Scheinwerfer einstellen: So geht's

Scheinwerfer einstellen: So geht's

So werden die Leuchten richtig justiert

Zu hoch ist nicht gut, zu niedrig auch nicht: Wenn die Scheinwerfer falsch eingestellt sind, ist die Lichtausbeute zu gering oder sie blenden andere Autofahrer. Im schlechtesten Fall drohen sogar Strafen. Darauf müssen Sie achten!
Eine funktionierende Beleuchtung ist Voraussetzung für ein verkehrssicheres Auto. Die Scheinwerfer sorgen dafür, dass die Straße nachts gut ausgeleuchtet ist und man von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird. Wenn die Leuchten allerdings falsch eingestellt sind, können sie andere Autofahrer blenden und auch die eigene Sicht stark einschränken. Das kann passieren, weil das Auto stark beladen ist, oder aber die Grundeinstellung der Scheinwerfer verstellt ist. Übrigens: Auch die Nebelscheinwerfer benötigen hin und wieder eine Einstellung.

Woran merkt man, dass die Scheinwerfer eingestellt werden müssen?

Sind die Scheinwerfer zu niedrig eingestellt, merkt man das daran, dass der Lichtkegel recht klein ist und die Straße nur schlecht ausgeleuchtet wird. Bei zu hoch eingestellten Leuchten machen einen in der Regel die anderen Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam, indem sie die Lichthupe betätigen. Für sie wirken die falsch eingestellten Scheinwerfer wie Fernlicht. Wer also häufig bei Nacht mit der Lichthupe angeblinkt wird, sollte dringend die Justierung seiner Lichter überprüfen.

Wann muss man in die Werkstatt?

Bei hoher Beladung wird mit der Leuchtweitenregulierung gegengesteuert.

Es gibt zwei Gründe für falsch eingestellte Scheinwerfer: eine hohe Beladung oder eine fehlerhafte Grundeinstellung. Für ersteres gibt es die Leuchtweitenregulierung. Sie ist seit 1990 gesetzlich vorgeschrieben. In der Regel befindet sich neben dem Lenkrad ein kleines Rädchen, mit dem der Neigungswinkel justiert werden kann. Das ist wichtig, wenn der Wagen stärker beladen ist als üblich. Durch das zusätzliche Gewicht ändert sich der Neigungswinkel der Scheinwerfer und muss neu eingestellt werden. Fahrzeuge mit Scheinwerfern, deren Soll-Lichtstrom 2000 Lumen überschreitet, müssen mit einer automatischen Leuchtweitenregulierung ausgerüstet sein, die den Neigungswinkel in Abhängigkeit zum Fahrzeugniveau einstellt. In der Regel sind alle Autos, die mit Xenon-Licht ausgerüstet sind, und auch ein Großteil der modernen LED-Scheinwerfer an eine automatische Regulierung gekoppelt.
Wer aber trotz korrekt eingestellter Leuchtweitenregulierung kaum Licht vor sich auf der Straße hat oder ständig von anderen Fahrern angeblinkt wird, sollte die Grundeinstellung seiner Scheinwerfer in der Werkstatt überprüfen lassen. Zwar kann man das bei einfachen Scheinwerfersystemen auch selbst übernehmen, doch der Aufwand ist ohne Spezialgerät relativ hoch. Die Werkstatt dagegen braucht üblicherweise nur ein paar Minuten, um die Leuchten wieder richtig zu justieren. Vor allem moderne Xenon- oder LED-Lichter lassen sich ohne geeignetes Werkzeug kaum selbst justieren. Noch aufwendiger ist die korrekte Justierung von intelligenten High-Tech-Lichtsystemen die Mitlenken oder einzelne Bereiche des Lichtkegels ausblenden können. Dafür sind kamerabasierte Geräte nötig und die Einstellung kann mehrere Stunden dauern.

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Was kostet das Einstellen in der Werkstatt?

