Hyundais jüngste teure Rückrufaktion ist noch nicht lange her – jetzt muss der Autobauer erneut tief in die Tasche greifen: 145.000 E-Autos sollen aufgrund von Batteriefehlern zurück in die Werkstätten. Das teilten der südkoreanische Hersteller und die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA jetzt mit.

Die Übeltäter: 12-Volt-Batterien

Der Fehler liegt laut NHTSA nicht im Antriebsakku, sondern in der Starterbatterie der Elektroautos: Weil die verbaute 12-Volt-Batterie durch eine defekte Ladesteuerung (Integrated Charging Control Unit/ICCU) nicht mehr richtig geladen werden kann, droht ein Leistungsverlust während der Fahrt.
Ursache dafür sollen Hitzeschäden an den Transistoren der Gleichspannungswandler sein, die die 12-Volt-Batterie laden. Dies würde nach Angaben der Verkehrsbehörde den Fail-Safe-Fahrmodus auslösen, also eine Art Notlauf. Der ermöglicht anfangs zwar die volle Leistung, nach und nach wird diese dann aber reduziert.
"Die Fahrer werden Warnungen auf dem Armaturenbrett sehen und akustische Signale hören, wenn dieser Fehler auftritt", heißt es weiter. Wichtige sicherheitsrelevante Systeme würden aber in jedem Fall weiter funktionieren. Dennoch: Auch wenn die Fahrer in der Regel gewarnt werden, kann ein Leistungsabfall unter Umständen unangenehm enden.
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Diese Modelle sind betroffen

Betroffen sind die Baureihen Hyundai Ioniq 5 (2022 bis 2024) und Hyundai Ioniq 6 (2023 bis 2025), die auf der E-GMP-Plattform von Hyundai basieren. Außerdem sind die GV60-Fahrzeuge sowie die beiden "Electrified"-Modelle GV70 und G80 der Hyundai-Marke Genesis fehlerhaft, die auf der Plattform ihrer jeweiligen Verbrennerversion aufbauen.
Hyundai will die Probleme der Ladesteuerung in erster Linie durch ein Over-the-Air-Update, also ein Software-Update über das Internet, beheben. Aber auch die Hardware der betroffenen Elektrofahrzeuge soll überprüft werden – das geschieht dann in der Werkstatt und ohne zusätzliche Kosten für Kunden.
Der Hersteller will laut "Green Car Reports" ab dem 17. Januar 2025 entsprechende Infoschreiben an betroffene Besitzer verschicken. Auch das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat das Problem anerkannt und führt dieses bereits seit Mitte 2024 in der bundesweiten Rückrufdatenbank als "überwacht" (KBA-Referenznummern 13860 und 13884R). Konkrete Rückruf-Informationen für den deutschen Markt liegen jedoch noch nicht vor.

Nicht der erste Rückruf dieser Art für Hyundai

Es ist nicht das erste Mal, dass Hyundai einen Rückruf wegen dieses Problems durchführt. Bereits im Mai 2024 musste das Unternehmen fast 100.000 Elektroautos der gleichen Baureihe in die Werkstätten holen. Doch damit wurde der Fehler offenbar nicht behoben, und das Problem scheint tiefer zu liegen
Green Car Reports sieht mitunter die eher veraltete Batterietechnik der Fahrzeuge als Übeltäter: Demnach seien Hersteller zwar bemüht, die in die Jahre gekommene und oft fehleranfällige 12-Volt-Technik aus ihren Fahrzeugflotten zu verbannen, dies geschehe aber nur sehr langsam.
Besonders verwunderlich sei der Verzicht auf die neuere und effizientere 48-Volt-Elektronik gerade bei den E-GMP-Fahrzeugen von Hyundai. Insbesondere da das Unternehmen sogar eine Lösung eingeführt hat, die die alte 12-Volt-Blei-Säure-Batterie in einigen seiner Hybridfahrzeuge überflüssig macht – aber noch in keinem seiner E-Fahrzeuge.