Recaro insolvent, Arbeitsplätze vorerst sicher
Autositz-Kultmarke Recaro ist pleite, Umstrukturierung geplant

Bild: Recaro
Der Autositzhersteller Recaro aus Kirchheim unter Teck hat aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten beim Amtsgericht Esslingen Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht hat am Montag die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und den Stuttgarter Rechtsanwalt Holger Blümle als vorläufigen Sachwalter bestellt. Blümle soll die wirtschaftliche Lage der Recaro Automotive GmbH prüfen und die Geschäftsführung überwachen. Die internationale Beratungsgesellschaft Baker Tilly unterstützt das Verfahren rechtlich.
Als Gründe für die Insolvenz gibt das Unternehmen extreme Preissteigerungen, Marktveränderungen und den Wegfall eines Großauftrags an. Allein: Die Löhne der Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld gesichert. In einer Betriebsversammlung wurden die Angestellten umfassend informiert. Trotz des Verfahrens bleibt die Produktion bestehen, um erteilte Aufträge und neue Anfragen zu erfüllen. Die Gesellschafter unterstützen die Restrukturierung, die nur die Recaro Automotive GmbH in Deutschland betrifft.
Recaro will bald wieder auf gesunden Füßen stehen
Recaro plant, durch das Insolvenzverfahren wirtschaftlich gestärkt hervorzugehen. Die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden soll intensiviert werden, um bald wieder auf sicheren wirtschaftlichen Füßen zu stehen.
Die Gewerkschaft IG Metall äußerte sich indes überrascht über den Insolvenzantrag. Über Jahre hinweg hätten die mehr als 200 Mitarbeiter durch Verzicht und die Verschiebung von Entgelten zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Unternehmens beigetragen, heißt es von der Gewerkschaft.
Auch Betriebsratschef Frank Bokowits äußerte Enttäuschung über das Vorgehen des Managements. Die IG Metall fordert einen transparenten Dialog zwischen der Geschäftsführung, dem Sachwalter und den Mitarbeitern. Alessandro Lieb, der Chef der IG Metall in Esslingen, betonte die Notwendigkeit, alle Optionen zur Sicherung der Arbeitsplätze und zur Findung einer nachhaltigen Lösung zu prüfen. Ein Treffen mit den Vertretern der Belegschaft ist geplant, um das weitere Vorgehen zu diskutieren.
(mit Informationen von dpa)
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