Ein echtes Schneechaos hat es in Deutschland in den vergangenen Jahren nur selten gegeben. Fallen jedoch einmal einige Zentimeter Neuschnee, werden Autofahrer vor allem in tieferen Lagen und im Flachland schnell nervös. Glatte Straßen und vereiste Scheiben sorgen für Stress. Reisemobilisten, die ihr Fahrzeug unter freiem Himmel abgestellt haben, sollten zusätzlich die Dachlast im Blick behalten.
Generell gilt: "Schneit es sehr kräftig, muss das Dach regelmäßig von Schnee befreit werden", sagt Melanie Mikulla vom ADAC. Entscheidend ist dabei auch, ob das Wohnmobil von innen beheizt wird oder zum Überwintern abgestellt ist. Fallen etwa 30 Zentimeter Neuschnee auf das Dach eines beheizten Wohnmobils, ist der Schnee zunächst noch locker und leicht. Nach kurzer Zeit beginnt jedoch die unterste Schicht zu tauen – es entsteht eine kritische Situation: Wärme von unten, Kälte von oben.

"Nasser Schnee kann schnell zu einer tonnenschweren Last werden"

Ein Teil des Tauwassers fließt nach unten ab, ein anderer Teil verdunstet nach oben und gefriert dort. Dadurch bildet sich eine Eisschicht. Je länger man wartet, desto dicker und schwerer wird sie. Denn Eis wiegt nur etwas weniger als Wasser: Eine fünf Zentimeter dicke Eisschicht bringt bereits rund 45 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Waage. "Vor allem nasser Schnee kann schnell zu einer tonnenschweren Last werden", warnt die ADAC-Sprecherin.
Ist das Wohnmobil jedoch ungeheizt und zum Überwintern abgestellt, macht der Schnee in der Regel nichts. Im Gegenteil: "Wenige Zentimeter Pulverschnee schaden nicht, sie dienen sogar zur besseren Isolierung", sagt Mikulla. Die Dachlast verträgt auch mehrere Zentimeter Neuschnee. Die ADAC-Sprecherin warnt aber: "Bevor man wieder losfährt, müssen der Schnee oder Eisplatten vom Dach entfernt werden, damit nachfolgende Fahrzeuge nicht gefährdet werden." Steht das Wohnmobil unter freiem Himmel, kann es in jedem Fall nicht schaden, regelmäßig danach zu schauen und größere Schneemassen zu entfernen. Ein regelmäßiges Entfernen von Schnee schützt außerdem vor Wasserdruck, der beim Abtauen entsteht und zu Undichtigkeiten an Dachöffnungen führen kann.

Unterschied zwischen statischer und dynamischer Dachlast

Die Traglast des Daches ist für Reisemobilisten ein zentrales Thema – auch unabhängig von Schnee. Sie bestimmt, wie viel Gewicht auf dem Dach transportiert werden darf und ist etwa für Dachträgersysteme, Dachboxen oder Dachzelte von entscheidender Bedeutung.
Die Dachlast ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor und liegt bei Wohnmobilen in der Regel zwischen 75 und 150 Kilogramm, bei Wohnwagen meist zwischen 70 und 120 Kilogramm. Unterschieden wird dabei zwischen der dynamischen Dachlast (während der Fahrt) und der statischen Dachlast (im Stand). Die dynamische Dachlast fällt grundsätzlich geringer aus, da zu viel Gewicht das Fahrverhalten negativ beeinflussen kann – bis hin zu Instabilität, Kontrollverlust oder sogar Umkippen.