Rennfahren für Jedermann am Nürburgring
PS-Spielplatz am Nürburgring

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Auf und abseits Deutschlands bekanntester Rennstrecke greifen Hobbypiloten bei Fahrerlebnissen selbst ins Lenkrad.
Bild: Nürburgring
Eifelwetter! Dicke Regentropfen klatschen gegen das Visier. Am Nürburgring nichts Ungewöhnliches. Aber muss es ausgerechnet heute sein? Denn keine Profi-Rennfahrer tragen die Helme: Eine Gruppe PS-Begeisterter sitzt in Formel-4-Rennwagen. Die meisten zum ersten Mal. Frei stehende Räder, 160-PS-Turbomotor – nur 455 Kilogramm schwer. Das bedeutet: von null auf 100 km/h in unter vier Sekunden.
„Bei vielen Anbietern geht das hier nur im Trockenen. Wir ziehen Regenreifen auf – und fahren“, erklärt Chefinstruktor Andreas Gülden (44). Ab 425 Euro können Amateure in 3,5 Stunden erleben, wie sich ein Rennwagen ohne Fahrhilfen anfühlt.
Die Teilnehmer der Fahrtrainings mit Formel-4-Rennwagen (160 PS) benötigen keine Rennlizenz.
Bild: Nürburgring
Doch auch wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, kann rund um die legendäre Rennstrecke seinen Fahrspaß haben. Die Betreibergesellschaft des Nürburgrings hat entsprechende Angebote über die vergangenen Jahre ausgebaut.
So kommen direkt neben der Start- und Zielgeraden in der Indoor-Leihkartbahn inzwischen Elektrokarts zum Einsatz. Und die haben ordentlich Durchzug aus dem Drehzahlkeller: Wer das Fahrpedal nicht gefühlvoll dosiert, sorgt beim Rausbeschleunigen aus engen Kurven für einen Quersteher. Für Erwachsene geht es ab 14,50 Euro los.
Offroad-Fahren mit Quads oder Geländewagen ist eine holprige Sache.
Bild: Nürburgring
Schräg gegenüber der Kartbahn lassen sich ebenfalls mit Strom Runden drehen. Zwar nur virtuell, aber dafür wartet die E-Sports-Bar mit stilechten Simulatoren auf. Neben obligatorischem Rennlenkrad mit Schaltwippen und realistischer Pedalerie bewegt ein Mechanismus die Schalensitze. Echte Fliehkräfte fühlen sich zwar anders an. Dafür sind Abflüge aber weder teuer noch gefährlich.
Das ist bei den Touristenfahrten auf der berühmt-berüchtigten Nordschleife nicht so. Wer sich zu bestimmten Öffnungszeiten mit dem eigenen Auto oder Motorrad in die „Grüne Hölle“ begibt, nimmt dieses Risiko in Kauf. Derzeit entsteht jedoch für elf Millionen Euro ein neues digitales Sicherheitssystem. Zahlreiche Kameras und künstliche Intelligenz sollen die 20,8 Kilometer lange Rennstrecke künftig lückenlos überwachen. Damit soll auch das älteste Fahrangebot des Nürburgrings für „Normalos“ sicherer werden. LED-Panels warnen dann vor Gefahrenstellen.
Die E-Sports-Bar bietet Simracing in beweglichen Schalensitzen, um Fahrkräfte nachzustellen.
Bild: Nürburgring
Mit Absicht durchs Kiesbett fahren? Geht auch, im Offroadpark. Trainings sind hier mit Geländewagen und Quads möglich. Beide Fahrzeugarten lassen sich auch ausleihen.
Eifel-Wetter hin oder her – der PS-Spielplatz Nürburgring hat mit diesen Angeboten immer etwas zu bieten.
M. Westermann
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