Bei Volkswagen ist Schluss mit lustig: Der Konzern muss sparen. Dafür wurde auch die Dienstwagenregelung unter die Lupe genommen. Die Bestimmungen sind nun erheblich verschärft worden.
Die Größe des betroffenen Fuhrparks ist nicht bekannt, mutmaßlich betrifft die Neujustierung eine vier- bis fünfstellige Zahl von Fahrzeugen. Die Neujustierung erfolgte durch ein internes Schreiben, das dem Portal "Elektroauto-News" zugespielt wurde.

Dienstwagen an Dritte verliehen

Begründet wurde das Einschreiten nicht nur mit Kostendruck durch gestiegene Kraftstoffpreise, sondern auch "zur Klarstellung des Geschäftszwecks und zur Vermeidung von Nutzungsmustern, die nicht dem Regelungszweck entsprechen".
Wallbox Ladesäule
Lade- und Tankkarten wurden von VW-Berechtigten offenbar an Familienmitglieder weitergegeben – damit ist zukünftig Schluss.
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Bisher war demnach die Dienstwagen-Policy sehr großzügig ausgelegt, was offenbar vom Personal entsprechend sorglos ausgenutzt wurde. So liehen VW-Mitarbeiter offenbar ihre Dienstwagen an Dritte aus, die damit in Urlaub fuhren. Auch die Tank- und Ladekarten des Unternehmens seien dabei weitergegeben worden.

Vorliebe für Premiumkraftstoffe

Aufgefallen war dem Controlling auch, dass Inhaber von Tankkarten sehr häufig Premiumkraftstoffe tankten. Die Wagenwäsche per Bonuskarte wurde offenbar ebenfalls sehr häufig genutzt – naheliegend, dass sie auch anderen Fahrzeugen zugutekam.
Die Anpassungen der Dienstwagenregelung umfassen nun unter anderem: GTI-, GTX- und R-Modelle dürfen von Personen unter 23 Jahren nur gefahren werden, wenn der Berechtigte mitfährt.

Monatliches Autowäschen-Limit

Es sind außerdem nur noch vier sogenannte Außenwäschen im Monat erlaubt. Premiumwäschen über 17 Euro sind ebenso wie Premiumkraftstoffe nicht mehr zugelassen. Auch darf die Tank- und Ladekarte ("Charge & Fuel") ausdrücklich nicht an Dritte weitergegeben werden.
Dienstwagen können weiterhin – neben dem VW-Angestellten – durch weitere "Berechtigte" privat genutzt werden. Doch sie dürfen das Fahrzeug nicht mehr dauerhaft nutzen, also zum Beispiel für eine Urlaubsreise.

Mehr Elektroautos als Dienstwagen

Die Anpassung der Policy geschieht vorbehaltlich weiterer Entwicklungen, zum Beispiel einer zukünftigen Steigerung der Spritpreise. Volkswagen hatte bereits vor Kurzem die kostenlose Betankung von Dienstwagen an den Werkstankstellen verboten.
Parallel dazu will das Unternehmen den Ausbau der internen Elektroauto-Flotte fördern. Mit anderen Worten: Der Anteil der Elektroautos unter den Dienstwagen soll steigen. Ob und wann der VW-Fuhrpark zu 100 Prozent elektrische fahren wird, ist bisher nicht bekannt.
Es ist traurig, dass viele Menschen offenbar den Hals nicht vollkriegen können. Dieser Eindruck drängt sich auf, schaut man auf die bisherige Dienstwagen-Regelung von VW: Obwohl die Details der Überlassung sehr großzügig anmuten, hat das offenbar viele Mitarbeiter nicht davon abgehalten, den Bogen zu überspannen. Insofern ist es nur verständlich, dass hier Ende gemacht wurde.