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