Camping mit dem Reisemobil boomt! Allein 2021 liefen knapp 82.500 Wohnmobile aus den Hallen deutscher Hersteller. Mit einem Plus von 9,4 Prozent der höchste Wert der Geschichte. Eine Umfrage des ADAC stellte zudem fest: Mehr als die Hälfte der Deutschen hält Campingurlaub während der Pandemie für sicherer als andere Reiseformen. Und mit 63 Prozent ist das Heimatland das beliebteste Ziel für Campingurlauber. (Das sind die spektakulärsten Campingplätze Deutschlands)
Was bedeutet das für die Feriensaison 2022 in Deutschland? Ganz klar: Das Interesse an Reisemobilen, Wohnanhängern und Stellplätzen wird auch in diesem Jahr für eine große Nachfrage und damit steigende Preise sorgen. Damit es mit dem Traumurlaub im Reisemobil und Co trotzdem klappt, zeigt AUTO BILD zehn konkrete Tipps. Dabei muss es nicht immer gleich ein neues teures Campermodell sein.
Camper-Auto-Abo
VW Financial Services Camper-Auto-Abo

Caddy California oder California Ocean im Abo

Jetzt im Abo bei VW Financial Services: VW California Ocean zum Monatspreis ab 1899 Euro. Ebenfalls erhältlich: Caddy California und Grand California 600.


Novizen sollten sich für das erste Mal lieber ein Wohnmobil mieten. Zudem zeigen wir Ihnen interessante Alternativen – vom kompakten Dachzelt bis hin zum individuellen Ausbau –, die wesentlich günstiger sind. Und bitte auch rechtzeitig an die Buchung des Stellplatzes denken. Dann steht dem Traumurlaub 2022 nichts mehr im Weg.

1. Reisemobil neu kaufen

"Wer sich heute beim Vertragshändler ein individuelles Neufahrzeug konfiguriert, muss aktuell geschätzte neun bis zwölf Monate warten", sagt Marc Dreckmeier von Caravaning Industrie Verband (CIVD). Im Schnitt kostet ein Reisemobil mittlerweile 77.500 Euro. Ein neuer Kastenwagen liegt aktuell bei 30.000 Euro, und die großen Luxusliner kosten schnell mehrere Hunderttausend Euro. Viel Geld für ein Fahrzeug, das in der Regel nur für den Urlaub dient. Dreckmeier rät: "Schneller fündig wird man dieses Jahr unter Umständen, wenn man Händler nach Modellen fragt, die beim Hersteller bestellt, aber noch nicht verkauft sind." Neben der starken Nachfrage befeuern vor allem Lieferkettenprobleme die rasante Preisentwicklung.

2. Reisemobil gebraucht kaufen

"Die Nachfrage nach gebrauchten Freizeitfahrzeugen ist hoch", so CIVD-Mann Dreckmeier. Aktuell bringen Händler weniger junge Gebrauchte in den Markt. Der Grund: Besitzer halten ihre Autos wegen der langen Lieferzeiten für neue Modelle länger. Somit sei der Gebrauchtmarkt im Prinzip leer. Auch ältere Wohnmobile kosten schnell fünfstellig. 
Reisemobil Gebraucht
Eine Händlergarantie schützt beim Gebrauchtkauf. Wichtig vor allem bei älteren Modellen.
Wichtige Ratschläge für die Suche: Legen Sie sich nicht auf ein bestimmtes Modell fest. Vergleichen Sie unterschiedliche Mobile. Vorsicht vor Wasserschäden! Wer auf Nummer sicher gehen will, macht einen Gebrauchtcheck beim ADAC. Der kostet je nach Fahrzeuggröße zwischen 200 und 400 Euro, dauert zwei Stunden und bietet zusätzliche Sicherheit.

3. Reisemobil mieten

Bevor Sie ein teures Reisemobil kaufen, empfiehlt sich ein Kurzurlaub mit einem Mietfahrzeug. Probieren Sie erst einmal aus, ob diese Art Urlaub etwas für Sie ist und welches Modell sowie Größe zu Ihnen passen. Mietcamper finden Sie bei lokalen Reisemobilhändlern und den großen Plattformen im Netz. Im Schnitt kostet ein Reisemobil rund 120 Euro/Tag, in der Hochsaison wesentlich mehr. Momentan bekommen Frühbucher noch Rabatt. Mindestalter für Mieter meist 21 Jahre. Für Reisemobile bis 3,5 t reicht der Führerschein Klasse B.

