Max Verstappen rast im Red Bull durch die USA

Red Bull: Halbzeitbilanz

Nur Verstappen ein Bulle

Im ersten Halbjahr konnte nur Max Verstappen bei Red Bull überzeugen. Deshalb war die Degradierung von Pierre Gasly konsequent.
Auch wenn es hart klingt: Red Bull Racing war in der ersten Saisonhälfte ein "Ein-Wagen-Team." Grund: Hollands junger Superstar Max Verstappen (21) fuhr zwei Siege ein, insgesamt fünf Podiumsplätze und liegt mit 181 Punkten als Dritter der Fahrerwertung mit nur sieben Zählern Rückstand in Schlagdistanz zu Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas.
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Das Red Bull in der Konstrukteurswertung ebenfalls nur Dritter ist, liegt nur an Verstappens französischem Teamkollegen Pierre Gasly (23). Gasly wirkte bei den ersten zwölf Rennen völlig überfordert. Er zerbrach regelrecht an der Überstärke seines Teamkollegen.
Eine Zahl spricht dabei Bände. Im Qualifying verlor Gasly im Durchschnitt eine halbe Sekunde auf Verstappen. Das ist der schlechteste Wert eines Piloten im Fahrerfeld 2019. Kein Wunder, dass Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach dem letzten Rennen vor der Sommerpause in Ungarn sehr kritische Worte fand: "Wir haben keine zwei Autos, die vorne fahren. Das schadet uns, besonders in Hinsicht auf die Konstrukteurswertung."

Max Verstappen fuhr in der ersten Saisonhälfte bereits zwei Siege ein.

Sein Boss, Red-Bull-Chefberater Helmut Marko,  sagt es noch drastischer: "Gasly hat Probleme im Verkehr. Da verliert er Plätze. Überholen tut er auch nicht gerne. Auch deshalb mussten wir reagieren und Albon die Chance geben. Er fährt erst mal die Saison zu Ende, Gasly übernimmt seinen Toro Rosso und dann schauen wir, wer nächstes Jahr an der Seite von Max fährt.“
Wer Marko aber kennt, weiß: Der Grazer Doktor der Rechtswissenschaften würde gern weiter Alexander Albon die Chance geben. Der Engländer mit thailändischen Wurzeln fuhr laut Marko bisher "eine Riesendebüt-Saison. Er quetschte das Auto richtig aus."
Positiv für Red Bull in der ersten Saisonhälfte: Man war das Team, das sich im Laufe der Saison am stärksten steigern konnte. Der eher mäßige Start hatte einen Grund. Marko:  "Wir haben ein Auto mit zu wenig Abtrieb gebaut. Wir haben ganz einfach unterschätzt, wie viel Fortschritte unser neuer Motorpartner Honda gemacht hat. Sie lieferten mehr Power als wir dachten.
Deshalb wollten wir die fehlenden PS ursprünglich mit einem Chassis kompensieren, dass aerodynamisch sehr effizient ist. Wir haben das aber korrigiert und bei den letzten Rennen waren wir fast auf Augenhöhe mit Mercedes. Ferrari haben wir definitiv überholt."
Marko weiter: "Ich denke, wir werden in der zweiten Saisonhälfte auf jeder Art Rennstrecke konkurrenzfähig sein."
Für Red Bull war die Steigerung extrem wichtig. Grund: Superstar Verstappen hat eine Klausel im Vertrag, die ihn verpflichtet zu bleiben, wenn er nach dem Rennen in Ungarn unter den ersten Drei der Fahrerwertung liegt. Das hat er durch den Tempogewinn Red Bulls auch geschafft.
Verstappen indes, der zwei der letzten vier Rennen gewann,  macht keinen Hehl daraus, dass er gerne bleibt. "Was Honda und Red Bull in den letzten Wochen geleistet haben, ist sensationell. Ich glaube fest daran, dass wir zusammen mein Ziel verwirklichen können: jüngster Weltmeister aller Zeiten zu werden. Das kann ich 2020 noch erreichen."
Vergleich Verstappen gegen Gasly:
Qualifying Duell:11-1
durchschnittlich im Q schneller:  -0.500s
Rennvergleich: 11-1
Durchschnittsteampunkte: Vettel 74%, Gasly 26%

Max Verstappen rast im Red Bull durch die USA

Autor: Ralf Bach

Fotos: Red Bull Content Pool

Stichworte:

Gasly, Pierre

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