Im Rahmen der regelmäßigen Inspektionen gehört die Einstellung der Scheinwerfer dazu. Häufig bieten Werkstätten – meistens zu Beginn der dunklen Jahreszeit – auch sogenannte Lichttests an, bei denen die Leuchten oftmals sogar gratis überprüft und justiert werden. Ansonsten fallen bei herkömmlichen Scheinwerfern meist nur Kosten in Höhe von zehn Euro oder weniger an. Die Einstellung moderner Leuchtensysteme kann aber auch zwischen 20 und 40 Euro kosten. Im Idealfall stattet man auch vor der Hauptuntersuchung der Werkstatt einen kurzen Besuch ab, um die Einstellung der Scheinwerfer überprüfen zu lassen. Zwar nimmt bei älteren Autos hin und wieder auch der TÜV-Prüfer Korrekturen bei falsch eingestellten Leuchten vor, moderne Systeme aber können oft nicht auf die Schnelle justiert werden.

Drohen Strafen bei falsch eingestellten Scheinwerfern?

Die Einstellung der Scheinwerfer ist auch in der Straßenverkehrsordnung (§ 50, Abs. 3 und 6) geregelt. Sind die Scheinwerfer nicht dementsprechend eingestellt und man gerät in eine Verkehrskontrolle, können die Beamten ein Verwarnungsgeld erheben. Das liegt je nach Sachverhalt zwischen 15 und 35 Euro. In extremen Fällen kann auch die Betriebserlaubnis für den Wagen entzogen werden, bis die Scheinwerfer-Einstellung korrigiert ist.

Kann man die Scheinwerfer auch selber einstellen?

Liegt ein Fehler in der Grundeinstellung der Leuchten vor, muss der Neigungswinkel direkt am Scheinwerfer eingestellt werden. Das ist in der Regel ein Job für die Fachwerkstatt. Denn ohne das richtige Werkzeug, ist die Einstellung des Neigungswinkels sehr fummelig und fehleranfällig. Wer es trotzdem probieren möchte, kann es zumindest bei herkömmlichen Halogen-Leuchten selbst versuchen. Dabei muss Folgendes beachtet werden:
• Man benötigt eine weiße Wand und etwas Platz; im Idealfall sollte der Wagen aus zehn Metern Entfernung an die Wand strahlen.
• Der richtige Neigungswinkel (meistens 1,2 Grad) ist üblicherweise direkt auf einem Aufkleber oder im Handbuch des Autos angegeben.
• Zunächst zeichnet man auf Höhe der Mittelachse der Scheinwerfer eine Hilfslinie an die Wand, davon ausgehend wird eine um den entsprechenden Neigungswinkel nach unten verschobene, zweite Linie gezeichnet; bei 1,2 Grad und zehn Meter Abstand muss die zweite Linie zwölf Zentimeter niedriger sein.
• An dieser Linie wird der Mittelpunkt des Lichtkegels schließlich ausgerichtet. Justiert werden die Lichter dabei in der Regel über zwei Schrauben direkt am Scheinwerfer.

Worauf muss man bei Linksverkehr achten?

Die beiden Auto-Scheinwerfer leuchten die Straße nicht identisch aus, im Rechtsverkehr ist die Lichtverteilung eher zum rechten Straßenrand orientiert. Wer mit seinem deutschen Auto in ein Land mit Linksverkehr reist, muss auch die Scheinwerfer denken – sonst wird der Gegenverkehr zu stark geblendet. Manch moderne Autos bieten inzwischen eine Einstellmöglichkeit, die den Lichtkegel anpasst. Für die meisten anderen Autos gibt es im Fachhandel Schablonen: Damit kann zwar die Lichtausbeute auf der linken Seite nicht erhöht werden, doch zumindest können an der rechten Leuchte einzelne Bereiche abgedunkelt werden um andere Autofahrer nicht zu stören.

Autor: Michael Gebhardt

Stichworte:

Scheinwerfer

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