Reifendruck: Warum er so wichtig ist
So kontrollieren Sie den Reifendruck richtig

Bild: DEKRA
Reifen sind das einzige Bindeglied zwischen Auto und Straße. Ob Beschleunigen, Bremsen oder Kurvenfahrt – jede Bewegung des Fahrzeugs hängt von den vier Gummis ab. Stimmt der Reifendruck nicht, leidet nicht nur das Fahrverhalten, sondern auch die Lebensdauer der Pneus. Schon ein halbes Bar zu wenig kann den Spritverbrauch spürbar in die Höhe treiben und das Handling verschlechtern.
Besonders gefährlich wird es, wenn ein Reifen bei hoher Geschwindigkeit versagt – im schlimmsten Fall kann er platzen.
Bereits 1927 erklärte die DEKRA in einem Artikel über die Folgen falscher Behandlung von Kraftwagenreifen: "Mit vielen Reifen wird lediglich durch Verschulden des Verbrauchers nicht die Kilometerleistung erzielt, die ein Automobilreifen eigentlich haben sollte. Dies ist auf Sorglosigkeit, Nachlässigkeit oder Unwissenheit zurückzuführen."
Heute, fast 100 Jahre später, warnen Experten immer noch vor denselben Fehlern.
Was passiert bei falschem Reifendruck?
- Zu wenig Luftdruck: Der Reifen liegt stärker auf den Außenkanten auf, die sich schneller abnutzen. Zudem verformt sich das Material, wodurch es zu Reibung im Inneren kommt. Diese Erwärmung kann den Reifen auf Dauer schädigen oder sogar zum Platzen bringen.
- Zu hoher Luftdruck: Das Profil wölbt sich nach außen, die Auflagefläche verkleinert sich. Die Folge: weniger Grip, ein längerer Bremsweg und ungleichmäßige Abnutzung.
Ein Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) ist seit 2014 bei allen Neuwagen in der EU Pflicht. Es warnt den Fahrer, wenn der Druck abfällt. Dennoch sollte der Reifendruck regelmäßig geprüft und den Gegebenheiten angepasst werden – besonders bei voller Beladung oder längeren Autobahnfahrten.
Wie oft sollte der Reifendruck geprüft werden?
Mindestens einmal im Monat und vor längeren Fahrten. Der empfohlene Druck steht in der Bedienungsanleitung oder als Aufkleber in der Tankklappe, an der B-Säule oder im Handschuhfach. Eine Faustregel: Je schwerer das Fahrzeug beladen ist, desto höher sollte der Druck sein – oft bis zu 1 Bar mehr als im Normalbetrieb.
Wie prüft man den Reifendruck richtig?
An jeder Tankstelle gibt es Luftdruckprüfer:
- Ventilkappe abschrauben
- Stecker des Messgeräts aufsetzen
- Gewünschten Druck einstellen und Luft auffüllen oder ablassen
- Ventilkappe wieder aufsetzen
Moderne Systeme zeigen den Druck digital an und passen ihn automatisch an.
5 Tipps für ein langes Reifenleben
- Luftdruck regelmäßig prüfen – und nach längeren Fahrten mit voller Beladung anpassen.
- Reifen auf Schäden checken – Risse oder Beulen können gefährlich werden.
- Defensiv fahren – abrupte Bremsmanöver und schnelle Kurven setzen den Reifen zu.
- Bordsteinkanten meiden – wer sie überfährt, sollte es langsam und möglichst im rechten Winkel tun.
- Reifen achsweise tauschen – so nutzen sie sich gleichmäßig ab.
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