4. Reisemobil-Ausbau

Camper Ausbau
Der VW Caddy mit seinem hohen Dach ist ideal für den Ausbau zum Mini-Camper.


Besitzer von Hochdachkombis und Kleinbussen können mit vormontierten Campingelementen und wenig Aufwand ihr Auto zum Mini-Reisemobil umwandeln. Je nach Fahrzeug, Anbieter und Wünschen kosten die Ausbauten ab 1000 Euro. Bastler können auch selbst Hand anlegen. Sogenannte Campingboxen gibt's im Baumarkt ab 500 Euro.

5. Dachzelt & Faltcaravan

Dachzelt
Dachzelte kosten zwischen 800 und 4000 Euro.

Diese kompakten Konstruktionen machen aus dem eigenen Pkw ein Campmobil. Dachzelte werden auf dem Autodach montiert und bieten ausgeklappt Platz für zwei bis vier Personen. Faltcaravans sind größere Zelte in einachsigen Anhängern, die ausgeklappt zu wahren Raumwundern werden. Kosten: Zelte zwischen 800 und 4000 Euro, Faltcaravans rund 5000 Euro.

6. Stellplatz buchen

Wer früh bucht, kann sich jetzt noch seinen Wunschstellplatz aussuchen. Das Angebot an freien Plätzen auf den Campinganlagen wird spätestens zum Frühling knapp. Zudem bieten viele Anbieter Frühbuchern jetzt noch einen Rabatt von bis zu zehn Prozent. Den besten Überblick über freie Plätze bieten Internetseiten wie Camping.info oder Pincamp sowie Apps. In Deutschland kostet eine Nacht inklusive 5 kWh Stromverbrauch, dreimal duschen mit Warmwasser und möglichen Kurtaxen etwa 30 Euro. Klar, in der Hochsaison steigen die Preise.

7. Absetz-Kabine

Absetzkabine
Gebrauchte Absetzkabinen gibt es schon ab 5000 Euro.

Für Besitzer von Pick-ups, Fahrzeugen mit einer offenen Ladefläche, gibt es praktische Wohnkabinen als Aufsatz. Die vollausgestatteten Kabinen mit Bad, Essbereich, Küche und Alkovenbett sind ideal für zwei Personen und können mit wenigen Handgriffen abgesetzt werden. Die Vorteile: nicht zulassungspflichtig, keine TÜV-Abnahme und keine extra Kfz-Steuer. Gebrauchte Absetzkabinen gibt es ab 5000, neue Modelle kosten ab 18.000 Euro.

8. Wohnwagen

Wohnwagen
Der Urlaub mit dem Caravan ist flexibel und in der Anschaffung günstiger als ein Reisemobil.

Die praktischen Wohnanhänger gibt es bereits seit Anfang der 1930er-Jahre. Alles, was Sie brauchen, ist ein Pkw mit einer Anhängerkupplung und der entsprechenden Anhängelast. Die Ausstattung ist vergleichbar mit einem Reisemobil. Der Caravan ist vor allem beliebt bei Dauercampern. Kleine, ältere Modelle kosten wenige Tausend, neue Modelle ab 13.000 Euro.

9. Glamping

Glamping steht für Glamorous Camping und ist die luxuriöse Alternative zum klassischen Zelturlaub. Dabei handelt es sich meist um vollausgestattete Zelte, Baum- oder Tinyhäuser, die mitten in der Natur liegen und viele Extras wie ein richtiges Bett und ein privates WC bieten. Die Preise für eine Unterkunft beginnen bei rund 50 Euro/Nacht. Info unter: www.glampings.de

10. Apps für Camper

ADAC CAMPING/STELLPLATZ 2022
Die App vom ADAC für 4,99 Euro bietet neben dem Stellplatzfinder viele Rabatte.
PAULCAMPER
Die Gratis-App ist Europas größte Plattform für privates Reisemobilsharing.
TRUMA
Mit der App können Sie iNet-Geräte wie Klimaanlagen steuern und Füllstände abfragen.