Reisemobil: La Strada Regent E im Test
Kompakt trifft Komfort: Der Regent E zeigt, wie's geht

Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Mit den Wünschen ist das so eine Sache: Manche schließen sich einfach aus. Viele deutsche Camper wünschen sich ein kompaktes Fahrzeug, das sie auch in der Stadt bewegen können. Wie den Sprinter, der mit 5,93 Metern unter der magischen Sechs-Meter-Grenze bleibt.
In der Regel bietet so ein Fahrzeug dann die beliebte quer eingebaute Doppel-Liegefläche im Heck. Bei La Strada heißt der Regent S. Was aber, wenn mein zweitgrößter Wunsch Einzelbetten sind, die in Längsrichtung stehen? Da wird es dann buchstäblich eng. Denn das geht meist nur mit einem langen Radstand, der dann nicht mehr stadttauglich ist – weil er, wie der La Strada Regent EB, auf 6,97 Meter Gesamtlänge kommt.

Der La Strada tritt robust auf – und das kostet. Zum Beispiel: Metallic-Lackierung "Selenitgrau" 2215 Euro, LED-Scheinwerfer 2342 Euro, Alufelgen mit Offroadbereifung 1495 Euro, elektrische Zuziehhilfe für die Schiebetür 550 Euro.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Was für ein Glück, dass man bei der Manufaktur im hessischen Echzell so sehr auf die Umsetzung von Kundenwünschen bedacht ist. Dann wird so lange getüftelt, bis ein entsprechendes Modell präsentiert werden kann – wie der Regent E beweist.
Das ist der La Strada Regent E
Ein Offroad-Kastenwagen auf Mercedes Sprinter, der konsequent auf die Zwei-Personen-Nutzung ausgelegt ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass es keine klassische Sitzgruppe gibt. Stattdessen einen flexibel einsetzbaren Tisch, der sich vorn, hinten und draußen verwenden lässt. Sehr clever! Für die tragende Säule gibt es zwei Halterungen im Fahrzeugboden.

Ja, es gibt nicht so wahnsinnig viel Platz im Regent E, aber zwei Personen kommen hervorragend zurecht.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Für den Außeneinsatz bekommt die Konstruktion leichte Füße, die sich hinter der Schiebetür unten in der Küche befinden. Als Sitzmöbel zum Tisch dienen vorn drehbare Fahrerhaussitze, hinten gibt es dank mehrteiliger Matratzen die Möglichkeit, die Enden der Liegeflächen als Sitzflächen zu nutzen. Quer schlafen kann man aber auch, dann bräuchte man das zur Nacht nicht einmal umzubauen. Aber wir wollen ja ausdrücklich längs schlafen und mehr Raum zum Entspannen genießen. Trotz der Einteilung in mehrere Matratzenteile ist der Liegekomfort übrigens tadellos.
Fahrzeugdaten | La Strada Regent E |
|---|---|
Motorisierung | 319 CDI |
Leistung | 140 kW (190 PS) bei 3800/min |
Hubraum | 1950 cm3 |
Drehmoment | 450 Nm bei 1500/min |
Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
Getriebe/Antrieb | Neunstufenautom./Allrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 93 l/Diesel + 22 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 5932/2040/2830 mm |
Radstand/Bereifung | 3660 mm/ 265/60 R 18 119/116 S |
Masse fahrbereit/Zuladung ca. | 3145/358 kg |
Anhängelast (gebremst/ ungebremst) | 2800/750 kg |
Grundpreis/Testwagenpreis | 112.340 Euro / 151.571 Euro |
Unter dem Bett gibt es mehrere Stauräume, im Heck des Testwagens war ein Schränkchen eingebaut, mit dem sich der Laderaum gut strukturiert nutzen lässt – allerdings zulasten der Ladekapazität und der Flexibilität. Wer das möchte, baut das Möbel einfach aus und bekommt auch Sperriges hinein. Wäsche und ähnliches findet in den oberen Staufächern über dem Bett Platz. Bücher und Zeitschriften werden in zwei Stoffhalterungen hinten aufbewahrt.
Das kompakte Küchenmöbel bietet Zweiflammenkocher, Spüle, einen kleinen Stauschrank oben, vier Schubfächer unten und einen an der Stirnseite eingebauten Kühlschrank, der dank Doppelanschlag von innen wie außen gut erreichbar ist. Was fehlt, ist Arbeitsfläche. Geschnippelt werden muss daher auf der Glasabdeckung, unter der Spüle und Herd verschwinden. Das Bad ist mit Klappwaschbecken, kleinem Sanitärschränkchen, großem Spiegel, Fenster, Duscharmatur, WC, Toilettenpapierhalterung und Duschvorhang ausgestattet.

Flexibilität ist das Zauberwort bei La Strada. Längs-Einzelbetten im kurzen Sprinter – oder doch lieber nur eine Liegefläche.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Vorn gibt es wie gesagt keine der üblichen Sitzgruppen, sondern nur eine kleine Anrichte hinter dem Fahrerhaus. Tisch und Tischbein ruhen während der Fahrt übrigens in einem Staufach oben im Fahrerhaus.
Das hat der Regent E
Sehr viel Charisma. Das fängt schon bei dem sehr selbstbewussten Auftritt mit Schnorchel, grobstolliger Bereifung und Reserverad am Heck an. Das macht mächtig Eindruck. Wo man mit diesem Fahrzeug auftaucht, haben die Campingnachbarn schnell Redebedarf.

Robustes Armaturenbrett mit Instrumenten, wie man sie aus Mercedes-Pkw kennt. Navi und Smartphone-Einbindung ins MBUX kosten 1650 Euro, das Park-Paket mit 360-Grad-Kamera 1500 Euro.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Aber auch innen weiß der La Strada zu überzeugen – mit einem sehr soliden, handwerklich gut gemachten Innenausbau zum Beispiel. Da wackelt, knistert und knattert gar nichts. Dazu ein schönes Lichtkonzept aus beleuchteten Streifen, fünf Spots in der Decke und zwei beweglichen ganz hinten. Besonders nettes Element: Das Milchglasfenster im Bad kann auch als indirekte Beleuchtung in Szene gesetzt werden.
Hochbeinig, aber nicht staksig. Das Mercedes-Chassis funktioniert auch mit Allradantrieb (8030 Euro) und Offroadbereifung ganz hervorragend. Man fährt komfortabel, selbst die Geräuschentwicklung von den groben Reifen ist noch ganz erträglich.
Fahrer und Beifahrer thronen fast über dem Verkehr. Eine erhabene Sitzposition, von der aus man einen guten Überblick hat. 190 PS (4070 Euro) nebst sahniger Neunstufenautomatik sorgen für souveränen Vortrieb. Und falls der Asphalt einmal ausgeht, fährt man einfach weiter.
Fazit
Auch wenn sie bei La Strada nicht zaubern können, gelingen ihnen doch immer wieder bemerkenswerte Entwürfe. Die Wünsche der Kunden stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie der eigene Qualitätsanspruch. Schön, dass es das noch gibt und es die Kunden goutieren. Ansaug-Schnorchel vorn (1198 Euro) und Reserverad an der Hecktür (1259 Euro) fallen auf. Die Anhängerkupplung gibt's für 1831 Euro.
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