Kinder, wie die Zeit vergeht! Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich auf dem Caravan Salon die neue Einstiegsmarke von Dethleffs entdeckte. Sie hieß Sunlight und bestand aus geräumigen Fahrzeugen mit einem bemerkenswerten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Mobile waren vielleicht etwas schlicht, nicht ganz so raffiniert wie andere aus dem Hymer-Konzern, doch die großzügige Raumaufteilung mit hellem, frischem Design fand schnell ihre Abnehmer. Jetzt ist Sunlight 20 – Zeit, zurückzuschauen.
Sunlight
Zum zehnjährigen Jubiläum gab's einen flotten Teilintegrierten.
Bild: Sunlight
Da standen sie nun also, die Fahrzeuge von Sunlight, und ich hatte ein wenig den Eindruck, als suche die Marke noch nach ihrer wahren Bestimmung. Die ersten Camper wurden von einem kleinen, engagierten Team entwickelt und in Isny gebaut, wo ja auch die Dethleffs-Modelle vom Band rollen.

2015 wurde das Mobil 30.000-mal produziert

2006 wurde die Sunlight GmbH gegründet, der nächste Schritt in die Selbstständigkeit. Ein eigener Produktionsstandort folgte, im sächsischen Neustadt bei der Capron GmbH, die auch die Reisemobile der Schwestermarke Carado fertigt. In einer sehr ordentlichen Qualität übrigens, und das spricht sich auf dem Markt schnell herum. 2015 wurde das 30.000. Mobil gefertigt, heute sind es schon über 100.000.
Aber zurück zu Sunlight, der Marke auf der Suche nach sich selbst. Es war auf einer Pressekonferenz von Dethleffs, bei der die Neuheiten der kommenden Saison vorgestellt und diskutiert wurden.
Sunlight
Das 50.000. Fahrzeug aus Neustadt war ein Integrierter von Sunlight – mittlerweile wurden dort schon weit über 100.000 Reisemobile montiert.
Bild: Sunlight
Wir saßen zusammen und ließen den Tag mit Gesprächen über die Branche, Klatsch und Tratsch ausklingen. So diskutierten wir auch über ein spezielles Wohnmobil für Frauen, das Dethleffs vorgestellt hatte. Ich fragte den damaligen Chef Thomas Fritz, ob das nicht nach einer Fortsetzung als Männermobil verlange. Ich weiß nicht, ob es an der späten Stunde lag, daran, dass ich damals für das Autoressort für BILD und BILD am SONNTAG arbeitete oder ob er die Idee wirklich gut fand, jedenfalls fackelte er nicht lange und sagte, klar, das machen wir – unter dem Namen Sunlight.
So schrieben wir gemeinsam mit den Kollegen von Reisemobil International einen Wettbewerb aus, Männer bewarben sich, tüftelten an Einrichtung und Einbauten. An Bord: Kicker, Grill, Bar, Flachbildfernseher und was sich Jungs noch so wünschen. 2009 wurde das Showcar präsentiert und schlug ein wie eine Bombe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich niemand so ein Fahrzeug vor die Tür stellt, und so geriet es schnell in Vergessenheit.
Sunlight
Aufbau von innen nach außen – die Wände kommen zum Schluss.
Bild: Sunlight
Was aber geblieben ist bei der Marke Sunlight, sind Erfindergeist, Abenteuerlust und der Wunsch, Neues auszuprobieren. Es entwickelte sich die Adventure Crew, ein Trupp von Profi-Sportlern, Reisenden und Kreativen, die mit Reisemobilen der Marke Sunlight unterwegs sind. Einige von ihnen haben wir Ihnen hier im Blatt vorgestellt. Darunter die Mountainbike-Olympiasiegerin von 2008, Sabine Spitz.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Firmenhistorie war 2017 die Einführung der Cliff genannten Kastenwagen, die zum perfekten Zeitpunkt kurz vor dem Boom durch die Corona-Pandemie kamen. Nicht mehr nur die Vanlife-Community, alle wollten raus in die Natur, ein wenig Abstand nehmen vom Alltag.
Es sind zwei Säulen, die Sunlight bis heute tragen, das Einfache und das Besondere, was sich auch in den Jubiläumsmodellen zum 20. Geburtstag gut ablesen lässt: ein cooler Camper Van und ein geräumiger Teilintegrierter – was will man mehr?

Drei Fragen an Martin Schlenker (Marketingleiter Sunlight)

Zu Beginn stand Sunlight in erster Linie für frisches Design und günstige Preise. Wo sehen Sie Ihre Marke heute?
Das gilt auch heute noch, aber natürlich hat sich Sunlight weiterentwickelt. Die Marke hat sich zu einem Symbol für Abenteuer und Freiheit entwickelt, das Qualität, Funktionalität und modernes Design vereint. Heute sehen wir unsere Marke als eine etablierte Kraft in der Branche, die nicht nur für erschwingliche Fahrzeuge, sondern auch für durchdachte Innovationen, Robustheit und einen aktiven Lebensstil steht. Wir haben es geschafft, eine fantastische Community aufzubauen, die die Werte von Sunlight lebt und teilt.
Was war für Sie die wichtigste Neuerung bei Sunlight in den vergangenen 20 Jahren?
Die wichtigste Neuerung war aus meiner Sicht die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Fahrzeugkonzepte, insbesondere die Einführung von unseren Cliff Camper Vans. Diese Erweiterung unseres Portfolios hat es uns ermöglicht, den wachsenden Bedarf an kompakten, flexiblen und urbanen Reisemöglichkeiten zu bedienen.
Martin Schlenker
Martin Schlenker, Marketingleiter Sunlight.
Bild: Sunlight
Wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?
Das größte Potenzial sehe ich in der weiteren Diversifizierung unseres Portfolios bei kompakten und flexiblen Fahrzeugen wie Camper Vans und Allradfahrzeugen. Diese Modelle sprechen insbesondere abenteuerlustige Personen an, die zunehmend an individuell gestaltbaren, mobilen Lebensformen interessiert sind.
Wir werden unseren Fokus auch auf die digitale Vernetzung und smarte Lösungen setzen, die das Reiseerlebnis noch komfortabler und unabhängiger machen. Die Nachfrage in diesem Bereich steigt, und wir sehen es als Chance, hier mit Innovationen die Marke Sunlight und unsere Camper weiterzuentwickeln.