Renault Zoe gebraucht: TÜV-Report 2026
Gebrauchter Zoe mit unterdurchschnittlicher Performance

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Bei der HU schlägt die Stunde der Wahrheit. Schon mit sieben Jahren muss mehr als jeder fünfte Zoe zur Nachprüfung. Die Bremsen sind das Problem – unter anderem.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Renault Zoe überzeugt als kleiner, wendiger City-Stromer, doch ganz ohne Schwächen kommt auch er nicht davon. Beim TÜV hinterlässt er ein gemischtes Bild. Hier kommt der Überblick.
Renault Zoe
- Bauzeit: 2013 bis 2024
- Motoren: 77 PS (R75) bis 135 PS (R135)
- Preis: ab 4500 Euro
Das ist er: Ein kleiner Vorreiter. Als der Renault Zoe 2013 auf den Markt kam, gab es kaum alltagstaugliche Alternativen. Der günstige Preis und das optionale Mietakku-Konzept halfen, die Elektromobilität in Deutschland zu etablieren; der Zoe führte zeitweise gar die Zulassungsstatistik an. Zum Facelift 2019 spendierte Renault moderne LED-Scheinwerfer und ein digitales Cockpit.
Dank bis zu 135 PS und größerer Akkus (41/52 kWh) fährt der Zoe nun souveräner und vor allem weiter, nämlich über 300 Kilometer im Realbetrieb. Obacht beim Gebrauchtkauf: Viele Modelle haben Mietakkus, diese drücken zwar den Preis, verursachen aber monatliche Kosten – je nach Laufleistung etwa 70 bis 120 Euro.

Gelungenes Design: Trotz langer Bauzeit entspricht der Zoe-Look dem Zeitgeist.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das kann er: Mehr Platz bieten als vermutet. Mit 4,09 m ist der Zoe deutlich kürzer als etwa ein VW eGolf, trotzdem befördert der Franzose vier Personen bequem. Die Sitze könnten besseren Seitenhalt bieten, auch ist die Ergonomie keine Stärke des Stromers. Kritik gab's im Zuge eines NCAP-Tests: Nach einer Überarbeitung hatte Renault die Kopfairbags gestrichen, in der Basis fehlten aktive Sicherheitsassistenten.
Technisch basiert der Zoe auf der Clio-Plattform. Frühe Modelle laden mit 22 kW, spätere optional mit bis zu 50 kW. Zeitgemäß ist das heute nicht mehr.
Das macht Ärger: In der Werkstatt vor allem das, was auch HU-relevant ist: Die Lager der Vorderachse leiden, unterforderte Bremsscheiben rosten. Ladeprobleme können diverse Ursachen haben. Hilft kein Software-Neustart, kann es am Onboard-Lader liegen. Rückrufe betrafen defekte Parkbremshebel, scheuernde Bremsschläuche und Batterie-Brandgefahr.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Schlimm: Die Achsaufhängungen (ausgeschlagenes Trag- oder Führungsgelenk) der sechs- bis siebenjährigen Zoe übertreffen den Mängelschnitt um das Zwölffache (!). Lenkanlage und Lenkgelenke produzieren ebenfalls zu früh Fehler. Strukturschwächender Rost kommt bei den 6- bis 7-Jährigen gelegentlich vor.
Licht
Verstelltes Abblendlicht, fehlerhafte Tagfahrleuchten oder Probleme mit den Rückleuchten und Blinkern treten häufiger auf als im Schnitt. Der Zoe schneidet zwar nicht katastrophal ab, aber auch keineswegs zuverlässig.
Bremsen
Ein weiterer Schwachpunkt des Zoe ist seine Fußbremse, deren Bremswirkung den Mängelschnitt bei den Sechs- bis Siebenjährigen um das Viereinhalbfache toppt. Mangelhafte Bremsscheiben sind ebenfalls ein Thema, Bremsleitungen und -schläuche dagegen nicht.
Umwelt
Ölverlust kann auch bei Elektroautos ein Thema sein. Am Zoe kommt er sehr selten vor – ab einem Alter von sechs bis sieben Jahren.
Renault Zoe: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 84,8 (Ø 89,4) | 7,1 (Ø 4,0) | 8,1 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 80,5 (Ø 84,7) | 6,2 (Ø 5,3) | 13,3 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 70,5 (Ø 78,8) | 8,1 (Ø 7,6) | 21,4 (Ø 13,6) | 0,1 (Ø 0,0) |
Fazit
Mit rund 1,5 Tonnen gehört der Zoe zu den leichten Elektroautos. Dennoch ist diese Masse offensichtlich zu viel für seine Achsen. Nicht der einzige Schwachpunkt, fündig werden die TÜV-Prüfer außerdem an Lenkung und Lenkgelenken. Licht und die Bremsanlage sind ebenfalls nicht immer in Bestform. Es geht schlechter, viele Stromer schlagen sich aber besser bei der HU – das sollten Gebrauchtkäufer wissen.
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