Reisemobil-Neuheit: Clever Vans Aventuro 600 mit Hubdach
So funktioniert der Sprinter 4x4 für vier

Jetzt wird Pössls Allrad-Sprinter familientauglich – mit Aufstell-Schlafdach für zwei zusätzliche Schlafplätze. Wir sind die neue Version als Clever Vans Aventuro 600 gefahren.
Bild: Erwin Fleischmann
- Thomas Rönnberg
Eigentlich war es ja ganz vernünftig, den Aventuro 600 – und dessen Pössl-Bruder Roadstar X – rein als Zwei-Personen-Fahrzeug zu konzipieren. Denn mit dem Allrad-Sprinter als Basis steht schon beim fahrfertigen Reisegewicht eine 3 vorn; da können zwei Reisende gerade noch genug mitnehmen.
Dennoch fanden es viele schade, dass der vor einem Jahr eingeführte Aventuro/Roadstar X nur zwei eingetragene Sitzplätze und zwei Schlafplätze hatte. Den Sitzplatzmangel konnte man zwar schon bisher mit einem optionalen Sitz mit Gurt beseitigen; sogar einen einhängbaren vierten Sitz gab es bereits. Aber wirklich familientauglich wird der Allradcamper erst mit dem optionalen Hubdach.

Panoramablick: Der Zeltbalg lässt sich rundum herunterrollen. Das Fliegengitter kann zu bleiben.
Bild: Erwin Fleischmann
Das stellt zusätzliche Schlafplätze bereit, das Matratzenmaß von 208 x 120 cm reicht für zwei. Sie genießen hier oben einen prächtigen Panoramablick; die verdunkelnde Zeltbahn lässt sich abzippen und zusammengerollt festzurren. Ein 50 x 70 Zentimeter großes Heki sorgt für Sternenblick und Frischluft, auch wenn der Zeltbalg rundum geschlossen ist. Und es fehlen im Obergeschoss weder zwei USB-Ladeanschlüsse (einmal USB-A, einmal USB-C) noch zwei Leselampen.
Für kleinere Kinder – und damit das Kopfkissen nicht entschwindet – gibt's natürlich ein stabiles Herausfallschutz-Netz. Zum Schließen des Dachs sind allerdings in jedem Fall Erwachsene nötig: Ein 80-Kilogramm-Mensch schafft es gerade so, es herunterzuziehen, wenn er sich an die Zuziehstrippen hängt – denn die Gasfedern sind kräftig. Da würde man dem Aufstelldach auch noch Dachlast zutrauen.
Zusätzliches Gewicht durch das Hubdach
Wenn es denn nicht ohnehin schon Gewichtsprobleme gäbe: Das Hubdach bringt zusätzlich rund 105 Kilogramm Gewicht ins Auto; hat man dann noch ein paar Optionen an Bord, vielleicht eine Markise, elektrische Trittstufen oder das Autarkpaket mit größerer Bordbatterie, ist die Auflastung auf 4,1 Tonnen faktisch unumgänglich.

Praxisgerechte Küche, jetzt mit größerem Kühlschrank.
Bild: Erwin Fleischmann
Bestellt man auch die noch mit und verfügt über den entsprechenden Führerschein, reist man recht angenehm im Aventuro 600. Der Grundriss mit dem linksseitigen Slide-out für das 208 x 144 cm große Querbett und der angenehm großen Küche stellt auf unter sechs Meter Außenlänge erstaunlich viel Wohnkomfort bereit. Sogar das Bad reicht gut. Weil darin alles wasserfest ist und die Gliederschiebetür spritzwasserfest, braucht man keinen lästigen Duschvorhang.
Zurechtkommen muss man halt mit den üblichen Einschränkungen für Wohnmobile über 3,5 Tonnen – etwa was Tempolimits oder die Mautklasse angeht: Denn die bleiben, auch wenn mit der geänderten EU-Führerscheinrichtlinie der B-Führerschein künftig bis 4,25 Tonnen ausreicht.
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